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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Knoxville; Knth.; Knüllgebirge; Knuphis; Knurrhahn; Knut; Knute; Knutsford; Knüttelverse; Knutwil

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Knoxville - Knutwil.

starb 24. Nov. 1572 daselbst. Der Regent Graf Morton sprach bei seiner Beerdigung die charakteristischen Worte: "Hier liegt der Mann, der sich nie vor einem Menschenantlitz fürchtete". Unter seinen Schriften (zuletzt hrsg. von Laing, Edinb. 1864, 6 Bde.) befindet sich die Quellenschrift "History of the reformation of religion within the realm of Scotland" (Lond. 1586). Vgl. M'Crie, The life of John K. (neue Ausg., Lond. 1874; deutsch im Auszug von Planck, Götting. 1817); Brandes, J. K. (Elberf. 1862); Lorimer, John K. and the church of England (Lond. 1875); Taylor, John K. (das. 1884).

Knoxville (spr. nóckswill), Stadt im O. des nordamerikan. Staats Tennessee, im fruchtbaren Thal des schiffbaren Holston, hat eine Universität (1807 gegründet), eine landwirtschaftliche Schule, ein Irrenhaus, eine Taubstummenanstalt, bedeutende Glasfabrikation und (1880) 9693 Einw. K. wurde 1789 angelegt und war 1794-1817 Hauptstadt des Staats.

Knth., bei botan. Namen Abkürzung für K. S. Kunth (s. d.).

Knüllgebirge, Berggruppe in der preuß. Provinz Hessen-Nassau, zwischen der Fulda und Schwalm, besteht in weitester Ausdehnung aus Buntsandstein, in dem eigentlichen K. aber, bei Schwarzenborn (Knüllkörschen, 636 m hoch), aus Basalt und ist mit schönen Wäldern, Wiesen und Weiden bedeckt.

Knuphis (Chnuphis), s. Chnum.

Knurrhahn (Trigla C. V.), Gattung aus der Ordnung der Stachelflosser und der Familie der Panzerwangen (Cataphracti), kleine oder mittelgroße, kräftig gebaute Fische mit verhältnismäßig sehr großem, fast vierseitigem, in einen rauhen Panzer gehülltem Kopf, zwei getrennten Rückenflossen, drei freien, gegliederten Strahlen vor den großen Brustflossen, Bürstenzähnen und äußerst kleinen Schuppen; sie geben außerhalb des Wassers einen grunzenden oder knurrenden Laut von sich, der durch Aneinanderreiben der Kiemendeckelknochen entsteht, auch will man an einzelnen Arten Phosphoreszenz beobachtet haben. Der gemeine K. (Trigla pini Bl.), 50-60 cm lang, auf dem Rücken bräunlich, am Bauch hellrosenrot oder weißlich, mit roten Rücken- u. Schwanzflossen, weißen Bauch- und Afterflossen und schwarzen, innen blau gesäumten Brustflossen, bewohnt das Mittelländische und Atlantische Meer, die Nord- und Ostsee, jagt, vorzugsweise in der Tiefe auf sandigem Grund, Krebstiere, Weichtiere und Quallen, schwimmt sehr anmutig, wobei er die Brustflossen wie Flügel benutzt und kriecht am Grund mit Hilfe der fußartigen drei freien Strahlen der Brustflossen. Man jagt ihn des Fleisches halber, bisweilen mit dem Gewehr, wenn er bei stillem Wetter den Kopf über den Wasserspiegel emporstreckt.

Knut (Knud, Kanut), Name mehrerer dän. Könige, von denen besonders bemerkenswert sind:

1) K. der Große, als König von Dänemark K. II., als König von England K. I., Sohn des Königs Sven Gabelbart, dem er 1014 in Dänemark, wo er der christlichen Religion zum Sieg über das Heidentum verhalf, 1015, nach dem Tod Ethelreds II., auch in England folgte, vollendete die Eroberung dieses Landes, ward aber alleiniger Beherrscher desselben erst durch die Emordung ^[richtig: Ermordung] des tapfern Edmund Eisenseite (Ironside, 1016). Er stellte sodann auf einer Reichsversammlung die Gesetze Alfreds d. Gr. wieder her, sicherte Dänen und Engländern gleiche Rechte und gleichen Schutz der Person und des Eigentums zu und machte glückliche Eroberungszüge nach Norwegen, dessen Herrschaft er nach König Olafs Ermordung 1028 erwarb, sowie gegen Malcolm, König von Schottland. Seine frühere Grausamkeit zu sühnen, erbaute er Kirchen und Klöster und machte selbst eine Wallfahrt nach Rom 1026, wo er mit dem deutschen König Konrad II. zusammentraf, die Vermählung seiner Tochter Gunhilde mit dessen Sohn Heinrich verabredete und die Mark Schleswig abgetreten erhielt. Er starb 11. Nov. 1035 in Shaftesbury. Vermählt war er mit Emma, der Witwe Ethelreds. Sein Testament bestimmte seinem ältesten Sohn, Sven, Norwegen, dem zweiten, Harald, England, dem dritten, Hardiknut, Dänemark.

2) K. VI., König von Dänemark, Sohn Waldemars I., d. Gr., geb. 1162, folgte seinem Vater 1182, nachdem er einen Aufstand gegen seine Thronbesteigung, die ohne Wahl durch das Volk erfolgt war, niedergeschlagen, verweigerte Kaiser Friedrich I. die Lehnshuldigung und trat als Schwiegersohn Heinrichs des Löwen auf die Seite der Feinde der Hohenstaufen. Den Lehnsfürsten Friedrichs, den Herzog Bogislaw von Pommern, nötigte er 1185, die dänische Oberlehnshoheit anzuerkennen und Tribut zu zahlen. Auch die Obotritenfürsten zwang er zur Unterwerfung und nannte sich von 1189 ab König der Dänen und Slawen. Adolf von Schauenburg entriß er 1200 Dithmarschen und Rendsburg, eroberte 1201 Lübeck und unterwarf 1202 auch Hamburg. Aber schon 11. Nov. 1202 starb er ohne Erben; ihm folgte sein jüngerer Bruder, Waldemar II., der Sieger.

Knute, die russische, aus Lederriemen geflochtene Peitsche; übertragen die Körperstrafe in Rußland, bei welcher der Verbrecher zwischen zwei Pfählen aufrecht stehend angebunden und auf den entblößten Rücken mit der K. geschlagen wurde; eine Strafe, die bei schweren, aber auch bei politischen Verbrechen zur Anwendung kam. In der Regel standen 100 und mehr Schläge der Todesstrafe gleich. Der dazu Verurteilte starb oft noch vor der Vollendung des Strafaktes; überstand er ihn, so war lebenslängliche Verbannung nach Sibirien sein Los. Unter Nikolaus I. trat eine dreischwänzige Peitsche (Pleti) an die Stelle der K., welche jedoch von Alexander II. ebenfalls abgeschafft worden ist.

Knutsford (spr. nöttsford), Stadt in Cheshire (England), 18 km von Manchester, hat lebhaften Produktenhandel und (1881) 4290 Einw.

Knüttelverse, Verse, wie man sie aus dem Stegreif, zum Scherz, in Gelegenheitsgedichten macht, mit größtmöglicher Freiheit in Reim und Rhythmus, doch meist mit paarweise folgenden Reimen und vier Hebungen in der Verszeile. Diese K. sind ursprünglich die Versform, welche im 16. Jahrh. die herrschende war und ihrerseits wieder auf der Fortbildung der mittelhochdeutschen kurzen Reimpaare beruhte, seit Opitz' Zeit aber unter eintretender Mißkennung ihrer Gesetze dem Spott und der Verwilderung anheimfiel und nur noch in den Kreisen der volksmäßigen Gelegenheitsdichter fortlebte. Von spätern Dichtern bedienten sich zum Behuf volkstümlich-naiver und anmutiger Ausdrucksweise des Knüttelverses als einer besondern Kunstform: Zachariä ("Fabeln"), Goethe (im Gedicht "Hans Sachs", in den ältern Teilen des "Faust" etc.), Wieland ("Titanomachie"), Schiller ("Wallensteins Lager"), Kortum ("Jobsiade") u. a. Der Name, dessen Ursprung nicht ganz sicher ist, kam erst im 18. Jahrh. auf; vorher findet man in dem gleichen Sinn Knüppelhardus angewendet.

Knutwil, Badeort im schweizer. Kanton Luzern, Bezirk Sursee, im anmutigen Thalgrund der Suren gelegen, mit (1880) 1061 Einw. und einer Mineral-^[folgende Seite]