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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Kudrjawzew; Kudrun; Kudu; Kueitschou; Kuenen; Kuenlün; Kufa; Kufara; Kufe; Kufenräder; Küfer; Kuff; Kufische Münzen

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Kudrjawzew - Kufische Münzen.

K. und seine Mineralquellen (2. Aufl., Bresl. 1868); Scholz, Instruktionen für den Badegast in K. (Görl. 1879); "Bad K. in Schlesien" (Zürich 1887).

Kudrjawzew, Peter Nikolajewitsch, russ. Historiker auf dem Gebiet der alten, besonders der römischen, Geschichtsforschung, geb. 4. (16.) Aug. 1817 zu Moskau, erhielt seine Ausbildung auf den Hochschulen zu Petersburg und Moskau und bereiste sodann das Ausland, um sich für das Lehrfach der Geschichte in seinem Vaterland vorzubereiten. Nach seiner Rückkehr nach Rußland wurde er der Nachfolger Granowskis auf dem Lehrstuhl der allgemeinen Geschichte an der Moskauer Universität und gewann in kürzester Zeit sowohl infolge seiner Werke als seiner Lehrthätigkeit einen weitverbreiteten Ruf. Unter seinen Werken steht in erster Reihe seine "Geschichte Italiens von dem Verfall des weströmischen Kaiserreichs bis zu dessen Wiederherstellung unter Karl d. Gr." (Mosk. 1850). Eine große Zahl historischer Monographien, zum Teil in trefflicher Fassung und Durchführung, erschien im "Russkij Wjestnik" ("Russischer Bote"), dessen Redaktion er in den letzten Jahren seines Lebens leitete. Er starb 18. Jan. (a. St.) 1858 in Moskau.

Kudrun, s. Gudrun.

Kudu, s. Antilopen, S. 639.

Kueitschou (Kweitscheu), Provinz im südl. China, von Jünnan, Setschuan, Hunan und Kuangsi eingeschlossen, 172,898 qkm (3140 QM.) groß mit (1879) 7,669,181 Einw., wird von bedeutenden Bergrücken durchzogen und hat nur im Thal des Kiankiang, welcher die Provinz von S. nach N. durchschneidet, fruchtbare Striche; Ackerbau wird daher auch in weit geringerm Maß betrieben als Viehzucht; Reis gedeiht hier spärlich. Die Pferde von K. werden als die besten Chinas angesehen. Der Mineralreichtum ist ein sehr großer; man findet Gold, Silber, Blei, Eisen, Kohle, besonders aber Kupfer, aus welchem sämtliches Kupfergeld Chinas hergestellt wird, und Quecksilber, das hier in größern Mengen auftritt als irgendwo anders. Die Bevölkerung besteht aus Chinesen, die in den Ebenen, und Miaotse, die in den Bergen wohnen; der gegen die letztern Teil 1848 geführte Vernichtungskrieg durch chinesische Soldatenbanden entvölkert das Land und hat es bereits zu einer der ärmsten Provinzen Chinas gemacht. Hauptstadt ist Kueijang. S. Karte "China".

Kuenen, Abraham, niederländ. Theolog, geb. 16. Sept. 1828 zu Haarlem, studierte in Leiden, wurde 1853 außerordentlicher und 1855 ordentlicher Professor der Theologie daselbst. Seine hauptsächlichsten Werke sind: "Historisch-kritische Untersuchung über die Entstehung und Sammlung der Bücher des Alten Testaments" (Leid. 1861-65, 3 Bde.; 2. Aufl. 1885 ff.; deutsch bearbeitet von Weber, Leipz. 1885 ff.); "Die Religion Israels bis zum Untergang des jüdischen Staats" (Haarl. 1869-70, 2 Bde.); "Die Propheten und die Prophetie in Israel" (Leid. 1875, 2 Bde.); "Volksreligion und Weltreligion", fünf Vorlesungen (das. 1882; deutsch, Berl. 1883). Außerdem hat er zahlreiche kleinere Abhandlungen in Zeitschriften veröffentlicht; seit 1867 gibt er die "Theologisch Tijdschrift" heraus.

Kuenlün (Künlün, genauer Kwenlun), bei den Chinesen Name des Gebirgsstocks unweit der Quellen des Huangho, dann als Gesamtname in Gebrauch gekommen für den Gebirgszug, welcher Zentralasien unter 35-36° nördl. Br. durchzieht. Der K. ist in einen westlichen und einen östlichen zu teilen, zwischen denen jedenfalls eine starke Einsenkung sich befindet; die Grenze zwischen beiden fällt etwa unter 90° östl. L. v. Gr. Der westliche K. wurde zuerst 1856 von den Gebrüdern v. Schlagintweit überstiegen; den östlichen, der auf den Karten unter den Namen der aus den Hochebenen hervorragenden Hochgebirgsketten, wie Sun oder Nanschan, Schuga, Scholtugoldaban, eingetragen ist, erreichte zuerst der Russe Prschewalskij 1872. Der westliche K. beginnt bei dem Pamirplateau; er ist mit dem Karakorum, der nördlichen Kette des Himalajasystems, eng verbunden. Die Thäler zwischen beiden sind durch Hochebenen derart ausgefüllt, daß stellenweise nur eine Terrainanschwellung, aber kein Hochgebirge bemerkbar wird. Der Geolog Stoliczka fand 1873 am Südabhang Hornblendegneis, welcher nach v. Richthofen auch für den östlichen K. bezeichnend ist, und weiterhin, gegen die zentralasiatische Tiefebene zu, jüngere Schichten, besonders Kreide und Löß von großer Mächtigkeit. Von ethnographischem Interesse, weil die Werkzeuge der Steinzeit aus Nephrit von Fundorten in Asien gefertigt wurden, sind die eingelagerten Nephritsteine (vgl. darüber H. v. Schlagintweit in den "Sitzungsberichten der bayrischen Akademie der Wissenschaften" 1873). Der östliche K. stellt sich als nördliches Randgebirge der breiten Steppen zwischen Kuku-Nor und Tibet dar; 19 Tagereisen durch eine gänzlich verödete Gegend von ca. 800 km Breite sind erforderlich, um vom Südabhang der Kette zur ersten tibetischen Niederlassung zu gelangen. Im westlichen K. ist die durchschnittliche Höhe der Kämme 6000 m; auch im östlichen K. türmen sich auf der Hochfläche riesige Gebirgszüge auf, welche die Schneelinie (4800 m) erreichen. Nur Herden wilder Tiere, darunter Jaks und Bergschafe (Ovis Argali), im Sommer das Vieh der Nomaden und die Züge der Karawanen beleben den K.; Ansiedelungen finden sich erst an seinem Nordfuß. S. Karte "Zentralasien".

Kufa (syr. Akula), eine jetzt in Ruinen liegende Stadt im asiatisch-türk. Wilajet Bagdad, am Euphrat, wurde im 7. Jahrh. gegründet und war eine Zeitlang Residenz der Kalifen, mit einer berühmten Schule, geriet aber mit dem Aufblühen des benachbarten Bagdad in Verfall. Adam soll hier begraben sein. Nach K. sind die Kufischen Münzen (s. d.) und die Kufische Schrift (s. d.) benannt.

Kufara, Oase s. Kufra.

Kufe, ein großes hölzernes Gefäß, in Preußen und Sachsen ehemals ein großes Biermaß; in Preußen = 4,580 hl, in Sachsen = 7,859 hl.

Kufenräder, s. Wasserräder.

Küfer (Küfner, Küper), eigentlich s. v. w. Faßbinder, Böttcher, dann der Fässer und Wein besorgende Kellner eines Weinhändlers.

Kuff (Kuffschiff), ein holländisches und Emsfahrzeug mit stark abgerundetem Hinterteil und sehr voll gebautem Bug. Die Kuffs "tragen das Ruder auf dem Rücken", d. h. das Steuerruder hängt an dem Hintersteven herunter, überragt diesen sowohl als das Heck und wird durch eine lange Ruderpinne auf dem Deck gehandhabt. Getakelt ist die K. ähnlich der Galjaß und Galjot (s. d.).

Kufische Münzen, die ältesten Geldmünzen der Mohammedaner in Gold (Dinar), Silber (Dirhem), Kupfer (Fils, Plur. Fulus), haben diesen Namen von den nach der Stadt Kufa benannten arabischen Schriftformen, in welchen die Legenden gegeben sind. Die ältesten, fast nur Kupfermünzen, sind byzantinischen nachgebildet, mit Kaiserfigur, christlichen Emblemen, griechischer Beischrift auf der einen und arabischer auf der andern Seite. Im Jahr 77 der Hedschra