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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Knochenöl; Knochensäure; Knochenschlichte; Knochenschwarz; Knochenschwiele; Knockholt; Knoll; Knolle

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Knochenöl - Knolle.

gend die Nähte zu früh verwachsen, so kann sich der Schädelraum nicht mehr ausdehnen und das Gehirn eine richtige Größe nicht erreichen. - Die künstliche K. (mit Silber- oder Bleidraht) dient zur Verbindung zwischen zwei Stücken eines gebrochenen oder resezierten Knochens.

Knochenöl, eine geringere Sorte des Klauenfetts, welche zur Seifenbereitung verwendet wird; auch s. v. w. Knochenfett oder Tieröl (s. diese Artikel).

Knochensäure, s. v. w. Phosphorsäure.

Knochenschlichte, s. Bonesize.

Knochenschwarz, s. v. w. Knochenkohle.

Knochenschwiele, s. v. w. Callas.

Knockholt (spr. nóckholt) Dorf in Kent (England), 8 km nordwestlich von Sevenoaks, mit Buchenwäldchen (K. Beeches) und 789 Einw.

Knoll, Konrad, Bildhauer, geb. 9. Sept. 1829 zu Bergzabern in der bayrischen Pfalz, bildete sich seit 1845 in Karlsruhe und Stuttgart, dann in München bei Halbig und besuchte 1848-52 die Akademie daselbst. Seine ersten hervorragenden Werke waren ein Tannhäuserschild (1856) und eine Statue Wolframs von Eschenbach für des Dichters Geburtsstadt in Form eines Brunnens. 1860 schuf er das Modell einer Statue der Sappho, welches er später für König Ludwig II. von Bayern in Marmor ausführte. In den beiden nächsten Jahren entstanden die Kolossalstatuen Heinrichs des Löwen und Ludwigs des Bayern am Alten Rathaus zu München. Unmittelbar nach deren Vollendung begann K. die Arbeiten für den Fischbrunnen vor dem Neuen Rathaus daselbst, nicht nur seine bedeutendste Leistung, sondern auch eins der schönsten öffentlichen Denkmäler der Neuzeit (1865). Es bringt den altherkömmlichen Brunnensprung der Münchener Metzgerlehrlinge in lebendigster Weise zur Darstellung. Dazwischen schuf K. das Modell zum Denkmal J. Ph. ^[Johann Philipp] Palms in Braunau, das, wie der Fischbrunnen, von Miller in Erz gegossen ward. Aus der Zeit unmittelbar danach datiert eine tief empfundene lebensgroße Gruppe: die heil. Elisabeth, mit ihren drei Kindern aus der Wartburg verstoßen, und 1868 modellierte K. die Kolossalbüste des Geschichtschreibers Häusser für den Friedhof in Heidelberg. Es folgten eine Kolossalbüste Beethovens, das Denkmal für Melchior Meyr in Nördlingen und eine Büste des deutschen Kaisers. Er ist Professor an der technischen Hochschule zu München.

Knolle (Tuber), in der Botanik im allgemeinen alle fleischig verdickten Stengel- und Wurzelorgane. Von der Zwiebel unterscheidet sich die K. dadurch, daß bei dieser die Verdickung vom Stengel selbst gebildet wird und zwar infolge starker Entwickelung des Parenchyms, Blattorgane aber, wenn sie überhaupt vorkommen, nur als äußere Bedeckung auftreten, während bei jener die Stengelmasse schwach entwickelt ist und der Hauptteil von voluminösen Blattorganen gebildet wird. Eine K., welche von Blattbildungen schalenartig umhüllt ist (Safran, Herbstzeitlose), heißt Knollenzwiebel (bulbotuber). Im strengen Sinn bedeutet K. nur ein wirkliches Stengelorgan, während man ein knollenförmig verdicktes Wurzelgebilde Wurzelknolle (radix tuberosa) nennt. Die eigentlichen Stengelknollen sind von ihren Blättern umhüllt oder lassen doch auf ihrer Oberfläche die Narben rudimentär ausgebildeter Blätter erkennen, welche den Wurzelknollen stets fehlen; außerdem besitzen sie oft in den Achseln der Blattnarben entwickelungsfähige Knospen (Augen). Gewöhnlich wird die Niederblattregion des Stengels zur K., und darum ist dieselbe meist unterirdisch; nur beim Kohlrabi (Fig. 1) befindet sie sich über der Erde. Die K. kommt meist an perennierenden Kräutern vor, und dann ist entweder das ganze Rhizom als K. ausgebildet (Safran, Herbstzeitlose, Erdkastanie, Corydalis, Alpenveilchen, Fig. 2), oder es besteht aus mehreren knollenförmigen Gliedern (Schwertlilie), oder der Stengel bildet viele dünne Triebe, von denen einzelne Stücke, meist die Enden, zu Knollen werden (Kartoffel, Fig. 3). Alle Stengelknollen, insofern sie entwickelungsfähige Knospen besitzen und Wurzeln zu schlagen vermögen, können zur Vermehrung der Pflanze dienen, besonders wenn diese eine Mehrzahl solcher entwickelt; sogar aus jedem Stück einer zerschnittenen K. läßt sich eine neue Pflanze erziehen, wenn wenigstens ein entwickelungsfähiges Auge an demselben vorhanden ist. Durch eigentliche Wurzelknollen ist dagegen in der Regel

^[Abb.: Fig. 1. Kohlrabi. Fig. 2. Alpenveilchen. Fig. 3. Kartoffel.]