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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Kunstausdruck; Kunstausstellungen; Kunstblumen; Kunstbronze; Kunstbutter; Kunstgenossenschaft; Kunstgeschichte

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Kunstausdruck - Kunstgeschichte.

die zu Dresden 1705 als Malerschule gestiftet und 1764 auf Bildhauer, Architekten und Kupferstecher erweitert. Die Kunstakademie zu Kassel wurde 1774 von Landgraf Friedrich II. gestiftet und 1879 neu organisiert. Die Kunstakademie zu Leipzig wurde 1764 gegründet und 1871 mit Ausdehnung auf das Kunstgewerbe reorganisiert. Die Kunstakademie in Königsberg wurde 1845 gegründet. Neben diesen K. existieren in Deutschland Kunstschulen, die zum Teil auch die Ziele von Kunstgewerbeschulen (s. d.) verfolgen. Solche Kunstschulen gibt es in Berlin, Breslau, Danzig, Frankfurt a. M., Karlsruhe, Stuttgart und Weimar. Die Akademie zu Wien wurde 1692 von Kaiser Leopold I. begründet; 1872 erhob sie Kaiser Franz Joseph unter Reorganisation der Statuten zu einer "Hochschule der Kunst". Den bedeutendsten Einfluß erlangten die K. zu München und zu Düsseldorf, von denen die erste 1770 gestiftet und 1808 vom König Maximilian I. neu begründet, die andre 1767 gestiftet und 1822 von Friedrich Wilhelm III. erneuert wurde. Die Akademie der Malerei zu Madrid entstand 1752, außer ihr befinden sich noch zu Barcelona, Sevilla, Valencia K.; London erhielt eine solche erst 1768, Edinburg bereits 1754. Die Niederlande haben zu Brüssel, Antwerpen, Amsterdam und Brügge höhere Kunstanstalten; Stockholm hat eine Akademie der schönen Künste seit 1730, Kopenhagen seit 1738. Die zu Petersburg entstand 1757 und ward 1764 erweitert. Wenn man von der Bedeutung der Kunstakademie als einer aus Meistern (Akademikern) bestehenden Verbindung, wie die zu Paris, London etc., absieht und nur die hauptsächlich in Deutschland übliche Stellung derselben als höherer Kunstlehranstalt in Betracht zieht, so ist zu bemerken, daß die Organisation derselben (Lehrplan), bei sonstigen lokalen Verschiedenheiten, drei Abteilungen enthält, welche wieder in verschiedene Klassen zerfallen, nämlich: 1) die Elementarabteilung, worin hauptsächlich Zeichenunterricht nach Vorlegeblättern gegeben wird; 2) die Vorbereitungsklasse (Gipszeichnen, Zeichnen nach der Natur, Aktzeichnen, Komposition und Gewandung, Anatomie, Perspektive, Ästhetik und Kunstgeschichte); 3) praktische Klasse (Malen, Bildhauen, Kupferstechen). Bei manchen Akademien (Düsseldorf, Wien, Berlin) ist damit noch eine Klasse für Architektur und (Berlin) für Musik verbunden. In Düsseldorf und Berlin stehen mit den K. Meisterklassen und -Ateliers in Verbindung. Die meisten deutschen, insbesondere preußischen, K. veranstalten periodische Kunstausstellungen (s. d.), ganz unabhängig von ihrer Stellung als Lehranstalten, und erteilen Prämien und Medaillen für die besten Werke derselben. Die oberste Behörde derselben bildet der Senat, bestehend aus Präsident oder Direktor und Senatsmitgliedern, meist Professoren der Akademie; außerdem zählen dazu noch Mitglieder (ordentliche und außerordentliche), von denen die erstern eine Art Kollegium außerhalb des Senats bilden. K. für Musik haben den Spezialtitel Konservatorien (s. d.). Vgl. R. Springer, Kunsthandbuch für Deutschland, Österreich und die Schweiz (4. Aufl., Stuttg. 1886); Woermann, Die alten und die neuen K. (Düsseld. 1878); Derselbe, Zur Geschichte der Düsseldorfer Kunstakademie (das. 1880); v. Lützow, Geschichte der k. k. Akademie der bildenden Künste (Wien 1877); Nieper, Die königliche Kunstakademie und Kunstgewerbeschule in Leipzig (Leipz. 1881).

Kunstausdruck (technischer Ausdruck, Terminus technicus), eine feststehende Bezeichnung für eine Sache oder einen Begriff aus dem Gebiet der Wissenschaften, Künste oder der Gewerbe, z. B. "Punktieren", in der Bildhauerei das Übertragen der bestimmenden Formpunkte eines Modells auf den Marmor, "Einschlagen", das Blind- und Stumpfwerden von Farben bei einem Gemälde, "Durchschlagen", das Mattwerden polierter Möbel, etc.

Kunstausstellungen, öffentliche Ausstellungen von Werken der bildenden und graphischen Künste, insbesondere von Werken der Plastik, Malerei, von Handzeichnungen, Aquarellen, Kupfer- und Stahlstichen, Lithographien, Holzschnitten etc., denen seit dem neuen Aufschwung des Kunstgewerbes auch Werke der Kleinkunst hinzugefügt werden. Die K. sind mehrfacher Art; entweder werden sie periodisch von Akademien und Kunstschulen, oder von Kunstvereinen, oder auch von einzelnen Privatunternehmern veranstaltet, in welch letzterm Fall sie dann als "permanente Ausstellungen" mehr den Zwecken des Kunsthandels dienen. Zwar haben alle diese Arten von K. den Zweck, eine Vermittelung zwischen dem Künstler und dem kunstliebenden Publikum, also einen Markt zwischen Produktion und Konsumtion in Sachen der Kunst, zu bilden; allein die akademischen Ausstellungen haben daneben noch den höhern Zweck, ein Gesamtbild der künstlerischen Produktion nicht nur rücksichtlich der Qualität überhaupt, sondern auch in Bezug auf die besondern Richtungen, welche sich in dem Kunstgeschmack und in der Kunstausübung naturgemäß entwickeln, darzustellen und damit auf die Geschmacksbildung zunächst des Publikums, sodann auch der Künstler selbst hinzuwirken. Die Kunstvereine haben sich meist zu Ausstellungscyklen verbunden, indem mehrere Vereine eine Ausstellung zusammenbringen, welche nach einer bestimmten Reihenfolge in jeder Vereinsstadt mehrere Wochen lang stattfindet. Die Ausstellungen der Kunstvereine sind allmählich, da die letztern wegen der Beschränktheit ihrer Mittel nur geringe Preise für Kunstwerke zahlen, zu Märkten für die Mittelmäßigkeit herabgesunken, und nur selten gelingt es ihren Leitern, hervorragende Kunstwerke für ihre Wanderausstellungen zu gewinnen (s. Kunstvereine). Als die erste Kunstausstellung in größerm Umfang ist die, zu Paris 1763 von der École des beaux-arts eröffnete bekannt. Seitdem hat der Pariser Salon die Bedeutung einer internationalen Kunstausstellung erhalten. Ihr zunächst kommt die Ausstellung der Berliner Kunstakademie, welche seit 1786 alle zwei Jahre, von 1876-84 alljährlich stattfand und 1886 als Jubiläumsausstellung einen internationalen Charakter annahm. Auch die Akademien zu London, Wien, Dresden, Düsseldorf etc. veranstalten K. Besondere Wichtigkeit hatten die große historische Kunstausstellung (1858), die internationalen Ausstellungen zu München (1869, 1879 und 1883), die internationale Ausstellung in Wien (1882), die Kunst- und Kunstgewerbeausstellung zu München (1876) sowie die historische Ausstellung zu Manchester (1860). Auch bei den großen Weltausstellungen zu London (1851), New York (1853), Paris (1855, 1867 und 1878), Wien (1873), Philadelphia (1876), Amsterdam (1883) und Antwerpen (1884) sowie bei den meisten Landes- und Provinzialausstellungen waren die bildenden Künste vertreten.

Kunstblumen, s. Blumenmacherei.

Kunstbronze, moderne Statuenbronze.

Kunstbutter, s. Butter, S. 697 f.

Kunstgenossenschaft, Deutsche, s. Kunstvereine.

Kunstgeschichte, die Darstellung der Entwickelung der bildenden Künste in allen Kulturländern auf ge-^[folgende Seite]