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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Klüverbaum - Knab.

Klüverbaum, s. Takelage. ^[richtig: Takelung.]

Klymene, in der griech. Mythologie Tochter des Okeanos und der Tethys, Gemahlin des Iapetos, Mutter des Atlas, Prometheus, Hellen, Deukalion etc.

Klymenienkalk, s. Devonische Formation.

Klysma (griech.), Klystier.

Klysopompe, s. Klystierspritze.

Klystier (griech. klysma), eine Flüssigkeit, welche in den After eingespritzt und in den Darmkanal hinaufgetrieben wird. Das K. soll entweder nur die im Mastdarm angehäuften Kotmassen erweichen und ausspülen, oder es soll auf die erkrankte Mastdarmschleimhaut direkt einwirken, wie z. B. beider Ruhr, oder es soll zur Einverleibung in den Körper dienen, wenn wegen irgend welcher Hindernisse die Einführung in den Magen unmöglich ist, wie z. B. bei Verschluß der Speiseröhre, des Mageneinganges, bei operativer Eröffnung des Magens oder bei Geisteskranken, welche hartnäckig die Nahrung verweigern. Im ersten Fall genügt kaltes oder lauwarmes Wasser. Im zweiten bedient man sich einhüllender, schleimiger (Leinsamen, Stärke), schmerzstillender (Opium) oder zusammenziehender (Tannin) Zusatzmittel. Im letzten Fall verordnet man nicht nur Arzneien, sondern auch Nahrungsmittel aus starken, flüssigen Nährstoffen, wie Eigelb, Pepton, tierische Gallerte, frisches Blut, Leim, Milch und die von Leube empfohlenen Fleischklystiere. Hegar und Simon haben durch Eingießungen von 3-4 Lit. Wasser in den Darm bei hartnäckigen Verstopfungen, Darmverschließungen, Schleimflüssen, Wurmkrankheiten etc. gute Resultate erzielt. Bei Darmverschlingungen hat sich auch das Einpumpen von Luft (Luftdouche) bisweilen nützlich erwiesen. Vgl. Ernährung, künstliche, und Klystierspritze.

Klystierkraut, s. Mercurialis.

Klystierspritze (Klysopompe), Instrument zur Einspritzung von Flüssigkeiten in den Mastdarm. Man benutzt eine meistens aus Zinn hergestellte Spritze von ca. 300 ccm Rauminhalt, an welche eine elfenbeinerne oder besser eine aus weichem Gummi verfertigte Spitze angeschraubt oder angesteckt wird. Ferner wirkliche Pumpapparate zum Selbstgebrauch, bei denen die Flüssigkeit in eine kleine Wanne gegossen wird, von wo aus sie die Pumpe durch ein biegsames Rohr, dessen Spitze in den After eingeführt ist, forttreibt. Sehr bequem und dauerhaft, namentlich auch zum Selbstklystieren geeignet, sind Kautschukapparate (englische Ballonspritze), welche aus einem langen Gummischlauch bestehen, in dessen Mitte sich ein Gummiballon befindet. Beide Enden des Schlauches sind mit entsprechenden Ventilen versehen. Man taucht das eine Ende des Schlauches in Wasser, drückt den Ballon zusammen und läßt ihn Wasser ansaugen, bis er völlig gefüllt ist. Dann führt man das andre Ende des Schlauches, welches mit einer Spitze versehen ist, in den After ein und drückt den Inhalt des Ballons in den Darm. Der Ballon füllt sich sofort wieder mit Wasser, und so kann man beliebige Mengen Wasser in den Darm einführen, ohne die Spitze des Instruments aus dem After zu entfernen. Die einfachste K. ist ein Irrigator, bei welchem die Flüssigkeit durch ihre eigne Schwere einläuft.

Klytämnéstra, nach griech. Mythus Tochter des Tyndareos und Gemahlin des Agamemnon, den sie im Bund mit ihrem Buhlen Ägisthos ermordete, wofür sie von ihrem Sohn Orestes getötet wurde. Vgl. Agamemnon und Orestes.

Klytia, eine durch Nachbildungen sehr populär gewordene antike weibliche Marmorbüste im Britischen Museum zu London. Weil man den Kranz, aus welchem die Büste herauswächst, aus Blättern der Sonnenblume zusammengesetzt glaubte, erhielt sie den Namen der nach Ovid in eine Sonnenblume verwandelten Geliebten Apollons. Doch ist das Werk eine Porträtbüste aus römischer Zeit.

km, Abkürzung für Kilometer.

Kmet (slaw.), Bauer, insbesondere das Familienhaupt, der Vorstand der Hausgenossenschaft; auch s. v. w. Richter, Schöppe; in Serbien der Älteste und Vornehmste einer Dorfgemeinde.

Kmety, Georg, General im ungar. Revolutionskrieg, geb. 1810 zu Pokoragy im Gömörer Komitat in Ungarn, besuchte das Kollegium zu Eperies und das evangelische Lyceum zu Breslau, um sich zum theologischen Studium vorzubereiten, trat aber in das Militär und war beim Ausbruch der ungarischen Revolution Hauptmann. Er schloß sich derselben an, avancierte bald zum Obersten und nahm als Kommandant einer Division der obern Donauarmee unter Görgei teil an dessen glänzendem Feldzug im Januar und Februar 1849. Ende Juni von der obern Donauarmee abgeschnitten, vereinigte er sich mit der Südarmee Perczels und schlug mit diesem den Banus aufs Haupt. Nach der entscheidenden Niederlage der Ungarn bei Temesvár entkam er auf türkischen Boden und ward, nachdem er zum Islam übergetreten, unter dem Namen Ismail Pascha türkischer General. Im orientalischen Krieg mit der Verteidigung der Festung Kars betraut, schlug er den Sturm des russischen Generals Murawjew auf dieselbe siegreich ab. Erst als die Hungersnot in der Festung den höchsten Grad erreicht hatte, übergab er das Kommando an den englischen Obersten Williams und zog nach Erzerum ab. Seine Verdienste machte er gegen das englische Blaubuch in einer Apologie unter dem Titel: "A narrative of the defence of Kars on the 29. of Sept. 1855, translated from the German of George K." (Lond. 1856) geltend, welcher ein offener Brief an General Williams folgte (1. Aug. 1855). Er wurde später Generalgouverneur von Kastamuni in Kleinasien und starb 25. April 1865 in London.

Knaack, Wilhelm, Komiker, geb. 13. Febr. 1829 zu Rostock, trat, früh verwaist, schon mit zwölf Jahren bei einem Advokaten als Schreiber ein und ging 1846 in seiner Vaterstadt zur Bühne. Er fand darauf Engagement in Lübeck (1848-49), 1851 in Berlin, wohin er nach achtmonatlichem Engagement in Danzig zurückkehrte. 1856 ging K. nach Prag und wurde 1857 für das Carl-Theater in Wien gewonnen, an dem er bis 1880, wo er sein Engagement aufgab, thätig gewesen ist und noch gegenwärtig wohnt. Seinen Namen haben Gastspiele in allen größern Städten Deutschlands und Österreichs bekannt gemacht. In der Posse von einer tollen Lustigkeit, mit fabelhafter Beweglichkeit der Glieder, verwandelt sich K. im Lustspiel in einen Gentleman mit graziösem Humor. Aber auch gutmütige Alte weiß er trefflich darzustellen. Hauptrollen von ihm sind der Baron im "Pariser Leben", der Notar in Sardous "Braven Landleuten", Hans Styx im "Orpheus", ferner seine Partien in den Blüetten: "Doktor Peschke", "Monsieur Herkules", "Madame Potiphar" etc.

Knab, Ferdinand, Maler, geb. 12. Juni 1834 zu Würzburg, war anfangs Schüler Heideloffs in Nürnberg, bei dem er zwei Jahre lang praktisch im Bauwesen beschäftigt ward, und ging 1859 nach München, um sich der Architekturmalerei zu widmen. Er besuchte die Schulen Rambergs und Pilotys und ging 1868 nach Italien. Seit seiner Rückkehr behandelte er mit Vorliebe Motive aus diesem Land und war