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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Koipu - Kokon.

Koipu, s. Sumpfbiber und Nutriafelle.

Koir, s. Kokosfaser.

Koische Gewänder, im Altertum feine, durchsichtige und häufig golddurchwirkte Seidengewänder, vorzugsweise auf der Insel Kos (s. d.) angefertigt.

Koisu ("Schafwasser"), Name der vier wilden Quellflüsse des Sulakflusses in Daghestan (vielgenannt in den russischen Kämpfen zur Bewältigung der unter Schamyls Führung geeinigten Völker Daghestans). Am Kumuchischen K. liegt Gunib (s. d.), die letzte Zuflucht Schamyls.

Köj (Köi, türk.), Dorf, kommt in geographischen Namen häufig vor (Kilisseköj, Hassanköj, Kadiköj).

Kojang (Coyang), Reismaß und Handelsgewicht in Hinterindien und auf einigen ostindischen Inseln. 1 K. in Benkulen = 800 Kulahs = 33,03 hl; in Natal = 80 Többs à 66,02 Lit.; in Padang = 50 Maaten = 1845,63 kg; in Atschin = 10 Gönntschas = 800 Bambus = ca. 13 1/3 hl.

Koje, die Schlafstätte auf Handelsschiffen sowohl für die Mannschaft als für die Reisenden aller Klassen. Man unterscheidet Längskojen und Querkojen, je nachdem die Kojen längsschiffs oder querschiffs eingebaut sind. Erstere verdienen mit Rücksicht auf die Seekrankheit den Vorzug.

Kojetein, Stadt in der mähr. Bezirkshauptmannschaft Prerau, in der Landschaft Hanna, an der Mährisch-Schlesischen Nordbahn, mit (1880) 4888 Einw., Zuckerfabrik, Bierbrauerei und einem Bezirksgericht.

Koj-jili (türk., "Hammeljahr"), nach der altturamischen Zeitrechnung der fünfte von den zwölf Cyklen.

Kokain (Methylbenzoylekgonin) C17H21NO4 ^[C_{17}H_{21}NO_{4}], Alkaloid der Kokablätter (0,016-0,2 Proz.), wird erhalten, indem man den heißen wässerigen Auszug der Blätter mit Bleizucker fällt, das entbleite Filtrat mit Äther ausschüttelt, den Verdampfungsrückstand des Äthers in Salzsäure löst, die Lösung diffundiert und das Diffusat mit kohlensaurem Natron fällt. K. bildet farb- und geruchlose Prismen, schmeckt bitterlich, die Zungennerven vorübergehend betäubend, ist weniger in Wasser, leichter in Alkohol, sehr leicht in Äther löslich, schmilzt bei 98°, ist nicht flüchtig, reagiert stark alkalisch und bildet meist kristallisierbare, in Wasser und Alkohol, nicht in Äther lösliche Salze. K. erhöht auf kurze Zeit die Leistungsfähigkeit des Körpers in ungefährlicher Weise, auf Schleimhäuten erzeugt es Gefühllosigkeit und dient daher als lokales anästhetisches Mittel bei Operationen im Kehlkopf, bei Entfernung von Fremdkörpern aus dem Auge, bei Staroperationen, Iridektomie und bei Zahnoperationen. Es wirkt als Aphrodisiakum, paralysiert bei Morphiumsucht den Morphiumhunger und wurde auch gegen Trunksucht empfohlen.

Kokalos, nach griech. Sage König von Kameikos in Sizilien, nahm den flüchtigen Dädalos (s. d.) auf und schützte ihn vor dem verfolgenden Minos.

Kokan, Chanat, s. Chokand.

Kokarde (franz.), Bandschleife in Form einer Rosette, welche am Hut oder an der Mütze getragen wird; kam zuerst als Erkennungszeichen politischer Parteien in Frankreich auf und wurde später Nationalabzeichen. Von Frankreich aus verbreitete sich der Gebrauch der K. über das ganze christliche Europa und über Amerika. Seit 1813 wurde die K. in Deutschland allgemein getragen, später und gegenwärtig nur vom Militär und von uniformierten Beamten. Doch ist jeder Bürger, dem nicht durch gerichtliches Verfahren die Befugnis aberkannt worden ist, berechtigt, die Nationalkokarde zu tragen. Auch Soldaten wird bei gewissen Vergehen das Tragen der K. aberkannt. Die Farben derselben (Nationalfarben) sind gewöhnlich dem Landeswappen entnommen, z. B. Deutsches Reich: schwarz-weiß-rot, Preußen: schwarz-weiß, Sachsen (Königreich und Herzogtümer): grün-weiß, Württemberg: schwarz-rot, Baden und Lippe-Detmold: rot-gelb, Großherzogtum Sachsen: schwarz-grün-gelb, Mecklenburg: rot-gelb-blau, Oldenburg: blau-rot, Braunschweig: hellblau-gelb, Lippe-Bückeburg: rot-blau-weiß, Anhalt: dunkelgrün, Waldeck und Reuß: schwarz-rot-gelb, Hansestädte: rot-weiß, Elsaß-Lothringen: schwarz-weiß-rot. Die Truppen derjenigen Bundesstaaten, welche mit Preußen speziell Militärkonventionen abgeschlossen haben, tragen außer ihrer Landeskokarde auch die preußische K. Die Marine trägt die deutsche K. Österreich: gelb-schwarz. Ungarn: rot-weiß-grün, Bayern und Schwarzburg: blau-weiß, Rußland: gelb-schwarz-weiß, Italien: grün-weiß-rot, Frankreich: blau-weiß-rot (die ursprüngliche Farbe der französischen K. war weiß; im Beginn der französischen Revolution 1789 traten die Farben der Stadt Paris, blau und rot, hinzu).

Kokardenstruktur (Ringelerz), s. Gang, S. 891 (mit Tafel "Gangbildungen", Fig. 9).

Kokastrauch, s. Erythroxylon.

Kokel (Großer und Kleiner K., ungar. Küküllö), zwei Flüsse in Siebenbürgen, entspringen in einer Höhe von 950 m in den Karpathen, im ungarischen Komitat Udvarhely, fließen gegen W., vereinigen sich bei Blasendorf und münden nach einem Laufe von 190, bez. 145 km in die Maros.

Kokelburg, 1) Groß-K. (ungar. Nagy-Küküllö, spr. nadj-), ungar. Komitat in Siebenbürgen, grenzt an Unterweißenburg, Klein-Kokelburg, Udvarhely, Kronstadt, Fogaras und Hermannstadt, umfaßt 3116 qkm (56,6 QM.), ist durchaus bergig, wird im N. vom Großen Kokel (Küküllö), im S. von der Aluta bewässert, hat ein mildes Klima, (1881) 132,454 sächsische, rumänische und ungar. Einwohner und ist besonders im NW. sehr fruchtbar. Getreidebau, Viehzucht und Handel sind lebhaft. Komitatssitz ist Schäßburg. - 2) Klein-K. (Kis-Küküllö, spr. kisch-), ungar. Komitat (Siebenbürgen), liegt nördlich von Groß-K., wird von Unterweißenburg, Torda-Aranyos, Maros-Torda und Udvarhely begrenzt und ist 1645 qkm (29,9 QM.) groß. Durch die Mitte des sehr fruchtbaren Komitats fließt der Kleine und an der Südgrenze der Große Kokel (Küküllö); die Zahl der Einwohner (meist Rumänen, daneben Ungarn und Sachsen) beträgt (1881) 92,214, die meist der griechisch-orientalischen und griechisch-katholischen Kirche angehören. Hauptort ist Elisabethstadt.

Kokett (franz. coquet), gefallsüchtig; Kokette, gefallsüchtige Frau; Koketterie, Gefallsucht; kokettieren, sich gefallsüchtig benehmen.

Kokkelskörner, s. Anamirta.

Kokkolin (Kokkulin), s. v. w. Pikrotoxin.

Kokkolith, s. Augit.

Kokkolithen, s. Bathybius.

Kokkosphären, s. Bathybius.

Kokkusrot, s. Karminsäure.

Kokon (franz., spr. -óng), Gehäuse, welches die Larven verschiedener Insekten, besonders die Raupen der Schmetterlinge, anfertigen, um sich darin zu verpuppen. Sie verwenden dazu einen Saft, welcher aus den Spinndrüsen als Flüssigkeit austritt, an der Luft aber sehr schnell zu Fäden erstarrt, die von der Larve versponnen werden. Die Kokons der Seidenraupen liefern die Seide. Auch gewisse Käfer, Spinnen und Würmer verfertigen einen K. zur sichern Unterbringung ihrer Eier.