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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Landesaufnahme

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Landesaufnahme (veröffentlichte Kartenwerke).

tionen auch die Arbeiten für alle kleinern Bundesstaaten (exkl. Bayern, Sachsen, Württemberg). Im folgenden geben wir eine Übersicht der topographischen Thätigkeit in den europäischen Ländern. Litteratur s. bei Landkarten.

Übersicht der veröffentlichten Kartenwerke der topographischen Büreaus.

[Deutschland.] Preußen. Die topographischen Originalaufnahmen 1:25,000 der königlich preußischen L. werden publiziert als Meßtischblätter (6 Minuten der Breite, 10 Min. der Länge) in 1:25,000. Bis 1876 sind von den Originalaufnahmen aus den Jahrgängen 1850-69 durch das kartographische Büreau des preußischen Handelsministeriums 234 Meßtischblätter in Lithographie veröffentlicht unter dem Titel: "Meßtischblätter der preußischen Provinz Sachsen etc." Seit 1876 wieder vom Generalstab ressortierend sind bis 1887 erschienen 1149 Blätter (Provinzen Westpreußen und Schleswig-Holstein, Reichsland Elsaß-Lothringen, beide Großherzogtümer Mecklenburg, Thüringen, Freie Städte Hamburg und Lübeck, die größten Teile der Provinzen Sachsen, Schlesien, Hessen-Nassau und kleinere Teile der Provinzen Pommern, Posen, Brandenburg, Hannover und der Rheinprovinz sowie des Herzogtums Braunschweig). Die Reduktion der Originalaufnahmen ergibt die "Karte des Deutschen Reichs 1:100,000". Die Herstellung derselben in 674 Blättern (von 30 zu 30 Min. Meridian und 15 zu 15 Min. Parallel) ist 1878 durch Vereinbarung zwischen Preußen, Bayern, Sachsen und Württemberg beschlossen; an der Bearbeitung derselben beteiligen sich diese Staaten nach Maßgabe ihres Gebiets: Preußen 544, Bayern 80, Sachsen 30, Württemberg 20 Blätter. Bis 1887 sind erschienen 436 Blätter, davon 406 von Preußen, 16 von Sachsen, 12 von Bayern und 2 von Württemberg bearbeitet. Als Ersatz für die noch nicht erschienenen Blätter der Karte des Deutschen Reichs dienen die bisher von den einzelnen Staaten herausgegebenen Karten deutschen Gebiets, soweit dieselben noch nicht durch die betreffenden Blätter der Reichskarte entbehrlich geworden sind: a) von der topographischen Karte des preußischen Staats 1:100,000 (Gradabteilungskarte, ehemals 338 Blätter) nur noch 15 Grenzblätter; b) von der Generalstabskarte des Rheinlandes und Westfalens 1:80,000 (ehemals 72 Blätter) noch 54 Blätter; c) Karte der hohenzollerischen Lande 1:50,000, 6 Blätter. Von der seit 1866 zum Ressort des Generalstabs gehörenden d) Papenschen Karte von Hannover 1:100,000 (ehemals 66 Blätter) noch 51 Blätter; e) topographische Karte von Baden 1:50,000, 50 Blätter, und 1:200,000, 6 Blätter; f) Karte vom Kurfürstentum Hessen 1:50,000, 40 Blätter, und 1:200,000, 2 Blätter. Außerdem ist in Besitz des Staats übergegangen: die Reymannsche Karte von Mitteleuropa (seit 1806 bearbeitet nach den Originalaufnahmen); dieselbe wird nunmehr herausgegeben und erweitert von der kartographischen Abteilung unter dem Titel: "Topographische Spezialkarte (Reymann) von Mitteleuropa 1:200,000"; beabsichtigt sind 796 Blätter, wovon 1887: 452 erschienen. Die "provisorische Karte von Elsaß-Lothringen 1:80,000" (38 Blätter) ist zum größten Teil durch die betreffenden Blätter der Karte des Deutschen Reichs 1:100,000 ersetzt. Anderweitige, durch Landesaufnahmen im Original hergestellte Karten deutschen Gebiets sind als Behelf für die noch fehlende Generalstabskarte: Oldenburg, Freiherr v. Schrenck, topographische Karte von Oldenburg 1:50,000 (1856: 14 Sektionen). Hessen, großherzoglicher Generalquartiermeisterstab, topographische Karte des Großherzogtums 1:50,000, 31 Sektionen. Bayern, a) topographischer Atlas des Königreichs Bayern in 1:50,000, Originalaufnahmen von 1789-1867 (seitdem Neubearbeitung), 1:28,000 und 1:25,000 (einzelne Landesteile 1:5000); vgl. darüber: Dürr, Die Reform der darstellenden Topographie und Erläuterungen zur Karte Freysing (1873, Wiener Ausstellung); "Das königlich bayrische topogr. Büreau". b) Positionskarte des Königreichs, 1878. Sachsen, a) topographische Karte vom Königreich Sachsen, topographisches Büreau, 1:100,000; 28 Sektionen seit 1872 fertig (ist bereits zum größten Teil in die "Karte des Deutschen Reichs" umgewandelt); Originalaufnahmen in 1:12,000, später 1:25,000, de l'Islesche Kartenprojektion zu Grunde gelegt. Ältere Ausgabe davon ist b) Oberreitsche Karte 1:57,600; 22 Sektionen seit 1837 herausgegeben, Neuauflage seit 1875. Die Meßtische werden als c) Äquidistantenkarte in 1:25,000 veröffentlicht, seit 1875. Württemberg. Statistisches Landesamt. a) Karte von Württemberg, seit 1818 bearbeitet, seit 1851 vollendet; 15,572 Meßtischplatten 1:2500 (Katastermaterial). 304 Städte in 1:1250. Auf diese Landesvermessung stützt sich: b) der topographische Atlas von Württemberg 1:50,000, seit 1829 in 1:25,000 aufgenommen auf 192 Meßtischen, zu 55 Blättern. Außerdem: c) topographische Karte von Württemberg mit Horizontalkurven von 10 m, 1:25,000, Lithographie, 85 Blätter bis 1882 erschienen. Von der großherzoglich badischen Oberdirektion des Wasser- und Straßenbaues ist die Bearbeitung einer neuen topographischen Karte des Großherzogtums Baden im J. 1875 beschlossen; dieselbe wird, nach den frühern, genau revidierten und berichtigten Originalaufnahmen bearbeitet, in 170 Meßtischblättern 1:25,000 (Kupferstich, Buntdruck) herausgegeben. Bis 1887 erschienen 162 Blätter.

[Belgien.] Militärisch-kartographisches Institut des Kriegsministeriums. Das Dreiecksnetz ist 1878 vollendet. a) Carte topographique de la Belgique 1:40,000, in Niveaulinien, 72 Blätter; b) Carte topographique 1:20,000. Originalaufnahme (das Verfahren mehr geometrisch als topographisch, Nivellement für sich gesondert, photographiert in 1:40,000), insgesamt 432 Sektionen auf 127 Blättern in farbigem Druck. c) Carte de la Belgique 1:160,000, 6 Blätter, neu, 1886, vornehmlich Verkehrskarte.

[Dänemark.] Die topographischen Arbeiten, auf hoher Stufe, bestehen in 1) Vermessung (seit 1830) auf Grund der Katastermappen: Reduktion derselben (byblade) und Placierung derselben nach Maßgabe des durch die Triangulation erhaltenen geographischen Netzes; 2) Nivellement (Haupt- und Detail-); 3) Detailaufnahme 1:20,000, Komplettierung der bybladerne; jährlich ca. 25 QMeilen fertig, mittels dänischer Kippregel. Hiernach also: a) Bybladerne; b) Generalstabens topografiske Kaart over Kongeriget Danmark 1:80,000 (umfaßt nur die Inseln), seit 1845, 29 Blätter, sämtlich erschienen; Niveaulinien 10, ältere 5 Fod; c) Kaart over Jydland, 131 Blätter 1:40,000, seit 1870; d) Generalkaart over Jydland 1:160,000, 9 Blätter und Titel. 1887 erschienen 4 Blätter und Titel.

[Frankreich.] Depot de la guerre, 3. Abteilung. a) Die Cassinische Carte géométrique de la France, dite de l'Académie, 1:86,400, 184 Blätter, von 1750-93 aufgenommen, wurde bis 1823 als militärisch-topographische Karte, damals ersten Ranges, kurrent erhalten. Ist seitdem ersetzt durch die b) Nou-^[folgende Seite]