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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Konrad

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Konrad (Kaiser und Könige von Deutschland).

26. März 1027 die Kaiserkrone empfing. Er durcheilte nun Unteritalien, um auch dort seine Herrschaft zu befestigen, und kehrte im Mai nach Deutschland zurück; wo er die Empörung seines Vetters Konrad des jüngern, seines Stiefsohns Ernst von Schwaben (s. Ernst 21), der sich in seinem Erbrecht auf Burgund verkürzt glaubte, und der Grafen Welf II. und Werner von Kyburg rasch unterdrückte, seine Anwartschaft auf Burgund durch einen neuen Vertrag mit. König Rudolf in Basel sicherte sowie die Wahl und Krönung seines elfjährigen Sohns Heinrich zum deutschen König 1028 erlangte. Weniger glücklich waren seine Feldzüge gegen Mieczislaw von Polen und Stephan von Ungarn, welche verheerende Einfälle in das Reich gemacht hatten (1028-1030). Erst nachdem Ernst von Schwaben mit seinem Anhang im August 1030 seinen tragischen Untergang gefunden, gelang es K., Mieczislaw zur Unterwerfung und Abtretung aller Eroberungen zu zwingen (1032), worauf die Marken an der Ostgrenze des Reichs wiederhergestellt wurden. Unterdessen war 6. Sept. 1032 König Rudolf von Burgund gestorben, und Odo, Graf von Champagne, Sohn der ältesten Schwester Rudolfs, machte sein Erbrecht geltend. Aber K. zog sofort mit Heeresmacht nach Burgund, wurde in Peterlingen gekrönt, fiel in das Gebiet seines Gegners ein, der seine Verzeihung persönlich erflehen mußte, und unterdrückte den Widerstand der burgundischen Großen, welche der deutschen Herrschaft widerstrebten; in Genf wurde er nochmals 1034 feierlich mit der burgundischen Königskrone geschmückt und vereinigte so dies Königreich dauernd mit dem Deutschen Reich. Sein Streben ging nun darauf aus, die königliche Gewalt zu befestigen und erblich zu machen. Zu diesem Zweck führte er die Erblichkeit der Lehen durch, welche den Fürsten gegenüber schon seine Vorgänger nicht mehr hatten anfechten können, durch deren Anerkennung aber auch die Lehnsmannen der Fürsten unabhängiger wurden, die nun im Königtum einen Schutz ihrer Freiheit erblickten; überhaupt schützte K. die unterdrückten niedern Stände durch Erhaltung des Friedens, strenge Gerechtigkeitspflege und Auszeichnung von Dienst- und Bauernrechten. Die Herzogtümer gab er mit Ausnahme von Sachsen und Lothringen seinem Sohn oder vereinigte sie mit dem Königtum. Das Investiturrecht übte er ganz nach politischen Gesichtspunkten aus; er vergab Bistümer und Abteien, um seine Getreuen zu belohnen und seine Anhänger zu mehren. Der Aufstand der Valvassoren in Oberitalien gegen Erzbischof Aribert von Mainz rief K. 1036 noch einmal nach Italien. Er hielt 1037 auf der Reichsversammlung in Pavia strenges Gericht über Aribert, belagerte aber sodann Mailand vergeblich. Hier im Heerlager vor Mailand war es, wo er (20. Mai 1037) die folgenreiche Konstitution (Edictum de beneficiis) erließ, nach welcher die kleinern, nicht unmittelbar vom Reiche genommenen Lehen vom Vater auf den Sohn, vom Bruder auf den Bruder erblich übergehen sollten. Auf dem Rückzug aus Italien ward ein großer Teil des kaiserlichen Heers von einer Pest dahingerafft. K. selbst kam an der Gicht kränkelnd in Deutschland an. Nachdem er im Herbst 1038 zu Solothurn seinem Sohn Heinrich das Königreich Burgund übertragen, ereilte ihn in Utrecht 4. Juni 1039 der Tod. Man brachte seine Leiche nach Speier, zu dessen Dom er 1030 den Grundstein gelegt hatte. Konrads Leben beschrieb sein Kaplan Wipo (deutsch, Berl. 1877). Vgl. Mücke, Kaiser K. II. u. Heinrich III. (Halle 1873); H. Breßlau, Jahrbücher des Deutschen Reichs unter K. II. (Leipz. 1879-84, 2 Bde.).

3) K. III., der erste deutsche König aus dem Haus der Hohenstaufen, Sohn des Herzogs Friedrich von Schwaben und der Agnes, Tochter Heinrichs IV., geb. 1093, erhielt von Kaiser Heinrich V. das Herzogtum Franken. Als nach der Wahl Lothars 1125 sein Bruder Friedrich geächtet wurde (1126), empörte er sich mit diesem gegen den König, legte sich den Königstitel bei und ließ sich 1128 zu Mailand die lombardische Krone aufsetzen. Indes als der Papst den Bann über ihn aussprach und er sich Roms nicht bemächtigen konnte, sank sein Ansehen rasch, und er hielt sich nur mit Mühe noch einige Zeit in Parma. Nach Deutschland zurückgekehrt, söhnte er sich 1135 mit Lothar aus und begleitete denselben 1136 auf seinem zweiten Römerzug. Nach Lothars Tod wurde er 7. März 1138 zu Koblenz von wenigen Fürsten mit Übergehung Heinrichs des Stolzen zum deutschen König gewählt und von dem päpstlichen Legaten 13. März zu Aachen gekrönt. Sein Mut, seine Mäßigung und Milde sowie die Furcht der deutschen Fürsten vor der Übermacht des welfischen Hauses bewogen die meisten Fürsten, diese formlose Wahl in Bamberg anzuerkennen und K. zu huldigen. Heinrich lieferte die Reichskleinodien aus; als aber K. auf einem Fürstentag zu Augsburg die Vereinigung zweier Herzogtümer in Einer Hand für unstatthaft erklärte und Heinrich sich weigerte, freiwillig auf Sachsen zu verzichten, sprach K. in Würzburg die Reichsacht über ihn aus und gab das Herzogtum Sachsen Albrecht dem Bären. So entstand der verhängnisvolle Streit der Welfen und Waiblinger. Der Kampf begann in Sachsen, indem Albrecht der Bär sogleich einen großen Teil des Landes eroberte. Im Mai 1139 sprach K. dem Herzog Heinrich auch Bayern ab und verlieh dieses Herzogtum dem Markgrafen Leopold von Österreich, seinem Stiefbruder, und dieser drang siegreich bis zum Lech vor. In Sachsen fand Heinrich jedoch kräftige Unterstützung und zwang Albrecht zur Flucht. Im Oktober 1139 starb jedoch Heinrich mit Hinterlassung eines zehnjährigen Sohns, Heinrich, später "der Löwe" genannt. Zur Verteidigung der Ansprüche desselben trat in Bayern Welf auf, der Bruder Heinrichs des Stolzen. K. zog noch im Winter 1140 wider Welf zu Felde und trug bei dem Städtchen Weinsberg in Schwaben 20. Dez. einen entscheidenden Sieg davon, worauf sich Weinsberg ergab (Sage von den Weibern von Weinsberg). Auf dem glänzenden Reichstag zu Frankfurt 3. Mai 1142 kam eine Versöhnung zwischen beiden Parteien zu stande: Sachsen erhielt Heinrich der Löwe zurück, verzichtete aber auf Bayern, das nach Leopolds Tode dessen Bruder Heinrich Jasomirgott bekam. K. unternahm darauf einen Zug nach Böhmen, wo er Wladislaw II. als Herzog einsetzte, während ein Krieg gegen Polen (1146) zu gunsten seines Schwagers, des vertriebenen Wladislaw, erfolglos blieb. Am 27. Dez. 1146 entschloß sich K. nach längerm Widerstreben auf Bernhards von Clairvaux Drängen zur Teilnahme an dem zweiten Kreuzzug, ließ seinen minderjährigen Sohn Heinrich zu seinem Nachfolger erwählen, übertrug dem Erzbischof Heinrich von Mainz die Reichsregierung und zog im Mai 1147 mit 70,000 geharnischten Rittern die Donau hinab nach Konstantinopel, überschritt den Bosporus und drang in Kleinasien ein, wo er aber bald durch Hunger und das Schwert der Türken sein Heer großenteils verlor. Er kehrte daher nach Konstantinopel zurück, gelangte im März 1148 zu Schiff nach Palästina und unternahm im Juli mit König Ludwig VII. von Frankreich den erfolglosen Zug gegen Damaskus, worauf