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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Kunze - Kupfer.

ordentlicher Professor der Rechte. Seit 1863 ist er Vorsitzender des Litterarischen Sachverständigenvereins für Sachsen. Seine bedeutendsten Schriften sind: "Die Obligation und die Singularsuccession des römischen und heutigen Rechts" (Leipz. 1856); "Der Wendepunkt der Rechtswissenschaft" (das. 1856); "Die Lehre von den Inhaberpapieren" (das. 1857); "Das Jus respondendi in unsrer Zeit" (das. 1858); "Deutsches Wechselrecht" (das. 1862); "Institutionen und Geschichte des römischen Rechts" (das. 1869, 2 Bde.; 2. Aufl. 1879-80); "Prolegomena zur Geschichte Roms" (das. 1882); "Römische Bilder aus alter und neuer Zeit" (das. 1883); "Der Provinzialjurist Gaius" (das. 1883); "Die Obligationen im römischen und heutigen Recht und das Jus extraordinarium der römischen Kaiserzeit" (das. 1886). In Endemanns "Handbuch des deutschen Handels-, See- und Wechselrechts" bearbeitete er mit Brachmann "Das Wechselrecht" (Leipz. 1884). Von Holzschuhers "Theorie und Kasuistik des gemeinen Zivilrechts" besorgte er die 3. Auflage (Leipz. 1863-64).

Kunze (Kze.), bei botan. Namen für G. Kunze, geb. 4. Okt. 1793 zu Leipzig, starb als Professor der Botanik 30. April 1851 daselbst. Pilze (mit Schmidt), Farne ("Analecta pteridographica", 1837; "Die Farnkräuter", 1840-51), Riedgräser.

Künzelsau, Oberamtsstadt im württemberg. Jagstkreis, am Kocher, zwischen hohen Bergen, hat ein Schullehrerseminar (im ehemaligen Schloß), ein Amtsgericht, eine Getreidebörse, bedeutenden Weinbau, Leder-, Schuhwaren- und Tabaksfabrikation, Mahl- und Sägemühlen, Furniersägerei, Färberei, lebhaften Viehhandel u. (1885) 2893 meist evang. Einw.

Kuopio, Gouvernement im östlichen Teil des Großfürstentums Finnland, wird vom Uleåborgs-, Wasa-, St. Michels- und Wiborgslän umschlossen, im O. vom russ. Gouvernement Olonez begrenzt und hat ein Areal von 42,730,4 qkm (776,1 QM.), wovon etwa ein Fünftel auf Seen kommt. Die größten sind: Kallavesi, Onkivesi, Pielisjärwi u. Hóytiäinen, welche sämtlich mit dem großen Saimasee in Verbindung stehen und sehr fischreich sind. Der Boden ist nur teilweise fruchtbar; in den nördlichen Gegenden sind große Fichten- und Tannenwälder vorhanden, welche jetzt für den Export sehr eifrig ausgebeutet werden. Die Viehzucht ist in der letzten Zeit sehr gestiegen, und bedeutende Quantitäten von Butter werden nach Petersburg und Lübeck ausgeführt. Der Ackerbau wird noch meistens durch Schweden betrieben, nur stellenweise nach rationellern Grundsätzen. Die Zahl aller Lehranstalten war 1883: 158 mit 24,631 Schülern, darunter sechs Mittelschulen mit 584 Schülern. Die Einwohnerzahl beträgt (1884) 270,948 (7 auf 1 qkm). Die Hauptstadt K., am Kallavesisee, ist Sitz des Bischofs und des Konsistoriums über das Kuopiostift (den nördlichen Teil des Großfürstentums umfassend), hat ein Lyceum, eine Töchterschule, bedeutenden Handel und (1885) 7173 Einw.

Kup, Längenmaß, s. Sok.

Kupálo (russ., "Bad"), ein Volksfest der Süd- und Westrussen in der Johannisnacht (24. Juni), wobei Burschen und Mädchen, mit Kränzen geschmückt, unter Gesängen um ein Feuer tanzen und darüberspringen und sich schließlich im Fluß baden.

Kupang, Stadt, s. Timor.

Küpe, im allgemeinen hohles Gefäß, besonders in der Färberei das große kesselartige Gefäß, in welchem die Zeuge gefärbt werden, und daher die darin zubereitete Farbe selbst; in diesem Sinn spricht man von Indigküpe (s. Indigo).

Kupellieren, s. v. w. Abtreiben.

Kupelwieser, 1) Leopold, Maler, geb. 17. Okt. 1796 zu Piesting in Niederösterreich, besuchte seit 1809 die Wiener Akademie und machte sich zuerst durch ein in Lebensgröße ausgeführtes Bild des Kaisers Franz für den Saal des Appellationsgerichts in Prag bekannt. 1824-25 bereiste er Italien. 1825 zurückgekehrt, malte er unter dem Einfluß der Hofkreise meist religiöse Bilder. Er starb 17. Nov. 1862 in Wien als Professor an der Akademie, in welcher Stellung er zahlreiche Schüler herangebildet hat. Unter seinen Bildern religiösen Inhalts sind zu nennen: Himmelfahrt Mariä (Universitätskirche in Wien), Mariä Geburt (Klosterneuburg), Moses betet um den Sieg über die Amalekiter. K. beteiligte sich neben Führich an der Ausmalung der Altlerchenfelder Kirche. Von ihm rühren auch die Fresken im Saal der Statthalterei zu Wien her. Die Wiederbelebung der Freskomalerei in Österreich ist besonders K. zu verdanken.

2) Franz, Hüttenmann, geb. 14. Sept. 1830 zu Wien, studierte daselbst und in Leoben, hielt dann zu Leoben Vorträge über höhere Mathematik und darstellende Geometrie, ging 1856 als Hüttenmeister bei den Hochöfen und Gießereien der Staatsbahngesellschaft nach Kemlicha, übernahm 1862 neben Tunner einen Teil der Vorträge über Hüttenkunde in Leoben, ward 1866 zum ordentlichen Professor ernannt und hielt nun auch die Vorträge über Eisenhüttenkunde. 1876 ging er zur Ausstellung nach Philadelphia und besuchte die wichtigsten Eisenindustriebezirke Nordamerikas. 1873 übernahm er auch das Sekretariat der Handels- und Gewerbekammer in Leoben, und zwei Jahre war er Obmannstellvertreter des Montanistischen Vereins für Steiermark. Seine Arbeiten trugen wesentlich dazu bei, den Bessemer- und Martin-Prozeß in theoretischer Hinsicht zu erläutern; auch schrieb er: "Studien über den Bessemerprozeß" (Wien 1870); "Die Kohlenreviere von Ostrau, Rossitz und Fünfkirchen und ihre Leistungsfähigkeit in Bezug auf die Erzeugung von für den Hochofenbetrieb tauglichen Koks" (mit Schöffel, das. 1870); "Beiträge zum Studium des Hochofenprozesses" (das. 1873); Berichte über das Hüttenwesen auf der Weltausstellung in Wien (1874), Philadelphia (1877) und Paris (1879).

Küpenfärberei, s. Indigo.

Küper, s. Küfer.

Kupetzky, Johann, ungar. Maler, geb. 1667 zu Bösing (Kreis Preßburg), entfloh in seinem 15. Jahr dem Webstuhl im väterlichen Haus, bildete sich in Luzern und Wien zum Maler und lebte hierauf 22 Jahre zu Rom, wo er viele Historienbilder und Porträte malte. Nach Wien zurückgekehrt, ward er hier bald der Günstling des Kaiserhofs und der gesuchteste Bildnismaler aller durchreisenden Notabilitäten. Anfechtungen wegen seines Glaubens (K. gehörte zur Sekte der Böhmischen Brüder) trieben ihn endlich aus Wien fort; er ließ sich in Nürnberg nieder und starb hier 1740. K. war einer der gewandtesten Porträtmaler seiner Zeit und Meister in treuer Auffassung. Sein Vorbild war Rembrandt; doch war sein Kolorit zu schwer und trübe, so daß er nur im äußern Arrangement an jenen erinnert.

Kupez (russ.), der Kaufmann, der in frühern Zeiten zugleich Krieger war; jetzt ausschließliche Bezeichnung der handeltreibenden Städter, die eine gesonderte Klasse bilden. Vgl. Gostj.

Kupfer (Cuprum) Cu, Metall, findet sich gediegen draht-, moos- und baumförmig, in Platten, derb, in Körnern und Klumpen weitverbreitet, am häufigsten