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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Kips; Kiptschak; Kiraat-chane; Királyhágó; Kirb; Kirberg

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Kips - Kirberg.

veaus das Fernrohr horizontal gestellt, so muß für Höhenmessungen der Winkel in Betracht gezogen werden, den nun der Index am Gradbogen zeigt (Korrektionswinkel). Zur Beseitigung dieses lästigen Korrektionswinkels ist bei neuern Kippregeln der Nonius fein verschiebbar hergestellt worden, und es kann dann jede Vertikalwinkelmessung direkt am Gradbogen und Nonius abgelesen werden. Um rückwärtige Alignements aufsuchen zu können, sind Kippregeln zum Durchschlagen eingerichtet, d. h. das Fernrohr kann um 360° gedreht werden. Zur Orientierung des Meßtisches ist auf dem Lineal eine schmale Bussole mit 13-18 cm langer Magnetnadel befestigt, welche an den schmalen Seinen einen Limbus von etwa 30° trägt, dessen Nord- (Null-) Linie genau parallel der Ziehkante liegt, woraus auch die selbständige Verwendbarkeit der K. zum Messen von Horizontalwinkeln bis zu 15° hervorgeht. Außerdem ist auf dem Lineal noch ein Dosenniveau zum Horizontalstellen des Meßtisches befestigt. Die Vorrichtung zum Distanzmessen besteht in einem Fadenkreuz, dessen Kreuzungspunkt in der optischen Achse des Fernrohrs liegt. Parallel zum horizontalen Faden sind in gleichen Abständen von diesem noch zwei Fäden ausgespannt. Dieses Fadenkreuz aus Kokon- oder Spinnenfäden ist in einem Ring befestigt, der im Okularrohr durch vier Stellschrauben gehalten wird. Breithaupt hat statt dieser Fäden in ein Glasplättchen Striche eingeschnitten und dieses in dem Tragring befestigt. Die Entfernung wird an einer im Zielpunkt aufgestellten Distanzlatte abgelesen, welche auf ihrer der K. zugekehrten Seite in Zentimeter eingeteilt ist, und beträgt so vielmal 1 m, als Zentimeter zwischen den beiden äußern Parallelstrichen, und so vielmal 2 m, als zwischen dem mittlern und einem der äußern Parallelstriche Zentimeter abgelesen werden; demnach wäre bei einer 3 m langen Latte die größte meßbare Länge 2 . 300 = 600 m. Über die Verwendung der K. zur Höhenmessung s. d. Die K. hat sich aus dem von Prätorius, Professor in Altorf bei Nürnberg, um 1590 erfundenen, von Lehmann verbesserten, jetzt nicht mehr gebräuchlichen Diopterlineal (s. d.) entwickelt. Besonders hat Reichenbach (gest. 1826) in München sich um Erfindung der K. verdient gemacht. Zu den vorzüglichsten Konstruktionen gehört jetzt die von Breithaupt in Kassel; vgl. Aufnahme, topographische.

^[Abb.: Meßtisch nebst Kippregel von Breithaupt in Kassel.]

Kips, in England zweijährige Kälber; im Handel getrocknete leichte Rindshäute aus Ost- und Westindien und der Kapkolonie, auf der Fleischseite mit einem Anstrich aus Salz, Kalk oder Schmutz versehen, oder vom Fleisch befreit und mit Arsenik präpariert; sie geben ein Oberleder, welches die Mitte zwischen Rinds- und Kalbleder hält.

Kiptschak (Kaptschak), Volksstamm in Mittelasien, besonders in dem ehemaligen Chanat Chokand (der jetzt russischen Provinz Ferghana) wohnend. Nach Vambéry ist es der älteste türkische Stamm, welcher in Sprache und Sitten sowie in Physiognomie und Charakter seiner alten Nationalität am meisten treu geblieben ist. In ihrer Gesichtsbildung ähneln die K. den Mongolen, indem sie wie jene schiefe Augen, vorstehende Backenknochen und ein bartloses Kinn haben. Bei kleiner Statur sind sie sehr gewandt und tapfer. Sie haben bei allen Aufständen und Kriegen des ehemaligen Chanats Chokand eine sehr wichtige und hervorragende Rolle gespielt. Jetzt wendet sich dieser kriegerische Stamm dem friedlichen Handel und Ackerbau zu. Vgl. Vambéry, Reise in Mittelasien (Leipz. 1873); Kostenko, Materialien für Geographie u. Geschichte Rußlands (russ., Petersb. 1880).

Kiraat-chane (arab.-pers.), Name einer ausschließlich zum Lesen des Korans bestimmten Örtlichkeit in der Nähe der Moscheen.

Királyhágó ("Königssteig"), 589 m hoher Sattel des Krasznagebirges in Ungarn, über den die Poststraße von Großwardein nach Bánffi-Hunyad und Klausenburg führt. Er liegt unfern der ungarischen Staatsbahnstation Bucsa, zwischen den Thal der Schnellen Körös und der Szamos, und bildet den Grenzwall des westlichen siebenbürgischen Höhenzugs.

Kirb., bei naturwissenschaftl. Namen Abkürzung für William Kirby, geb. 19. Sept. 1759 zu Witnesham (Suffolk), gest. 4. Juli 1850 als Pfarrer zu Barham in Suffolk; schrieb: "Monographia apium Angliae" (Ipswich 1802, 2 Bde.); "Introduction to Entomology" (mit Spence, 1815-26, 3 Bde.).

Kirberg, Otto, Maler, geb. 16. Mai 1850 in Elberfeld, machte seit 1869 seine Studien auf der Düsseldorfer Kunstakademie, die er unter W. Sohn bis 1879 fortsetzte. Eine Studienreise nach Holland brachte ihn auf den Gedanken, das Leben der hollän-^[folgende Seite]