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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Kufische Schrift; Kufra; Kufstein; Kuftgari; Kugel

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Kufische Schrift - Kugel.

(696 n. Chr.) wurde durch die Münzreformation Abd ul Meliks der rein kufische Typus allgemein eingeführt, welcher auf beiden Seiten im Felde das mohammedanische Glaubenssymbol und Koranstellen, im Umkreis des Revers eine ebensolche, des Avers Ort und Zeitbestimmung enthält. Die omejjadischen und abbassidischen Münzen zeigen den kufischen Typus am reinsten. Wichtige Werke über diesen Münzzweig lieferten Chr. Adler, die beiden Tychsen, Castiglioni, Möller, vor allen Frähn; dann Marsden, Tornberg, Doon, Soret, Tiesenhausen, Lane Poole ("Catalogue of oriental coins in the British Museum"). Vgl. Stickel, Handbuch zur morgenländischen Münzkunde (Leipz. 1845-70, 2 Hefte).

Kufische Schrift, eine der ältesten Formen der arab. Schrift (s. Arabische Sprache), nach der Stadt Kufa (s. d.) benannt, wurde wahrscheinlich erst kurz vor Mohammed bei den Arabern eingeführt, diente später nur noch als Münzschrift und zu Inschriften.

Kufra (Kufara, El Kofra), Oasengruppe in der westlichen Sahara, zwischen 24-26° nördl. Br. und 19-23° östl. L. v. Gr., bestehend aus den Oasen Taiserbo (6343 qkm), Sighen (2054 qkm), Buseima (320 qkm), Erbehna (314 qkm) und Kebabo (8793 qkm), im ganzen 17,824 qkm (324 QM.) groß. Fließende Gewässer oder auch nur Wadis gibt es nicht, doch findet man Wasser überall dicht unter der Oberfläche. An Fruchtbäumen ist K. sehr reich, namentlich an Datteln, welche hier in Buschform auftreten, und von denen es 1 Million gibt. Pferde, Esel, Ziegen, Schafe und Rinder werden gehalten. Die Bevölkerung zählt aber nur 700 Köpfe, denn die meisten der Suyaaraber, welche die Datteln abernten, wohnen in Barka und halten sich nur vorübergehend in K. auf; die ansässige Bevölkerung ist auf das Kloster der Sekte Sidi Snussis, Sauya es Istat genannt, und das Dorf Dschof, beide in Kebabo, beschränkt. Die Gruppe steht in sehr losem Abhängigkeitsverhältnis zu Tripolis. Rohlfs (vgl. dessen Werk "Kufra", Leipz. 1881) erreichte K. als der erste Europäer 1879, wurde aber in Kebabo angegriffen und zum Rückzug gezwungen.

Kufstein, Stadt in Nordtirol, reizend am Inn 487 m ü. M. gelegen, Endstation der Tiroler Linie der Südbahn, in welche hier die bayrische Bahnlinie Rosenheim-K. mündet, unweit der bayrischen Grenze, mit dem am linken Innufer liegenden Zell durch eine Brücke verbunden, hat einen Bildungskurs für Kindergärtnerinnen, mit Zell (1880) 3047 Einw., Zementfabrikation (in der Umgebung von K.), Bierbrauerei, ist Sitz einer Bezirkshauptmannschaft, eines Bezirksgerichts und Hauptzollamtes und in neuerer Zeit ein beliebter Sommeraufenthalt. Darüber auf schroffem Felsen die Festung K. mit nur einem Zugang, ehemals sehr fest. Sie wurde 1366 von den Bayern erobert und 1503 von Kaiser Maximilian I. genommen, der den Kommandanten Pinzenauer mit 10 Offizieren enthaupten ließ. 1703 den Bayern wieder übergeben, in deren Händen sie bis nach der Höchstädter Schlacht blieb, kam sie 1805 mit Tirol abermals an Bayern und wurde 1809 von Speckbacher belagert und zum Teil eingeäschert. 1814 fiel sie wieder an Österreich, ward öfters als Staatsgefängnis benutzt, in neuerer Zeit aber als Festung aufgelassen. Auf dem Friedhof liegt der deutsche Nationalökonom Friedrich List, der hier seinem Leben ein Ende machte. Unfern die gotische Ottokapelle, dem Andenken des Königs Otto bei seiner Fahrt nach Griechenland gewidmet, und der Bade- und Luftkurort Kienbergklamm.

Kuftgari, bei japan. Metallarbeiten die Vergoldung oder Versilberung größerer Flächen durch Abschrapen derselben nach den Umrissen der Zeichnung und Belegen der auf solche Weise etwas vertieften Fläche mit papierdicker Gold- oder Silberfolie, die durch Anreiben oder mit Hilfe eines Kittes befestigt wird. Auf diese Weise werden unter anderm die minderwertigen Damaszierungen auf den japanischen Bronzen hervorgebracht, auch erzielt man damit im Verein mit dem Eintreiben der Metalle unter Anwendung der verschiedensten Legierungen die trefflichsten Effekte.

Kugel (Sphaera), in der Geometrie der von der Kugelfläche begrenzte Körper, oft auch s. v. w. jene selbst. Die Kugelfläche ist eine allseitig geschlossene krumme Fläche, deren Punkte alle gleichweit von einem festen Punkte, dem Mittelpunkt (Zentrum), abstehen. Diese Entfernung heißt der Halbmesser (Radius), das Doppelte derselben der Durchmesser (Diameter). Eine gerade Linie kann die Kugelfläche in nicht mehr als zwei Punkten schneiden; geht sie durch den Mittelpunkt, so ist das innerhalb der K. gelegene Stück ein Durchmesser. Jeder Schnitt der K. mit einer Ebene ist ein Kreis, dessen Radius r aus dem Kugelhalbmesser R und dem Abstand d der Ebene vom Mittelpunkt der K. mittels der Formel r = ^[img] berechnet wird. Ist d = R, so schrumpft der Kreis in einem Punkt zusammen, die Ebene berührt dann die K. in diesem Punkt, sie ist eine Tangentialebene. Eine solche steht senkrecht auf dem Radius, der nach dem Berührungspunkt geht. Wird die Schnittebene durch den Mittelpunkt gelegt, so ist der Schnitt ein größter Kugelkreis, der Mittelpunkt und Halbmesser mit der K. gemein hat und dieselbe in zwei gleiche Hälften teilt; jeder andre Schnitt ist ein Nebenkreis. Durch zwei Punkte der K., wenn sie nicht die Endpunkte eines Durchmessers sind, läßt sich nur ein einziger größter Kreis legen; der zwischen den beiden Punkten gelegene Bogen dieses größten Kreises, gemessen im Gradmaß, oder der Winkel, den die nach diesen Punkten gehenden Halbmesser der K. einschließen, ist die sphärische Entfernung beider Punkte. Eine Kugelfläche kann durch Umdrehung eines Halbkreises um seinen Durchmesser erzeugt werden; letzterer heißt dann die Achse der K., und seine beiden Endpunkte sind die Pole. Jeder Punkt des rotierenden Halbkreises beschreibt einen Kreis, dessen Mittelpunkt auf der Achse liegt. Diese Kreise liegen alle in parallelen, zur Achse senkrechten Ebenen und heißen deshalb Parallelkreise; der größte unter ihnen, dessen Mittelpunkt mit dem der K. zusammenfällt, ist der Äquator. Die sphärische Entfernung von einem Pol, die Poldistanz, ist für alle Punkte eines Parallelkreises gleich; der Pol erscheint daher als der sphärische Mittelpunkt des Parallelkreises. Für den Äquator ist die Poldistanz 90°. Die verschiedenen Lagen des rotierenden Halbkreises bilden die Meridiane der K. Der Meridianbogen von einem bestimmten Punkt bis zum Äquator ist die Breite dieses Punktes, er ergänzt die Poldistanz zu 90°. Wird ein bestimmter Meridian als erster angenommen, so gibt der Winkel zwischen diesem Meridian und einem beliebigen andern die Länge für alle Punkte des letztern an; dieselbe wird gemessen durch den Äquatorbogen zwischen beiden Meridianen. Zwei Parallelkreise begrenzen auf der Kugelfläche eine Zone, ihre Ebenen schneiden aus der K. eine körperliche Zone aus. Höhe der Zone ist das Stück der Achse zwischen beiden Parallelkreisen. Schrumpft der eine Parallelkreis in einem Punkte, dem Pol, zusammen, so geht die Zone