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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Laurus Sassafras - Läuse.

Gottes teil; er verlieh dem Seher die Kraft, Verborgenes zu schauen, er ward auch das Abzeichen der Sänger und schmückte als corona triumphalis (s. Corona, Fig. 5) die Stirn des siegenden Helden. Auch später blieb der Lorbeerkranz ein Symbol des Ruhms; junge Doktoren wurden mit beerentragenden Zweigen geschmückt, woher nach einigen das Wort Bakkalaureus sich ableiten soll.

Laurus Sassafras, s. Sassafras.

Laurustīn, s. Viburnum.

Laurvig (Laurvik), Hauptstadt des norweg. Amtes Jarlsberg-L., am gleichnamigen Fjord, an dem Farrés-Elv und der Eisenbahn Drammen-Skien gelegen, mit (1886) 11,196 Einw., welche bedeutenden Handel und Schiffahrt treiben. Die Stadt besitzt 84 Schiffe von 26,168 Ton. Der Wert der Einfuhr betrug 1883: 3,069,200 Kronen, der der Ausfuhr (besonders Holz und Eisen) 2,790,000 Kronen. In der Nähe liegt ein schöner Buchenwald, von dem aus man eine prächtige Aussicht über Stadt und See genießt. L. ist Sitz eines deutschen Konsuls.

Laus (lat.), Lob; Mehrzahl: Laudes (s. d.); cum laude, mit Lob (bei Zensuren).

Laus, s. Läuse.

Lausanne (spr. losánn, röm. Lausonium), die Hauptstadt des schweizer. Kantons Waadt, liegt 514 m ü. M., 2 km vom Genfer See, äußerst angenehm am Abhang des Jurten auf drei Hügeln und in den dazwischen liegenden Thälchen und ist die zentrale Station der schweizerischen Gürtelbahn am Genfer See und Ausgangspunkt der in die Ostschweiz führenden Eisenbahnen über Neuchâtel-Biel und Freiburg-Bern, ferner mit dem Hafen Ouchy ebenfalls durch eine Eisenbahn und mit Echallens durch eine Schmalspurbahn verbunden. L. ist aus verschiedenen Stadtteilen entstanden, die im 14. Jahrh. zu einem Gemeinwesen vereinigt wurden. Zur Zeit der Eroberung durch Bern war L. noch mit Ringmauern und Türmen umgeben; jetzt ist die Stadt, obgleich noch immer zum Teil eng und hügelig, nach Pichards Plan bedeutend verschönert. Ein großartiger, 25 hoher und 188 m langer Viadukt (grand pont) von zwei Etagen dient zur Verbindung der durch ein Thal getrennten Quartiere St.-François und St.-Laurent, und durch Ausfüllung und Überwölbung wurde der große neue Platz Riponne gewonnen, auf welchem eine Kornhalle, ein Museum und mehrere Schulgebäude stehen. Ein sehenswertes Gebäude ist vor allem die 1000-1275 erbaute Kathedrale, in frühgotischem Stil (1876 wurde der Neubau des einen Turms über dem Chor vollendet). In dieser Kirche fand im Oktober 1536 die Disputation statt, welcher Calvin, Farel und Biret beiwohnten, und welche die Einführung der Reformation in der von den Bernern eroberten Landschaft zur Folge hatte. Noch sind von kirchlichen Gebäuden die St. Lorenzkirche, in die sich 1449 das Baseleler Konzil flüchtete, zu erwähnen. Das ehemalige bischöfliche Schloß in der Nähe der Kirche wird als Regierungsgebäude benutzt; unweit davon das große ehemalige Krankenhaus, jetzt als Schulgebäude benutzt, oberhalb der Stadt ein neues Krankenhaus. Von andern öffentlichen Gebäuden sind hervorzuheben: das 1454 erbaute Stadthaus auf dem Paludplatz, die 1822 nach dem amerkanischen Pönitenziarsystem erbaute Straf- und Besserungsanstalt, das Theater und der eidgenössische Justizpalast. Die Stadt zählt (1880) 30,179 Einw. (86 Proz. sind Reformierte, 78 Proz. sprechen französisch). Die Industrie ist nicht erheblich, bedeutender der Handel, welcher durch zwei Banken unterstützt wird. An wissenschaftlichen und gemeinnützigen Anstalten besitzt L.: eine 1537 gestiftete Akademie mit sechs Abteilungen (1883 nur 205 Studenten), ein Collège, eine École industrielle, eine Bildungsanstalt für Lehrer u. Lehrerinnen, eine Musikschule, eine Zeichen-, Turn- und Reitschule, eine Blinden- und eine Waisenanstalt, mehrere Spitäler, eine neuerbaute Irrenanstalt (5 km von L.) etc. Von Sammlungen sind bemerkenswert: das Kantonsmuseum mit Naturalienkabinett und einer Sammlung von Altertümern, das Musée Arlaud mit einer Sammlung von Gipsabgüssen und Gemälden, ein physikalisches Kabinett, eine Kantonsbibliothek von 60,000 Bänden etc. Noch bestehen in L. eine Société d'utilité publique, eine Naturforschende und eine Land- und Staatswirtschaftliche Gesellschaft. Seit Neujahr 1875 ist L. Sitz des eidgenössischen Bundesgerichts. Die schöne Lage der Stadt und der feine gesellige Ton ziehen aus allen Gegenden Europas zahlreiche Fremde zu längerm Aufenthalt an, und Hunderte von Knaben und Mädchen aus allen Ländern der Erde befinden sich in den vielen Erziehungs- und Unterrichtsanstalten. Die reizende Umgegend bietet die lieblichsten Landsitze und die entzückendsten Aussichten dar, so der Montbenon, hart vor der Stadt, und das Signal, auf einer entferntern Anhöhe. Bei dem Hafen Ouchy, wo Lord Byron seinen "Prisoner of Chillon" schrieb, steht das Hotel Beaurivage, von schönen Anlagen umgeben. - L., das im 6. Jahrh. gegründet ist, ward um 580 Sitz des von Avenches hierher verlegten Bistums und blieb es bis 1536, worauf Freiburg an seine Stelle trat. Im 16. Jahrh. kam es an den Kanton Bern und wurde 1803 Hauptstadt des Kantons Waadt. Vgl. Blanchet, L. dès les temps anciens (Lausanne 1863).

^[Abb.: Wappen von Lausanne.]

Lausbaumrinde, s. Rhamnus.

Lauscha, Dorf im Herzogtum Sachsen-Meiningen, Kreis Sonneberg, an der Linie Koburg-L. der Werraeisenbahn, hat drei Glashütten, viele Wachs- (Fisch-) Perlenfabriken, Glasaugen-, Schmelzfarben-, Schachtel- und Glasspielwarenfabrikation, eine Porzellanfabrik, Porzellanmalerei, Gasleitung und (1885) 3400 evang. Einwohner. L. verdankt seine Entstehung der hier von H. Greiner aus Schwaben und Chr. Müller aus Böhmen 1597 errichteten Glashütte, der ältesten des Thüringer Waldes.

Lausche, Phonolithkegel innerhalb des Sandsteins des Lausitzer Gebirges, liegt südwestlich von Zittau über Waltersdorf auf der Grenze von Sachsen und Böhmen, ist 796 m hoch und gewährt eine weite Umschau auf die industriereiche Gegend.

Lauscher, die Ohren des Raubwildes.

Lauschhügel (korrumpiert in: "Lausehügel"), s. Gräber, prähistorische.

Lauschkoller (Stillkoller), s. Dummkoller.

Laus Dēo (lat., "Lob sei Gott!"), Formel, welche sonst die Kaufleute über ihre Rechnungen zu setzen pflegten; daher im Scherz s. v. w. Rechnungszettel.

Läuse (Pediculina Burm.), Familie aus der Ordnung der Halbflügler, sehr kleine, flügellose Tiere mit weicher Körperbedeckung, kleinem, undeutlich gegliedertem Thorax, großem, ovalem, neunringeligem Hinterleib, fadenförmigen, fünfgliederigen Fühlern, kleinen, einfachen Augen, zweigliederigen Tarsen mit großem, hakenförmigem, gegen das Basalglied