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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Lampen, elektrische; Lampenschwarz; Lampert; Lampertheim; Lampertĭco; Lampi; Lampion; Lampist; Lampongsche Distrikte; Lamprecht; Lamprecht von Regensburg

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Lampen, elektrische - Lamprecht von Regensburg.

eigens für diesen Zweck fabriziert wurden und nicht zum praktischen Gebrauch geeignet waren. Die antike Lampe besteht gewöhnlich aus einer Halbkugel mit oder ohne Fuß, an deren oberer Schnittfläche eine Öffnung zum Eingießen des Öls angebracht war, einer oder mehreren vorspringenden Tüllen für den Docht an der einen und einem Henkel oder Griff an der andern Seite (Textfigur 4-9). Man hat antike L. mit zwölf Tüllen gefunden. Die ersten Christen nahmen die Form der antiken L. an, die sie jedoch mit christlichen Emblemen (Lamm, Taube, guter Hirt) und dem Christusmonogramm (s. d.) verzierten (Textfig. 10-12). Aus dem Katakombenkultus entwickelte sich die Form der mit Ketten an der Decke oder an einem Arm befestigten Hängelampen, welche während des ganzen Mittelalters sowohl für Kultuszwecke (in christlichen Kirchen wie in mohammedanischen Moscheen) als in Profangebäuden üblich waren und noch heute in reichster Ausbildung (Bronze, Zinkguß, Schmiedeeisen, Porzellan, Glas) in Gebrauch sind. Die orientalischen Hängelampen für Moscheen bestanden meist aus Glas, Fayence oder Metall. Die Ketten vereinigten sich in einem eiförmigen Körper aus blau bemalter Fayence (Lampen-Ei, Fig. 13). Die moderne Tischlampe mit hohem Fuß (für Öl, Petroleum, Gas, elektrisches Licht) erhält gewöhnlich einen reichen künstlerischen Schmuck. Die Form schließt sich meist an die der antiken Vasen oder Urnen an (s. Tafel "Moderne Bronzekunstindustrie", Fig. 9). Vgl. Buchner, Die Mineralöle und die Mineralöllampen (Weim. 1864); Moigno, Les éclairages modernes (Par. 1868); Fischer, Die Petroleumlampe und deren Behandlung (Weim. 1876).

^[Abb.: Fig. 13. Orientalisches Lampen-Ei (Hängelampe). Sammlung Davillier in Paris.]

Lampen, elektrische, s. Elektrisches Licht.

Lampenschwarz (Lampenruß), s. Ruß.

Lampert, s. v. w. Kaninchen.

Lampertheim, Flecken in der hess. Provinz Starkenburg, Kreis Bensheim, an den Linien Frankfurt-Mannheim und Rosengarten-L. der Hessischen Ludwigsbahn, hat eine schöne evangelische und eine kath. Kirche, eine Oberförsterei, eine chemische Fabrik, Zigarrenfabrikation, Tabaksbau und (1885) 6418 meist evang. Einwohner.

Lampertĭco, Fedele, ital. Nationalökonom, geb. 13. Juni 1833 zu Vicenza, promovierte 1855 in Padua, wurde 1866 Mitglied des Abgeordnetenhauses, 1873 des Senats, wo er wertvolle Berichte in ökonomischen und finanziellen Angelegenheiten erstattete. Sein noch unvollendetes Hauptwerk ist: "Economia dei popoli e degli stati" (Mail. 1874-79, Bd. 1-4), ein umfangreicher Kursus der politischen Ökonomie von gemäßigter Richtung, welcher sich vielfach an die Lehren der deutschen realistischen Schule anlehnt. Ferner schrieb er außer zahlreichen Beiträgen in Zeitschriften: "Giammara Ortes e le science economiche del suo tempo" (Vened. 1865); "Sulle spese di culto" (Vicenza 1879); "Sulla statistica teorica etc." (Rom 1879); "Scritti storici e letterari" (Flor. 1882-83, 2 Bde.); "Il credito" (Mail. 1884); "Lo statuto e il senato" (Rom 1886).

Lampi, Johann Baptist, Ritter von, ital. Maler, geb. 31. Dez. 1751 zu Romeno bei Trient, wirkte zu Verona, wo er Mitglied der Akademie wurde, Trient, Roveredo, Klagenfurt und seit 1783 zu Wien, wo er das Bildnis Kaiser Josephs II. in ganzer Figur für die Akademie malte und darauf 1786 zum Professor an der Kunstakademie ernannt wurde. 1787 berief ihn König Stanislaus August II. nach Warschau, und 1791 ging er nach Petersburg, wo er die kaiserliche Familie und die meisten Großen der Residenz porträtierte. Seit 1798 wieder in Wien, machte er sich als Führer des akademischen Korps bei der französischen Invasion um Schonung der Kunstsachen verdient. Sein Vortrag ist weich, süßlich und sehr verblasen in der Formgebung. Er starb 11. Febr. 1830.

Lampion (franz., spr. langpĭóng), Lämpchen oder Laterne (auch Pechpfanne) zum Illuminieren.

Lampist (franz.), Lampenfabrikant, -Händler; Lampisterie, Lampenfabrikation, auch Aufbewahrungsraum für Lampen etc., z. B. auf Eisenbahnhöfen.

Lampongsche Distrikte, niederl. Residentschaft, das südöstliche Sumatra umfassend, 28,155 qkm (475 QM.) groß mit (1885) 118,889 Einw., welche einen besondern Stamm (Lampong, Lampuhn) der malaiischen Völkergruppe bilden. Hauptort und Sitz des holländischen Residenten ist Telok-Betong.

Lamprecht, genannt der Pfaffe, ein mittelalterlicher Dichter von geistlichem Stande, der am Niederrhein in der ersten Hälfte des 12. Jahrh. lebte, Verfasser des "Alexanderlieds", einer der vorzüglichsten Dichtungen des deutschen Mittelalters. Das Gedicht beruht auf einem französischen Werk des Alberich von Besançon, von welchem wir aber nur ein Bruchstück des Anfangs besitzen (hrsg. in P. Heyses "Romanische Inedita", Berl. 1856). Die Vorzüge des Lamprechtschen Alexanderlieds vor allen spätern deutschen Gedichten gleichen Inhalts beruhen auf der geschickten Anordnung des Ganzen, der lebensvollen und warmen Darstellung und der ernstlich-sittlichen Auffassung und Verarbeitung des Stoffes. Der Inhalt ist abend- und morgenländischen Quellen entnommen und mit den wunderbarsten Sagen vermischt. Herausgegeben wurde das Gedicht zuerst von Maßmann in den "Deutschen Gedichten des 12. Jahrhunderts", Bd. 1 (Quedlinb. 1837), aus einer Straßburger Handschrift, welche einen schon überarbeiteten Text mit geregeltem Versbau enthält. Den ursprünglichen, in einer Vorauer Handschrift erhaltenen Text, der jedoch am Schluß vielleicht verkürzt ist, gab Diemer in seinen "Deutschen Gedichten des 11. und 12. Jahrhunderts" (Wien 1849) heraus. Gute neuere Ausgaben des Gedichts besorgten Weismann (mit Übersetzung, Frankf. a. M. 1850, 2 Bde.) und Kinzel (Halle 1884).

Lamprecht von Regensburg, Franziskanermönch, der um den Schluß des 13. Jahrh. lebte, Verfasser der mystisch-allegorischen Dichtung "Tochter von Syon", welcher die damals beliebt werdende Vorstellung von der Vermählung der Seele mit Gott zu Grunde liegt, und eines gereimten "Lebens des heil.