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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Kretzschmar; Kretzschmer; Kreūsa; Kreußen; Kreuth; Kreutz; Kreutzer

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Kretzschmar - Kreutzer.

Konkurs in Brüssel 1868 ebenfalls der erste Preis zuerkannt wurde, und durch seine beiden, an verschiedenen Theatern Deutschlands mit großem Erfolg aufgeführten Opern: "Die Folkunger" (1874) und "Heinrich der Löwe" (1877). Außer diesen Werken hat K. noch drei Messen und andre Kirchenkompositionen, zahlreiche Lieder, mehrere Orchesterkompositionen mit und ohne Chor (darunter "Die Pilgerfahrt"), eine Suite für Orchester: "Musikalische Dorfgeschichten", und die Spieloper "Der Flüchtling" (1880) veröffentlicht.

Kretzschmar, Eduard, Holzschneider, geb. 21. März 1806 zu Leipzig, war erst Konditor, bildete sich sodann in der Formschneidekunst unter Friedrich Unzelmann in Berlin aus und begründete seinen Ruf 1839-42 durch zahlreiche Blätter nach Adolf Menzels Illustrationen zur "Geschichte Friedrichs d. Gr." von Kugler. Es folgten zwölf Blätter nach Bildnissen preußischer Heerführer von Menzel unter dem Titel: "Aus König Friedrichs Zeit" (neue Ausg. 1886). Auch an andern Holzschnittwerken hatte K. inzwischen teilgenommen, z. B. an den "Volksmärchen" von Musäus, an dem "Nibelungenlied", den Illustrationen zu "Washington Irving" von Ritter und Camphausen, dem "Tierleben der Alpenwelt" von Fr. Tschudi, gezeichnet von G. W. Georgy, den "Vier Jahreszeiten" von Roßmäßler und seit 1846 an der "Illustrierten Zeitung". Zwei große Holzschnitte: Gustav Adolfs Tod, nach J. ^[Johann] Kirchhoff, und ein deutscher Waldteich, nach W. Schirmer, erwarben ihm die goldene Medaille für Kunst. Er starb 7. Juli 1858.

Kretzschmer, Johann Hermann, Maler, geb. 1811 zu Anklam in Pommern, kam 1829 nach Berlin, wo ihn Wach unterrichtete, und 1831 nach Düsseldorf. 1838 ging er nach Rom und besuchte 1840 und 1841 Sizilien, Griechenland, Ägypten und Konstantinopel. 1842 kehrte er nach Düsseldorf zurück, siedelte aber 1845 nach Berlin über. 1856 erhielt er das Prädikat Professor. K. pflegt das Genre in seinen weitesten Beziehungen vom historischen bis zum humoristischen; er versteht es, seine Stoffe poetisch zu gestalten. Auch Szenen aus dem orientalischen Leben hat er gemalt sowie Porträte. Seine Hauptwerke, unter denen namentlich die orientalischen in Reproduktiven weite Verbreitung gefunden haben, sind: Rotkäppchen (1833), Aschenbrödel (1836), das Frühstück in der Wüste, die Karawane im Samum (Museum zu Leipzig), die Einschiffung wider Willen (Schloß Babelsberg), die Rückkehr der Pilgerkarawane, die Landung des Großen Kurfürsten auf Rügen, des Pagen Seydlitz erste Lustfahrt mit dem Markgrafen von Schwedt, der schwarze Mann kommt, die ersten Höschen, das Wochenbett der Katze, die Geduldsprobe, Prinz Friedrich Karl mit Generalstab bei Düppel, Heimfahrt aus der Schule im Spreewald, die Trauung zu Gretna-Green, die Bildnisse von Mehemed Ali, Abbas Pascha, Abd ul Medschid u. a. Er hat auch radiert: Aus dem Leben eines Kindes (nach Reinickes Gedicht) und Ammonium (nach Freiligrath).

Kreūsa, 1) Tochter des Erechtheus, Gemahlin des Xuthos (s. d.), Mutter des Achaios und Ion. - 2) Tochter des Priamos und der Hekuba, Gemahlin des Äneas und Mutter des Ascanius. Nach Vergil verlor sie sich bei der Flucht aus Troja von ihrem Gatten, erschien ihm dann als Schatten und verkündigte ihm sein zukünftiges Schicksal. - 3) (Glauke) Tochter des Königs Kreon von Korinth, Verlobte des Iason, wurde von der eifersüchtigen Medea durch ein vergiftetes Gewand getötet.

Kreußen (Creußen), Stadt im bayr. Regierungsbezirk Oberfranken, Bezirksamt Pegnitz, am Roten Main und an der Linie Schnabelwaid-Baireuth der Bayrischen Staatsbahn, hat besuchte Viehmärkte und (1885) 1100 evang. Einwohner. K. ward 1003 von Kaiser Heinrich II. belagert und kam 1251 in den Besitz der Burggrafen von Nürnberg. In K. blühte vom Ende des 16. bis zum Ende des 17. Jahrh. eine lebhafte Steinzeugindustrie, welche vornehmlich Krüge, Kannen und Humpen von dunkelbrauner Masse und Glasur mit bemalten Reliefverzierungen erzeugte (s. Abbildung bei "Apostelkrug"). Die Kreußener Krüge werden jetzt allgemein nachgeahmt.

Kreuth (Wildbad im K.), Pfarrdorf und vielbesuchter Kurort im bayr. Regierungsbezirk Oberbayern, Bezirksamt Miesbach, 10 km südlich von Tegernsee, in einem malerischen Thal der Bayrischen Alpen, 793 m ü. M., mit Marmorbrüchen, einem Denkmal für König Maximilian I. und (1885) 684 kath. Einwohnern. Das Bad, 1817 vom König Max. Joseph von Bayern gekauft und mit den erforderlichen Bauten und Anlagen ausgestattet, ist Fideikommiß (gegenwärtiger Nutznießer Herzog Karl Theodor in Bayern). K. wird vorzugsweise wegen seiner Molkenkuranstalt besucht. Die daselbst bereitete Molke wetteifert infolge der reichen Alpenvegetation mit den besten derartigen Anstalten der Schweiz; dabei ist die Luft wegen der häufigen Regen eine mehr feuchte, beschleunigt aber durch ihre größere Dünnheit die Respiration und Zirkulation, erhöht die peripherische Thätigkeit und beschränkt die krankhaften Sekretionen. Zugleich werden zu K. Solbäder (von der Sole von Rosenheim) und Kiefernadelbäder verabreicht, und eine Bittersalzquelle (zum "Heiligen Kreuz", fälschlich meist als erdig-salinische Schwefelquelle aufgeführt) von 11° C. Temperatur bildet eine schätzenswerte Beigabe für die Brust- und Unterleibskranken, welche nach K. gesandt werden. Die Saison dauert von Juni bis Mitte September. Vgl. Primavesi, Bad K. (2. Aufl., Münch. 1872); Pletzer, Bad K. (das. 1875); May, Bad K. (Zürich 1881).

Kreutz (ungar. Körös), Komitat in Kroatien, durch die Drau von den Komitaten Zala und Somogy getrennt, grenzt an Warasdin, Agram und Belovár, umfaßt 2163 qkm (39 QM.), wird in der Mitte vom Kalnikgebirge erfüllt, ist sehr waldreich und hat (1881) 120,416 meist römisch-kath. Einwohner. Der Boden ist fruchtbar und liefert viel Getreide, Mais, Hülsenfrüchte, Gemüse, Tabak und Obst (besonders Pflaumen). Nach der neuen politischen Einteilung vom J. 1886 bildet jedoch K. nicht mehr ein selbständiges Gebiet und wurde die Vizegespanschaft K. (der südliche Teil) dem neugebildeten Komitat Belovár-K., die nördlich gelegene Vizegespanschaft Kopreinitz hingegen dem benachbarten Komitat Warasdin einverleibt. - Die königliche Freistadt K. (kroat. Križevac, ungar. Körös), Station der Ungarischen Staatsbahnlinie Zákány-Agram und bisheriger Hauptort des Komitats, ist Sitz eines griechisch-unierten Bischofs und eines Gerichtshofs, hat ein bischöfliches Palais, 2 Kirchen, (1881) 3655 Einw., Getreide- und Weinbau, Viehzucht und eine land- und forstwirtschaftliche Lehranstalt.

Kreutzer, 1) Rudolf, Violinspieler und Komponist, geb. 16. Nov. 1766 zu Versailles von deutschen Eltern, erhielt durch Stamitz und Viotti Unterricht im Violinspiel und wurde, indem er die Spielart des letztern weiter ausbildete, ein Hauptvertreter jener berühmten Violinistenschule, die, von Italien ausgegangen, in Frankreich durch Baillot, K. und Rode