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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Kupferalaun - Kupferblech.

auf Neuseeland 50,000, in Japan 30,000 Ztr. Die Gesamtproduktion wird auf 2,5 Mill. Ztr. geschätzt. Vgl. Percy, Metallurgie, Bd. 1 (deutsch bearbeitet von Knapp etc., Braunschw. 1863); Kerl, Handbuch der metallurgischen Hüttenkunde (2. Aufl., Leipz. 1861-65, 4 Bde.); Derselbe, Grundriß der Metallhüttenkunde (2. Aufl., das. 1879); Bischoff, Das K. und seine Legierungen (Berl. 1865); Rivot, Traité de métallurgie, Teil 1 (2. Aufl., Par. 1871).

Kupferalaun, s. Augenstein.

Kupferalter (Kupferzeit). Prähistorische Funde von Geräten aus reinem Kupfer wurden zuerst in Irland in größerer Zahl zwischen den Bronzealtertümern des Landes entdeckt und gaben Wilde Anlaß zu der naheliegenden Erwägung, ob nicht der Bronzezeit eine Kupferzeit vorangegangen sei, in der man noch nicht verstanden habe, das Kupfer durch Zinnzusatz zu härten und zugleich für den Guß verwendbarer zu machen. Diese Annahme gewann noch durch die Einfachheit der Form jener Geräte und durch das Fehlen jeder Verzierung gegenüber der Formvollendung und Mannigfaltigkeit und der zum Teil sehr reichen Ornamentik der Bronzegeräte sehr an Wahrscheinlichkeit. Außer in Irland wurden auch in der Schweiz und namentlich in Ungarn sehr viele Kupfergegenstände gefunden, und es begann nun eine lebhafte Erörterung dieser Frage seitens der Fachgelehrten, von denen sich viele gegen die Annahme einer reinen Kupferzeit aussprachen. Eine besondere Stütze erhielt letztere namentlich durch die Behandlung des Kupfers in Nordamerika, wo es in den nördlichen Regionen in Michigan und Ontonagon am Südufer des Obern Sees (Lake superior) in großen Stücken in gediegenem Zustand an der Oberfläche gefunden wird. Die Indianer verstanden es schon vor der Ankunft der Europäer zu bearbeiten, jedoch nur auf kaltem Weg durch einfaches Hämmern. Indes zeigen die europäischen Kupferfunde prähistorischer Zeit, daß hier das Kupfer nicht bloß gehämmert, sondern auch geschmelzt wurde. In neuerer Zeit hat namentlich v. Pulszki in Budapest, gestützt auf das reiche Material seines Landes, diese Frage ausführlicher in Untersuchung gezogen. Infolgedessen hat man dann auch in andern Ländern erhöhte Aufmerksamkeit auf das Vorkommen von Kupferaltertümern verwendet und das Vorhandensein solcher Funde in Deutschland und Skandinavien sowie in den Seen des Salzkammerguts gleich denen der Schweiz nachgewiesen. Von höchster Wichtigkeit für die Entscheidung dieser Frage wurde die Entdeckung eines Kupferbergwerks aus prähistorischer Zeit auf dem Mitterberg bei Bischofshofen in Tirol. Die hauptsächlichsten Formen der Kupfergeräte sind roh gegossene Keile, welche fast das Ansehen von Barren haben und wohl erst durch Hämmerung ihre definitive Gestaltung erhalten sollten, sodann keilförmige Beilklingen (sogen. Celte) und, an gewisse Formen von durchbohrten Steinhämmern erinnernd, Axthämmer und Keilhauen, vielfach noch in unabgeputztem Zustand mit der rohen, eigentümlich patinierten Gußhaut. Letztere kommen fast nur in Ungarn vor. Die in den Pfahlbauten gefundenen Stücke, unter denen sich auch Dolche befinden, sind im allgemeinen dünner und zierlicher. Vgl. Much, Die Kupferzeit in Europa (Wien 1887).

Kupferamalgam, s. Quecksilberlegierungen.

Kupferantimonglanz (Wolfsbergit), Mineral aus der Ordnung der Sulfosalze, kristallisiert rhombisch in tafelartigen oder säulenförmigen Kristallen, findet sich auch derb und eingesprengt in feinkörnigen Aggregaten, ist bleigrau bis eisenschwarz, zuweilen bunt angelaufen, stark glänzend, Härte 3,5, spez. Gew. 4,75, besteht aus Schwefelkupfer mit Schwefelantimon Cu2S+Sb2S3 ^[Cu_{2}S+Sb_{2}S_{3}] mit 25,42 Kupfer und 48,92 Antimon. Fundorte: Wolfsberg am Harz, Guadiz in Granada.

Kupferasche, s. Kupfer, S. 322.

Kupferausschlag (Kupferfinne, Kupferrose, Kupfer des Gesichts, Venusblümchen, Weinblätter, Gutta rosea, Acne rosacea), chronische Hautkrankheit, welche von den Schmerbälgen der Haut ausgeht und sich ausschließlich im Gesicht, vorzugsweise auf der Nase und erst von da aus auf die nächstgelegenen Teile der Wangen und der Stirn sich ausbreitend, zeigt. Sie kommt in der Regel bei Leuten erst vor, wenn sie die Mitte des Lebens erreicht haben oder darüber hinaus sind, und wird ebenso bei Weibern wie bei Männern, doch bei letztern häufiger, beobachtet. Zuerst wird eine Stelle der Nase nach dem Essen oder nach erhitzenden Getränken etc. ungewöhnlich rot. Diese Röte wird nach und nach bleibend, die Venen des Teils erweitern sich, und endlich erscheinen hier und da kleine Knötchen, wobei sich die Haut in der Umgebung verdickt und dadurch uneben wird. Nach und nach breitet sich die Krankheit auf die Nachbarschaft, auf Wangen und Stirn, aus, so daß das Gesicht allmählich ein eigentümliches feuriges Aussehen bekommt. Die Knötchen eitern selten, sondern bleiben gewöhnlich lange Zeit hindurch ganz unverändert. Überhaupt heilt die Krankheit selten und kehrt sehr leicht wieder. Als Ursache werden verschiedene Unregelmäßigkeiten, namentlich der Lebensweise, insbesondere der Mißbrauch geistiger Getränke, angegeben. Doch kommen Fälle bei Frauen vor, wo kein Grund zu einer solchen Beschuldigung vorhanden ist. Die Behandlung besteht in Regulierung der Diät, zeitweiliger Anwendung örtlicher Blutentleerungen und kalter Douchen, in Salben mit leicht adstringierenden Stoffen oder in Waschmitteln aus Borax-, Sublimat-, Schwefelleber- und andern Lösungen.

Kupferbarilla, s. v. w. Barillakupfer.

Kupferberg, 1) Stadt im preuß. Regierungsbezirk Liegnitz, Kreis Schönau, am Bober und der Linie Kohlfurt-Sorgau der Preußischen Staatsbahn, hat eine evangelische und eine kath. Kirche, ein Schloß und (1885) 542 meist evang. Einwohner. Der Bergbau auf Kupfer, Arsenik und Schwefel ist eingestellt. - 2) Stadt im bayr. Regierungsbezirk Oberfranken, Bezirksamt Stadtsteinach, hat Holzgalanteriewarenfabrikation und (1885) 878 kath. Einwohner.

Kupferblau, s. Bergblau.

Kupferblech wird durch Walzen dargestellt. Man gießt das Kupfer in dicke Tafeln, streckt diese glühend unter Hämmern mit breiter Bahn auf etwa 15 mm Stärke und bringt sie dann glühend oder besser kalt unter die Walzen. Da diese Tafeln infolge des Walzens hart werden, so sind sie von Zeit zu Zeit auszuglühen und nach dem Ausglühen durch schnelles Eintauchen in kaltes Wasser von dem Glühspan zu befreien, der hierbei abspringt. Wenn die Platten bis zu einer gewissen Dicke ausgewalzt sind, werden sie zusammengebogen weiter gewalzt, so daß zwei Bleche zugleich gewalzt werden. Schließlich werden die Bleche auf einer Eisenplatte mit hölzernen Hämmern ausgeklopft, beschnitten, gewogen und sortiert. Kalt gewalztes K. widersteht der Witterung und dem Seewasser besser als heiß gewalztes, auch beträgt der Abfall hier nur ½ Proz.; beim heißen Walzen erhält man aus 100 Teilen Kupfer 80 Teile K., 13 Teile Abfallkupfer (vom Beschneiden), 4 Teile Kupferasche