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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Kraurit; Kraus; Krausbeere; Krausbouillon; Krausdistel; Krause

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Kraurit - Krause.

hohenzollerisches Schloß mit Park, eine Glashütte und 900 Einw.

Kraurit, s. Grüneisenstein.

Kraus, 1) Christian Jakob, Philosoph, geb. 27. Juli 1753 zu Osterode, widmete sich in Königsberg und Berlin humanistischen, mathematischen und philosophischen Studien, besuchte als Hauslehrer eines Studierenden noch Göttingen und ward 1781 Professor der praktischen Philosophie und Kameralwissenschaften in Königsberg, wo er 25. Aug. 1807 starb. Der bedeutendste Lehrer neben Kant, übte er, angeregt durch das bekannte Werk von Ad. Smith, einen großen Einfluß auf die Gestaltung der staatswirtschaftlichen Gesetzgebung Preußens aus. Aus seinem handschriftlichen Nachlaß veröffentlichte H. v. Auerswald die "Staatswirtschaft" (Königsb. 1808 bis 1811, 5 Bde.; neue Ausg., Bresl. 1837) und "Vermischte Schriften" (Königsb. 1808-13, 7 Bde.), und Johannes Voigt fügte in einem 8. Bande (das. 1819) eine Biographie K.' nebst Auszügen aus dessen Briefen hinzu. Vgl. Krause, Beiträge zum Leben von C. J. K. (Königsb. 1881).

2) Friedrich, Maler, geb. 27. Mai 1826 auf dem Gut Krottingen bei Memel, besuchte das Gymnasium zu Königsberg und begann etwa im 19. Jahr seine künstlerischen Studien auf der Akademie daselbst. Später studierte er in Berlin, hielt sich 1852-54 in Paris und ein Jahr in Rom auf und siedelte dann nach Berlin über. Er schildert mit Vorliebe in Genrebildern das Leben der höhern Stände unsrer Tage, namentlich das der Damen. Seine Bilder sind psychologisch fein und liebenswürdig empfunden und, dem Gegenstand entsprechend, bald breiter und kräftiger, bald mit eleganter Sauberkeit durchgeführt. Seine bekanntesten Werke sind: die neue Robe, Stadtneuigkeiten, Besuch des Bürgermeisters Six bei Rembrandt, Tizian und seine Geliebte, die Morgenvisite, die Wochenstube, im Boudoir, die erwachende Bacchantin. Er hat auch zahlreiche, vornehm aufgefaßte Porträte gemalt (Graf und Gräfin Lehndorff) und wurde 1885 zum Mitglied der Akademie erwählt.

3) Franz Xaver, kath. Theolog und Kunstarchäolog, geb. 18. Sept. 1840 zu Trier, studierte hier, in Freiburg und Bonn Theologie und Philologie, befaßte sich während eines längern Aufenthalts in Paris vorzüglich mit archäologischen und paläographischen Studien und wurde 1865 Benefiziat in Pfalzel bei Trier. In Frankreich mit den Hauptvertretern des liberalen Katholizismus (Lacordaire, Montalembert) in Beziehung getreten, suchte K. dieser Richtung in der deutschen Presse und Litteratur Eingang zu verschaffen. 1872 wurde K. als außerordentlicher Professor für Kunstarchäologie an die Universität Straßburg und von hier 1878 als Professor der Kirchengeschichte an die Universität Freiburg berufen. Von seinen Schriften nennen wir: "Die Blutampullen der römischen Katakomben" (Frankf. 1868); "Lehrbuch der Kirchengeschichte für Studierende" (3. Aufl., Trier 1887); "Beiträge zur trierischen Archäologie und Geschichte" (das. 1868, Bd. 1); "Das Spottkruzifix vom Palatin" (Freiburg 1872); "Über den gegenwärtigen Stand der Frage nach dem Inhalt und der Bedeutung der römischen Blutampullen" (das. 1872); "Die christliche Kunst in ihren frühsten Anfängen" (Leipz. 1872); "Roma sotterranea. Die römischen Katakomben" (Freiburg 1873, 2. Aufl. 1879); "Über das Studium der Kunstwissenschaft an den deutschen Hochschulen" (Straßb. 1874); "Kunst und Altertum in Elsaß-Lothringen" (im amtlichen Auftrag herausgegeben, das. 1876-87, Bd. 1-3); "Straßburger Münsterbüchlein" (das. 1877); "Charakterbilder aus der christlichen Kirchengeschichte" (Trier 1879); "Synchronistische Tabellen zur christlichen Kunstgeschichte" (Freiburg 1880); "Realencyklopädie der christlichen Altertümer" (das. 1882-86, 2 Bde.).

4) Viktor, Ritter von, österreich. Historiker, geb. 2. Nov. 1845 zu Prag, Sohn des Generalstabsarztes Felix, Ritter von K. (gest. 1875), studierte 1863-67 in Wien, dann bis 1868 in Berlin Geschichte, trat 1868 in das Lehrfach ein und ward 1870 Professor am Leopoldstädter Gymnasium. 1880 gehörte er zu den Gründern des Deutschen Schulvereins, redigierte dessen "Mitteilungen", ist Obmann-Stellvertreter und Referent für Böhmen, wo er zahlreiche Schulen und Kindergärten ins Leben gerufen hat. 1883 ward er in Steiermark zum Abgeordneten des Reichsrats gewählt, in dem er sich der vereinigten Linken anschloß. Er schrieb: "Englische Diplomatie im Jahr 1527" (Wien 1871), "Zur Geschichte Österreichs unter Ferdinand I., 1519-22" (das. 1873), "Kaiser Maximilian I." (das. 1877), "Maximilians I. Beziehungen zu Siegmund von Tirol in den Jahren 1490-96" (das. 1879), "Das Nürnberger Reichsregiment" (Innsbr. 1883) u. a. und gab "Maximilians I. vertraulichen Briefwechsel mit Siegmund, Freiherrn zu Stettenberg" (das. 1875) heraus.

Krausbeere, s. v. w. Stachelbeere, Preiselbeere.

Krausbouillon, s. Kantillen.

Krausdistel, s. Eryngium.

Krause, 1) Georg Friedrich, Forstmann und staatswirtschaftl. Schriftsteller, geb. 2. April 1768 zu Prenzlau, wurde 1794 Artillerieleutnant, 1800 Direktor der Forstplankammer und Oberforstrat in Berlin, 1802 Dozent an der Forstschule daselbst, 1809 Staatsrat und Oberforstmeister; 1817 pensioniert, starb er 22. Nov. 1836 in Weimar. Er schrieb: "Anleitung zur Abschätzung und Berechnung des Geldwerts der Forstgrundstücke" (Leipz. 1812); "Kompendium der höhern Forstwissenschaften" (das. 1824); "Anleitung zur Behandlung des Mittelwaldes" (das. 1829); "Versuch eines Systems der National- und Staatsökonomie" (das. 1830); "Über die Ablösung der Servituten und Gemeinheiten in den Forsten" (Gotha 1833); "Über die Forstgesetzgebung in Deutschland" (das. 1834).

2) Karl Christian Friedrich, philosophischer und freimaurer. Schriftsteller, geb. 6. Mai 1781 zu Eisenberg im Altenburgischen, studierte in Jena unter Fichte und Schelling Philosophie, habilitierte sich 1802 daselbst als Privatdozent, wurde 1805 Lehrer an der Ingenieurakademie in Dresden, ließ sich 1814 in Göttingen als Privatdozent nieder, ohne es aber zu einer Professur bringen zu können, siedelte 1831 in gleicher Absicht nach München über, starb aber daselbst schon 27. Sept. 1832, ohne seinen Zweck erreicht zu haben. K. ist Begründer eines eignen philosophischen Systems geworden, das er im Gegensatz zu dem Schelling-Hegelschen Pantheismus (All-Gott-Lehre) als Panentheismus (All-in-Gott-Lehre) und als die höhere Vereinigung sowohl des (Schelling-Hegelschen) Absolutismus als des (Kant-Fichteschen) Subjektivismus bezeichnet hat. Das gesamte Universum bildet nach K. einen "Gliedbau" von einander über- und untergeordneten Weltkörpersystemen, das gesamte Geisterreich einen ebensolchen von einander über- und untergeordneten Geisterklassen, von welchen, wie unsre Erde nur ein Glied des Weltalls, so unsre Menschheit nur einen (mit allen höhern und niedern zusammenhängenden und sich durch diese ergänzenden) Teil ausmacht. Da nun das eine