Schnellsuche:

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: La Roche; Larmoyant; Lärmstange; Lärmzeichen; Larnaka; Larne

522

Larmoyant - La Roche.

mäßig sinkt, tritt heißer Dampf in das Rohr, schmelzt den Metallpfropfen hinweg und bringt die Pfeife (Alarmpfeife) zum Ertönen, wodurch der Kesselwärter veranlaßt werden soll, die eben herannahende Gefahr einer Kesselexplosion durch Wasserzuführung in den Kessel zu verhindern. Durch das mittels des Hebels HD bewegliche Ventil F kann man nachher die Pfropfenöffnung vorläufig verschließen, bis nach Abnahme der Pfeife ein neuer Pfropfen eingesetzt ist. Die genannte Metallmischung besteht aus Wismut, Blei und Zinn und ist je nach dem Druck, resp. der Temperatur des Dampfes verschieden zusammengesetzt. Für 4 Atmosphären, entsprechend 145° C., sind z. B. zu nehmen 2 Teile Wismut, 4 Teile Blei, 3 Teile Zinn. Der unter dem Namen Universalkontroll- und Sicherheitsapparat, Patent R. Schwartzkopff, bekannte Lärmapparat zeichnet sich vor dem Blakeschen in mehrfacher Hinsicht aus. Der Apparat besteht, wie aus Fig. 2 u. 3 ersichtlich, aus zwei ineinander montierten, konzentrisch angeordneten Metallrohren a und i, von denen das innere, unten geschlossene, oben offene Rohr i zur Aufnahme von zwei durch Serpentinkolben m isolierten Drähten d d bestimmt ist, an denen am obern und am untern Ende je eine trichterförmig ausgedrehte Schmelzbüchse k und k_{1} zur Aufnahme geschmolzener Legierungen befestigt ist. Diese Schmelzbüchsen sowie die von ihnen getragenen, in Form von geschlitzten Ringen angebrachten Legierungen l und l_{1} sind von dünnwandigen, gerade ins Innenrohr i hineinpassenden Kupfercylindern c und c_{1} umfaßt. Die Verschlußkolben v u. v_{1} sollen Verunreinigungen zurückhalten. Das innere Rohr i reicht mit seinem geschlossenen Ende B bis in die Nähe der höchsten feuerberührten Teile des Kessels, während das äußere, unten offene, oben geschlossene Rohr bei der Marke des niedrigst erlaubten Wasserstandes (NW) endigt. Der ringförmige Raum zwischen a u. i ist auf eine gewisse Strecke unterbrochen und an dieser Stelle (lediglich der bessern Abkühlung wegen) durch das schlangenförmige Verbindungsrohr o ersetzt. Der kleine Hahn h im obern Ringraum A dient zum Auslassen der Luft beim Anfeuern des Kessels. Der ganze Ringraum ist samt dem Rohr o bei normalem Wasserstand im Kessel mit Wasser gefüllt. Sinkt das Wasser unter die NW-Linie, so schmilzt unter dem Zutritt von Dampf der im obern Teil befindliche Legierungsring l (Schmelzpunkt bei ca. 100°). Die im untern Teil angebrachte Legierung l_{1} ist so gewählt, daß sie gerade dann schmilzt, wenn im Kessel die dem höchst zulässigen Druck entsprechende Temperatur erreicht ist (also, je nachdem der Kessel für 2, 3, 4, 5, 6 Atmosphären konzessioniert ist, bei 120, 134, 144, 152, 159° C.). Durch das Schmelzen eines der beiden Pfropfen füllt sich die zugehörige Schmelzbüchse mit der flüssigen, Elektrizität gut leitenden Legierung, so daß dadurch ein elektrischer Strom geschlossen, eine oder mehrere elektrische Klingeln in Bewegung gesetzt und zugleich, ähnlich wie bei den elektrischen Hotelklingeln, eine Signalscheibe sichtbar wird, aus welcher die Nummer des gefährdeten Kessels verzeichnet ist. Der Apparat funktioniert also in der Weise, daß er mit Hilfe einer elektrischen Leitung an beliebig vielen und beliebig weit von den Kesseln entfernten Stellen ein akustisches und ein optisches Signal gibt, 1) wenn der zulässige höchste Druck im Kessel erreicht, resp. um ein Geringes überschritten ist (kontrolliert also Manometer und Sicherheitsventil); 2) wenn der Wasserstand bis zur niedrigst erlaubten Linie gesunken ist (kontrolliert also alle Vorrichtungen zur Erkennung des Wasserstandes); 3) wenn der Kessel bei völligem Wassermangel angeheizt wird, und zwar noch, bevor eine gefährliche Erhitzung der Kesselbleche eingetreten ist; 4) wenn das Kesselwasser die dem höchsten zulässigen Druck entsprechende Temperatur aufgenommen hat, ohne daß gleichzeitig eine dieser Temperatur entsprechende Druckerhöhung eingetreten wäre (s. Siedeverzug).

^[Abb.: Fig. 2. Schwartzkopffs Universalkontroll- und Sicherheitsapparat.]

^[Abb.: Fig. 3. Details des obersten und untersten Teils des Schwartzkopffschen Apparats.]

Larmoyant (franz., spr. larmŏajāng), weinerlich. S. Comédie larmoyante.

Lärmstange, s. Fanal.

Lärmzeichen, s. Signal.

Larnaka (im Altertum Kition), Stadt auf Cypern, nahe der südöstlichen Küste, westlich vom Kap Greco, trotz seiner schlechten Reede und ungesunden Umgebung Hauptort eines der sechs Distrikte und Haupthandelsplatz der Insel, hat 3 Moscheen, 4 Kirchen, 2 Klöster, einen Hafenort (Marina) und 5-6000 Einw. (viele Mohammedaner). Der Aufschwung, den L. gleich nach der englischen Besitzergreifung nahm, war nur von kurzer Dauer.

Larne (spr. lárn), Stadt in der irischen Grafschaft Antrim, am Eingang zum Larne Lough, mit Leinen-, Segeltuch- und Lederfabriken, einem kleinen Hafen und (1881) 4716 Einw. Dabei eine Schloßruine, ein Cromlech und ein Schaukelstein.

La Roche (spr. rósch), Städtename, s. Roche.