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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Konrad

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Konrad (Lothringen, Mainz, Meißen).

er nach Deutschland zurückkehrte. Die Strapazen des Kreuzzugs hatten seine geistige Kraft gelähmt. Er überließ den Krieg wider den Herzog Welf seinem Sohn Heinrich, der jenen auch 8. Febr. 1150 bei Flochberg entscheidend schlug, und versöhnte sich später mit dem alten Gegner, während nun Heinrich der Löwe die Fahne des Aufruhrs erhob. Inzwischen nahm Konrads Kränklichkeit zu, namentlich seit dem plötzlichen Tod seines Sohns Heinrich, und er starb 15. Febr. 1152 in Bamberg, noch ehe er die beabsichtigte Romfahrt hatte unternehmen können. Zu seinem Nachfolger bestimmte er, da sein zweiter Sohn, Friedrich, noch ein Kind war, seinen Neffen, den Herzog Friedrich III. von Schwaben. Hierdurch sicherte er seinem Haus die glanzvolle Stellung, welche er selbst zu erreichen nicht im stande gewesen. Vermählt war K. mit Gertrud, Tochter des Grafen Berengar von Sulzbach. Vgl. Jaffé, Geschichte des Deutschen Reichs unter K. III. (Hannov. 1845); Bernhardi, Jahrbücher des Deutschen Reichs unter K. III. (Leipz. 1883).

4) K. IV., der zweite Sohn Kaiser Friedrichs II. von dessen Gattin Isabella, der Erbin von Jerusalem, geb. 1228, erhielt 1235 das Herzogtum Schwaben, ward 1237 an der Stelle seines abgesetzten Bruders Heinrich von den deutschen Fürsten zum römischen König ernannt und gekrönt und führte bei seines Vaters langer Abwesenheit in Italien, zuerst unter der Leitung Siegfrieds von Eppstein, Erzbischofs von Mainz, die Regierung in Deutschland. Er begegnete den Unabhängigkeitsgelüsten der deutschen Großen mit ebensoviel Klugheit wie Kraft. Nachdem er seinem Vater 1238 deutsche Truppen nach Italien zur Verstärkung zugeführt hatte, hielt er im Sommer 1240 zu Eger einen Reichstag, wo sich die Fürsten der deutschen Kirche offen gegen den Papst erklärten; indes bald bildete sich auch in Deutschland eine päpstliche Partei, an deren Spitze Erzbischof Siegfried stand, so daß K. am Rhein fortwährende Kämpfe zu bestehen hatte. Gegen den am 22. Mai 1246 gewählten Gegenkönig Heinrich Raspe erlitt er zwar 5. Aug. durch den Verrat des Grafen von Württemberg bei Frankfurt eine Niederlage; aber von den Städten und dem Herzog Otto von Bayern, der ihm 1. Sept. seine Tochter Elisabeth zur Gemahlin gab, verstärkt, behauptete er sich in Süddeutschland und trieb Heinrich nach Thüringen zurück, wo dieser 17. Febr. 1247 starb. Dem hierauf zum Gegenkönig erwählten Grafen Wilhelm von Holland gelang es erst nach einigen Jahren, ein Heer aufzubringen. Unterdes war Friedrich II. (13. Dez. 1250) in Italien gestorben. Einem auf Anstiften des Bischofs von Regensburg 29. Dez. 1250 auf sein Leben gemachten Anschlag entging K. zwar; den Stürmen aber, welche der alte Erbfeind seines Hauses, der Papst, samt dem Klerus und in Verbindung mit der Habgier der weltlichen Großen wider ihn, den "Herodessohn", erregte, war seine Kraft nicht gewachsen. Mit einem Heer, das er in Bayern und Schwaben gesammelt, zog er im Frühjahr 1251 gegen Wilhelm von Holland, ward jedoch von demselben bei Oppenheim geschlagen und mußte nach Bayern zurückgehen. Um in Italien seine Hausmacht zu befestigen, warb er mittels Verpfändung seines Hausguts in Schwaben eine Anzahl Krieger, langte im Oktober 1251 in Verona an, fuhr zu. Schiffe von Pola nach Siponto, unterwarf sich mit Hilfe Manfreds Apulien und eroberte Capua und 10. Okt. 1253 Neapel, ward aber, im Begriff, an der Spitze eines großen Heers auch in Deutschland seine Herrschaft wiederherzustellen, von einem Fieber befallen, dem er 20. Mai 1254 zu Lavello unweit Melfi erlag; er hinterließ einen zweijährigen Sohn gleichen Namens, den die Italiener später Konradin (s. d.) nannten. Vgl. Schirrmacher, Die letzten Hohenstaufen (Götting. 1871).

[Lothringen.] 5) K. der Rote, Herzog von Lothringen, war ein in Rheinfranken reichbegüterter Graf, der sich König Ottos I. Gunst durch Tapferkeit im Kriege gegen die aufständischen Herzöge erworben hatte und 944 das Herzogtum Lothringen und bald darauf die Hand der Tochter des Königs, Liutgard, erhielt. Er begleitete den König 951 auf dessen erstem Zug nach Italien und wurde von demselben bei seiner Rückkehr nach Deutschland 952 als Statthalter in Pavia eingesetzt. Da er hier mit dem Gegner Ottos, Berengar, einen Vertrag schloß, wonach derselbe gegen Anerkennung Ottos I. als Oberlehnsherrn das Königreich Italien erhalten sollte, wurde er vom König mit Vorwürfen überhäuft und verband sich mit dessen Sohn Liudolf von Schwaben 953 zum Sturz des verhaßten Herzogs Heinrich von Bayern, dem beide die feindliche Gesinnung des Königs zuschrieben. Sie zwangen Otto in Mainz zu einem schimpflichen Vertrag, den aber dieser, nach Sachsen zurückgekehrt, für ungültig erklärte. Da K. in Fritzlar nicht erschien, um sich zu verantworten, wurde er seines Herzogtums für verlustig erklärt, hielt sich zwar in Mainz, konnte sich aber in seinem Herzogtum nicht behaupten, wo die Grafen und Herren sich sofort gegen seine strenge Herrschaft empörten. Als er gar mit den Reichsfeinden, den Ungarn, die 954 bis an den Rhein vordrangen, sich verbündete, wandten sich alle seine Anhänger von ihm, und er mußte sich in Langenzenn dem König unterwerfen, erhielt indes nur seine Eigengüter zurück. Tapfer kämpfend an der Spitze der Franken, fiel er in der Schlacht auf dem Lechfeld gegen die Ungarn 10. Aug. 955 durch einen Pfeilschuß in die Kehle und wurde in Worms bestattet. Er ist der Stammvater des salischen Kaiserhauses; Konrad II. war sein Urenkel.

[Mainz.] 6) K. I., Erzbischof von Mainz, geborner Graf von Wittelsbach, Bruder Ottos von Wittelsbach, des ersten Herzogs von Bayern, wurde 1161 nach des Erzbischofs Arnold Ermordung vom Kaiser Friedrich I. anstatt der von der Mainzer Geistlichkeit erwählten Kandidaten Rudolf von Zähringen und Christian von Buch zum Erzbischof ernannt. Als er jedoch den vom Kaiser eingesetzten Papst Paschalis III. nicht anerkennen wollte und 1165 nach Frankreich zu Alexander III. flüchtete, ward er abgesetzt. 1166 begleitete er den Papst, der ihm die Kardinalswürde verlieh, nach Italien und wurde 1177 nach dem Frieden von Venedig zum Erzbischof von Salzburg ernannt. Nach Christian von Buchs Tod nahm er 1183 das Erzbistum Mainz wieder in Besitz, stand fortan dem Kaiser treu zur Seite, beteiligte sich 1197 an dem Kreuzzug und that sich durch seine glänzenden Kriegsthaten im Morgenland hervor; auch krönte er Leo von Tarsos zum König von Armenien. 1200 nach Deutschland zurückgekehrt, suchte er durch seine Vermittelung den Ausbruch des Bürgerkriegs zwischen Philipp von Schwaben und Otto von Braunschweig zu verhindern, starb aber 25. Okt. 1200 auf der Rückreise von einer Gesandtschaft in Ungarn. Vgl. Will, K. von Wittelsbach, Kardinal etc. (Regensb. 1880).

[Meißen.] 7) Markgraf von Meißen, Sohn des Grafen Thimo, der sich nach der von ihm erbauten Burg Wettin nannte, geb. 1098, bekämpfte seinen Vetter, den Markgrafen Heinrich II. von Meißen