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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Kupferbleiglanz - Kupferhaut.

und 3 Teile Verlust. Die Kupferblechtafeln (Tafelkupfer) sind meist 760-900 mm breit und 1,5-1,8 m lang. Die schwächsten Sorten von 0,5 mm Dicke und darunter kommen aufgerollt als Rollkupfer oder Flickkupfer in den Handel; bei 1 mm Dicke wiegt 1 qm etwa 8,8 kg. Man benutzt das K. zur Darstellung plattierter Waren, zum Dachdecken, als Schiffsbeschlag, zu Zündhütchen, Kesseln, Töpfen, Siedepfannen, Destillierblasen, Röhren, Kühlapparaten etc. für Brauereien, Brennereien, Färbereien, Zuckersiedereien etc. Über das Plattieren des Kupferblechs s. Plattierte Waren. In neuerer Zeit wird stärkeres und schwächeres K. zu bestimmten Zwecken auf galvanoplastischem Weg erzeugt. K. muß stets mit kupfernen Nägeln befestigt werden, weil eiserne sehr schnell oxydiert werden. Zur Vorbereitung für die Kupferschmiedearbeiten liefern die Kupferhämmer sogen. Schalen, d. h. mit Hämmern zu groben Schalen geformtes Blech. Dies wird dann vom Kupferschmied mit verschiedenen Hämmern durch das sogen. Treiben oder in größern Etablissements durch Stoßwerke, hydraulische Pressen, Drückmaschinen zu den mannigfaltigsten Gefäßformen verarbeitet.

Kupferbleiglanz (Kuproplumbit), Mineral aus der Ordnung der einfachen Sulfuride, kristallisiert tesseral, findet sich nur derb in körnigen Aggregaten, ist schwärzlich bleigrau, Härte 2,5, spez. Gew. 6,40, besteht aus Schwefelkupfer mit Schwefelblei 2PbS+Cu2S ^[2PbS+Cu_{2}S] und enthält 0,5 Proz. Silber; findet sich in Chile.

Kupferblende, s. v. w. Zinkfahlerz.

Kupferblüte, s. Rotkupfererz.

Kupferbraun (Hattchets Braun, Florentiner, Breslauer Braun, Chemischbraun), schöne dunkelbraune Farbe, besteht aus Ferrocyankupfer und wird durch Fällen einer verdünnten wässerigen Kupfervitriollösung mit einer verdünnten wässerigen Blutlaugensalzlösung, Auswaschen und Trocknen des Niederschlags gewonnen; es ist schön, aber nicht sehr haltbar.

Kupferchlorid (Chlorkupfer) CuCl2 ^[CuCl_{2}] entsteht beim Erhitzen von Kupfer in Chlorgas, beim Behandeln von Kupfer mit Salzsäure unter Zutritt der Luft, bei Einwirkung von Königswasser auf Kupfer und beim Lösen von Kupferoxyd oder kohlensaurem Kupferoxyd in Salzsäure. Die verdünnte blaue Lösung des Kupferchlorids wird beim Verdampfen grün und gibt grüne Kristalle mit 2 Molekülen Kristallwasser. Dieselben Kristalle erhält man auch aus einer genügend konzentrierten Mischung von Kupfervitriollösung mit Salzsäure oder Kochsalzlösung. Sie geben beim Erhitzen gelbbraunes, wasserfreies K., welches an der Luft zerfließt (wobei es grün wird) und auch in Alkohol und Äther löslich ist. Die alkoholische Lösung brennt schön grün. Aus der wässerigen Lösung fällt Kalilauge ein basisches Chlorid. Solche entstehen auch bei der Einwirkung von Luft auf Kupferbleche, welche mit Salzsäure oder Salmiaklösung befeuchtet sind. Ein basisches K. findet sich in der Natur als Atakamit, auch wird basisches K. als Farbstoff benutzt. K. dient in der Färberei und Druckerei, in der Feuerwerkerei, als Arzneimittel, in verdünnter Lösung als sympathetische Tinte (die mit verdünnter Lösung erzeugten unsichtbaren Schriftzüge aus wasserhaltigem K. treten beim Erhitzen des Papiers gelbbraun hervor, verschwinden aber beim Erkalten wieder), als Goldprobe, indem es unechte Goldsachen schwarz färbt, zur Bereitung von Sauerstoff, zur Desinfektion, indem man eine alkoholische Lösung in den zu desinfizierenden Räumen brennen läßt. Bei starkem Erhitzen zerfällt das K. in Chlor und Kupferchlorür Cu2Cl2 ^[Cu_{2}Cl_{2}]. Letzteres entsteht auch beim Erhitzen von Kupfer in Chlorwasserstoff, beim Behandeln von Kupferoxydul mit Salzsäuer, beim Kochen von Kupferchloridlösung mit Salzsäure und Kupferfeile etc. Es ist kristallinisch, farblos, färbt ich am Sonnenlicht metallisch kupferrot, an der Luft schnell grün, löst sich wenig in Wasser, leichter in Salzsäure und Ammoniak, schmilzt bei 410° und absorbiert besonders in ammoniakalischer Lösung energisch Sauerstoff, wobei sich die farblose Lösung schnell und intensiv blau färbt. Man benutzt es als Absorptionsmittel für Gase in der Analyse.

Kupferchlorür, s. Kupferchlorid.

Kupferdruck, s. Kupferstecherkunst.

Kupferdruckerschwarz, s. v. w. Frankfurter Schwarz.

Kupfererze, s. Kupfer, besonders S. 317.

Kupferfinne, s. v. w. Kupferausschlag.

Kupfergeräte, prähistorische, s. Kupferalter.

Kupferglanz (Kupferglas, Graukupfererz, Chalkosin, Redruthit), Mineral aus der Ordnung der einfachen Sulfuride, kristallisiert rhombisch, meist dick tafelartig oder kurz säulenförmig, findet sich aufgewachsen oder in Drusen, aber gewöhnlich derb, eingesprengt, in Platten oder Knollen; es ist schwärzlich bleigrau, zuweilen angelaufen, wenig glänzend, Härte 2,5-3, spez. Gew. 5,5-5,8, besteht aus Schwefelkupfer Cu2S ^[Cu_{2}S] mit 79,85 Proz. Kupfer (und gewöhnlich etwas Silber und Eisen) und kommt mit andern Kupfererzen auf Gängen und Lagern im ältern Gebirge, sehr fein eingesprengt im Kupferschiefer, auch als Vererzungsmittel von Pflanzenresten vor. Fundorte: Freiberg, Berggießhübel, Siegen, Saalfeld, Mansfeld, Frankenberg in Hessen (Frankenberger Kornähren, kleine Zweige und Zapfen von zu K. vererzten Koniferen), Kapnik, Cornwall, Norwegen, Sibirien, im Banat, in Toscana, Nordamerika, Chile, Südaustralien etc. Es ist eins der wertvollsten Kupfererze.

Kupferglas, s. v. w. Kupferglanz; rotes K., s. Rubinglas.

Kupferglimmer (Chalkophyllit), Mineral aus der Ordnung der Phosphate, kristallisiert rhomboedrisch in tafelförmigen Kristallen, findet sich auch derb in blätterigen Aggregaten, ist smaragd- bis spangrün, durchsichtig bis durchscheinend mit Perlmutterglanz, Härte 2, spez. Gew. 2,4-2,6 besteht aus arsensaurem Kupferoxyd mit Thonerde, Eisenoxyd und Phosphorsäure; findet sich bei Saida in Sachsen, in Cornwall und im Ural. Aus Chile kommt ein arsensaures Kupfer mit 30-35 Proz. Kupfer in den Handel.

Kupfergrün (Kieselkupfer, Kieselmalachit, Chrysokoll), Mineral aus der Ordnung der Silikate (Willemitgruppe), findet sich traubig, nierenförmig, als Anflug, derb und eingesprengt, ist spangrün, halbdurchsichtig bis kantendurchscheinend, wenig glänzend bis matt, Härte 2-3, spez. Gew. 2-2,3, besteht aus wasserhaltigem kieselsauren Kupferoxyd CuSiO3+2H2O ^[CuSiO_{3}+2H_{2}O] mit 35,7 Proz. Kupfer und findet sich als häufiger Begleiter andrer Kupfererze bei Saida und Schneeberg in Sachsen, Lauterberg am Harz, Kupferberg in Bayern, Saalfeld, Rezbanya, in Tirol, Norwegen, Cornwall, im Altai, Ural, in Chile, Mexiko. Es bildet im Gemenge mit Brauneisenstein das Kupferpecherz. K. ist auch s. v. w. Malachit oder Berggrün.

Kupferhammerschlag, s. Hammerschlag und Kupfer, S. 322.

Kupferhaut, der Beschlag des Unterwasserteils von Holzschiffen zum Schutz gegen das Bewachsen mit