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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Kondolenz - Konek.

Münch. 1886). Im übrigen vgl. die einzelnen Artikel (Bonbons, Dragee, Einmachen etc.).

Kondolenz (lat.), Beileid, Beileidsbezeigung; kondolieren, sein Beileid bezeigen.

Kondominalretrakt (lat., Kondominialrecht, Ganerbenrecht), das Näherrecht (s. d.), welches im Miteigentum seinen Grund hat.

Kondominat (lat.), die Gesamtherrschaft mehrerer Gebieter über einen Landesteil, eine Stadt etc. So bestand z. B. bis 1867 ein K. Hamburgs und Lübecks über Bergedorf, das jetzt Hamburg allein gehört.

Kondor (span. condór, Sarcoramphus Dum.), Gattung aus der Ordnung der Raubvögel und der Familie der Kondore (Cathartidae), große Vögel mit verhältnismäßig gestrecktem Leib, langen, ziemlich schmalen, zugespitzten Flügeln, langem Schwanz, hohen, langzehigen Füßen, mittellangem Hals, kleinem, langem Kopf und langem, rundlichem, seitlich zusammengedrücktem, starkhakigem, an der Wurzel mit weicher Wachshaut bedecktem Schnabel, welcher beim Männchen an der Wurzel mit einem Kamm, in der Kinngegend mit einem Hautlappen verziert ist. Kopf und Oberhals sind nackt. Der K. (S. condor Less.), 1 m lang, 2,75 m breit (Männchen), ist schwarz, die äußersten Deckfedern und die aus haarigwolligen Federn bestehende Krause sind weiß, die Armschwingen weiß gesäumt, die Schulterfedern weiß; Hinterkopf, Gesicht und Kehle sind schwärzlichgrau, der Hautlappen an der Kehle, die Hautfalten an den Halsseiten lebhaft rot, der Hals fleischrot, das Auge rot, der Schnabel schwarz, an den Seiten und an der Spitze gelb, der Fuß dunkelbraun. Er bewohnt die Andes Südamerikas von Quito bis 45° südl. Br., findet sich besonders zwischen 3-5000 m ü. M., erreicht im Flug aber Höhen von 7000 m und stürzt sich aus denselben in wenigen Minuten bis zum Meer herab. Im äußersten Süden findet er sich auf den Klippen an der Küste. Er lebt in Gesellschaften von 40-50 Stück, nährt sich hauptsächlich von Aas, raubt auch junge Ziegen und Lämmer, stürzt Vicunnas, Huanakos und andre Tiere in Abgründe und besitzt wenig Scheu vor dem Menschen. In seiner Lebensweise zeigt er sich als echter Geier. Er brütet einsam auf unzugänglichem Felsen und legt zwei große, weiße Eier, oft auf den nackten Boden. Die Indianer fangen den K. lebend, um ihn auf alle Weise zu peinigen, und benutzen das Herz und die Schleimhaut des Magens medizinisch. Bei den alten Peruanern spielte der K. in Glaubenssachen eine große Rolle. In der Gefangenschaft, die er gut erträgt, wird er bisweilen sehr zahm. In den Urwäldern und den bewaldeten Ebenen vom 32.° südl. Br. bis Mexiko und Texas, im Gebirge nur bis 1500 m lebt der Königsgeier (S. papa Dum.), welcher 90 cm lang und 1,8 m breit wird, am Vorderrücken und den obern Flügeldeckfedern lebhaft rötlichweiß, am Bauch und den Unterflügeldeckfedern weiß, an den Fittichen und dem Schwanz schwarz ist; die Halskrause ist grau, Scheitel und Gesicht sind fleischrot, mit borstenartigen Federn besetzt und mit dunkelroten, rundlichen Warzen geziert. Das Auge ist silberweiß, der hohe, lappige Kamm schwärzlich, der Schnabel schwarz, in der Mitte rot, an der Spitze gelblichweiß, die Wachshaut gelb, der Fuß schwarzgrau. Er nährt sich nur von Aas, behauptet andern Geiern gegenüber beim Fraße seine Übermacht, nistet auf Bäumen und legt zwei weiße Eier.

Kondratowicz, poln. Dichter, s. Syrokomla.

Kondrau, Dorf und Badeort im bayr. Regierungsbezirk Oberpfalz, Bezirksamt Tirschenreuth, hat (1885) 275 kath. Einwohner und einen vorzüglichen Säuerling von 9° C., der sehr viel versendet wird. Der Besuch von Gästen ist gering.

Kondrusen (Condrusii), german. Volksstamm, zu Cäsars Zeit Schutzverwandte der Treverer, wohnten zwischen diesen und den Eburonen am rechten Ufer der mittlern Maas im Ardennengebirge.

Konduite (franz.), Aufführung, Betragen; Lebensart, feine Sitte; auch s. v. w. Führungs-, Sittenzeugnis.

Konduitenliste (Führungsliste), Übersicht über den Lebensgang, die moralischen und Berufseigenschaften, das Verhalten, die Befähigung zu weiterm Aufrücken etc. von Offizieren und Beamten, welche, von den Vorgesetzten auf Ehre und Pflicht aufgestellt, an die höhern Behörden zu bestimmten Terminen eingesandt zu werden pflegten. Für Offiziere sind die Personal- u. Qualifikationsberichte (s. d.) an Stelle der geheimen K. getreten.

Kondukt (lat., "Begleitung"), Geleit, vorzüglich bei feierlichen Leichenbegängnissen (Leichenkondukt).

Kondukten (lat.), in der Orgel die Windführungen von der Windlade zu den auf besondere Pfeifenbänder gestellten größten Pfeifen, die auf der Lade nicht Platz haben. Die K. sind gewöhnlich zinnerne Röhren von geringem Durchmesser.

Kondukteur (franz., spr. -tör), Führer, Aufseher, der Schaffner bei Eisenbahnzügen, Omnibuswagen etc., auch Aufseher über Vermessungen, Bauten (Baukondukteur).

Konduktion (lat.), Leitung, Mietung, Pachtung.

Konduktor (lat., "Leiter"), in der Physik Hauptleiter der Elektrisiermaschine (s. d.); in der Chirurgie ein Instrument, das bei einer chirurgischen Operation andre Werkzeuge leitet (z. B. die Hohlsonde).

Konduriotis, 1) Lazaros, ein um die Befreiung seines Vaterlandes verdienter Grieche, war geboren um 1768 auf der Insel Hydra, wo er als einer der angesehensten und reichsten Schiffsreeder lebte. Als 1821 der griechische Unabhängigkeitskampf begann, brachten die Brüder K. der Befreiung des Vaterlandes so bedeutende Opfer an Geld, daß sie selbst verarmten. Daneben förderte K. als Präsident des Senats seiner Insel die Sache Griechenlands durch seinen Rat und seinen großen Einfluß auf seine Landsleute. Seine Verdienste wurden ihm jedoch unter Kapo d'Istrias und später vielfach mit Undank vergolten und erst nach seinem 17. Juni 1852 auf Hydra erfolgten Tod öffentlich anerkannt.

2) Georg, Bruder des vorigen, ebenfalls Schiffsreeder zu Hydra, stand 1824 und 1825 als Präsident an der Spitze des griechischen Vollziehungsrats und trat in den folgenden Jahren nebst seinem Bruder mit Erfolg an die Spitze der Opposition gegen die englische Partei in Griechenland sowie später gegen die Präsidentschaft Kapo d'Istrias'. 1843 war K. Präsident des Staatsrats; er starb 1858.

Kondylome, s. Feigwarzen.

Köne, Johann Rotger, Philolog, geb. 14. Aug. 1799 zu Berghausen in Westfalen, studierte zu Bonn und Münster und wirkte seit 1829 als Lehrer am Gymnasium zu Münster, wo er 12. Nov. 1860 starb. Von seinen Schriften verdienen Erwähnung: "Über die Sprache der römischen Epiker" (Münst. 1840); die Ausgabe des "Heliand" (mit Übersetzung und Anmerkungen, das. 1855) und "Der altsächsische Beichtspiegel zur Zeit des heil. Liudgerus" (das. 1860).

Konek, Alexander, ungar. Rechtslehrer und Statistiker, geb. 18. Aug. 1819 zu Pest, studierte daselbst, wurde 1850 an der Rechtsakademie in Preßburg und 1854 an der Pester Universität zum Pro-^[folgende Seite]