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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Knemis; Kneph; Kneppelhout; Kner; Knes; Knesebeck; Knetkur

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Knemis - Knetkur.

auch Kaiser Joseph I. erhob ihn in den Adelstand. Er starb 27. Okt. 1723 in London und erhielt in der Westminsterabtei ein Denkmal. Seine in England sehr häufigen Porträte, in denen er sich A. van Dyck zum Muster nahm, sind glatt, geleckt, echte Abbilder seiner oberflächlich eleganten Zeit.

Knemis, antiker Name einer 930 m hohen, wohlbewaldeten Gebirgskette in Mittelgriechenland, der Nordwestspitze von Euböa gegenüber, welche den epiknemidischen Lokrern den Namen gegeben hat; jetzt Spartia.

Kneph, s. v. w. Chnum (s. d.).

Kneppelhout (spr. -haut), Johannes, niederländ. Schriftsteller, geb. 8. Jan. 1814 zu Leiden, studierte an der Universität daselbst und erwarb sich durch seine originellen Schilderungen des Universitätslebens: "Studententypen" (1841) und "Studentenleven" (1844), die unter dem Pseudonym Klikspan erschienen, eine erste Stelle unter den jungen Schriftstellern, welche um jene Zeit ein neues Leben in die niederländische Litteratur brachten. Die genannten Werke erlebten wiederholte Auflagen und sind bis heute populär geblieben. Auch seine übrigen Schriften (Reiseerinnerungen, Erzählungen, biographische und litterarische Aufsätze), von denen er eine Gesamtausgabe (Leiden 1861-75, 12 Bde.) veranstaltete, haben ihn als scharfen Beobachter und originellen Denker bekannt gemacht, aber doch den Erwartungen, welche seine Erstlingsschriften erregten, nicht ganz entsprochen.

Kner, Rudolf, Zoolog, geb. 24. Aug. 1810 zu Linz, studierte seit 1828 in Wien Medizin, trat 1836 als Praktikant in die zoologische Abteilung des Hofnaturalienkabinetts und widmete sich besonders der Ichthyologie; 1841 erhielt er die Professur der Naturgeschichte in Lemberg und unternahm ausgedehnte paläontologische Studien, welche, durch mehrfache Reisen unterstützt, lohnende Ausbeute gewährten. 1849 wurde er Professor der Zoologie in Wien. Er bereiste 1852 Istrien und die Quarneroinseln, 1863 und 1867 Norddeutschland, Dänemark und Skandinavien, um Studien über die Kultur der Steinzeit zu machen, und starb 27. Okt. 1869 in Wien. Er schrieb: "Lehrbuch der Zoologie" (Wien 1849, 3. Aufl. 1862); "Leitfaden zum Studium der Geologie" (das. 1851, 2. Aufl. 1855). Den größten Ruhm erwarb er sich als Ichthyolog; er bestimmte die von Natterer in Brasilien gesammelten Siluroiden und Characinen und gab mit Heckel das epochemachende Werk "Die Süßwasserfische der österreichischen Monarchie" (Leipz. 1858) heraus. Von mehreren Museen Deutschlands wurde er mit der Bestimmung von Fischsammlungen betraut; auch bearbeitete er die Fischsammlungen der Novaraexpedition und gelangte zu um so wertvollern allgemeinen Resultaten, als er die gründlichsten Kenntnisse der fossilen Fische bei seinen Untersuchungen verwerten konnte. In dieser Hinsicht ist auch seine Arbeit "Über die Ganoiden als natürliche Ordnung" (Wien 1867) besonders bemerkenswert.

Knes (serb.), s. v. w. Knjäs (s. d.).

Knesebeck, Karl Friedrich von dem, preuß. Generalfeldmarschall, geb. 5. Mai 1768 zu Karwe bei Neuruppin aus einem alten brandenburgischen Geschlecht, trat 1782 in das preußische Regiment Herzog von Braunschweig ein, widmete sich aber in seiner Garnison Halberstadt auch klassischen Studien und wurde Mitglied der dortigen Litterarischen Gesellschaft. Nachdem er in den Feldzügen von 1792 bis 1794 mit Auszeichnung gefochten, ward er 1799 zum Hauptmann, 1802 zum Major befördert und in den Generalstab versetzt. Die Schlacht von Auerstädt 1806 machte er in der unmittelbaren Nähe des Königs mit und bewahrte durch seine Geistesgegenwart am Abend des verhängnisvollen Tags denselben vor drohender Gefangenschaft. Auf dem Rückzug ward er mit Gneisenau vorausgesandt, um den Marsch und die Verpflegung des Heers zu sichern, was beide vor der Kapitulation von Prenzlau rettete. Für den weitern Feldzug war K. dem russischen Hauptquartier attachiert, wo er die Disposition zur Schlacht von Pultusk (26. Dez. 1806) entwarf. Im Mai 1807 zum Oberstleutnant befördert, nahm er nach dem Tilsiter Frieden seinen Abschied und lebte zurückgezogen auf seinem Gut Karwe, bis der Krieg von 1809 zwischen Österreich und Frankreich ihn zu neuer Thätigkeit rief; doch konnte er, von einem Freund aus Unvorsichtigkeit in den Arm geschossen, am Kampf nicht teilnehmen. Nach der Schlacht bei Wagram kehrte er in die Heimat zurück. Hierauf riet er zum Anschluß Preußens an Frankreich und ward, nachdem das Bündnis im Januar 1812 zu stande gekommen, nach Petersburg geschickt, um Kaiser Alexander zur Nachgiebigkeit gegen Napoleon zu bewegen, damit der Friede erhalten bleibe; er suchte dies dadurch zu erreichen, daß er den Kaiser von Rußlands militärischer Schwäche und der Unwahrscheinlichkeit des Siegs, jedoch ohne Erfolg, überzeugen wollte. 1813 wurde K. Generalleutnant und erster Generaladjutant des Königs. Sein Einfluß hier war bedeutend, und er hielt den König mehrmals von der Genehmigung der kühnen Pläne Blüchers und Gneisenaus ab; 21. Mai setzte er es durch, daß die Schlacht bei Bautzen abgebrochen wurde. Während des Waffenstillstandes war er mit Unterhandlungen in Wien betraut. Auch an der Feststellung des Operationsplans für die Fortsetzung des Feldzugs von 1813 und des von 1814 war K. hervorragend beteiligt. Nach dem Frieden ward er Generaladjutant des Königs, 1822 zugleich Chef des reitenden Feldjägerkorps und 1825 General der Infanterie. 1831 war er kommandierender General der gegen Polen aufgestellten Observationsarmee, ernnhielt bei seiner Entlassung den Charakter eines Generalfeldmarschalls und starb 12. Jan. 1848. K. hat sich auch als Dichter versucht. Ein Lied von ihm: "Lob des Kriegs" (1805), entzündete seiner Zeit im Publikum große Begeisterung. Viele Gedichte Knesebecks sind als poetischer Anhang den Bruchstücken aus seinen hinterlassenen Papieren beigefügt, welche 1850 als Manuskript für seine Freunde gedruckt worden sind. Nach seinem Tod ward eine Schrift von K.: "Erläuterung meiner Sendung 1812 nach Rußland", im "Militärwochenblatt" veröffentlicht, in der K. sich das Verdienst zuschreibt, den russischen Feldzugsplan von 1812 entworfen zu haben; doch ist dies nicht richtig. Vgl. Duncker, Die Mission des Obersten v. d. K., in den "Abhandlungen zur preußischen Geschichte" (Leipz. 1876); Lehmann, K. und Schön. Ein Beitrag zur Geschichte des Freiheitskriegs (das. 1876); Eugen von dem K., Eine diplomatische Trilogie aus dem Lehen Karl Friedrichs v. d. K. (Berl. 1879).

Knetkur (Massage), im Volk seit langer Zeit bei Verstauchungen, Quetschungen etc. als sogen. Streichen übliches mechanisches Heilmittel, in neuester Zeit durch Metzger in Amsterdam systematisch ausgebildet und wissenschaftlich begründet. Die Resorption der in die Maschen der Gewebe infolge von Entzündungen oder Verletzungen ergossenen Exsudatmassen geschieht teils durch die Lymphgefäße, in welche sie durch die bloße Elastizität der Gewebe,