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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Lennoxtown; Lenocinium; Lenormand; Lenormant; Lenôtre; Lens

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Lennoxtown - Lens.

Clyde bei Dumbarton bis in die Nähe von Stirling am Forth erstreckt und im Earl's Seat 577 m ansteigt. Der mittlere Teil derselben ist als Campsie Fells bekannt.

Lennoxtown (spr. -taun), malerisch gelegene Stadt in Stirlingshire (Schottland), 12 km nördlich von Glasgow, hat Bleichen, Kattundruckerei und (1881) 3249 Einw.

Lenocinium (lat.), s. v. w. Kuppelei.

Lenormand (spr. lönormāng), Marie Anne, bekannte Kartenschlägerin, geb. 27. Mai 1772 zu Alençon, ward bei den Benediktinerinnen daselbst erzogen, beschäftigte sich besonders mit Sprachen, Musik, Malerei und Dichtkunst und übte daneben früh die Kunst zu weissagen. 1790 ließ sie sich in Paris nieder und errichtete, durch eine Verhaftung auf Befehl des Wohlfahrtsausschusses bekannt geworden, 1794 sogar ein eignes Wahrsagebüreau. Selbst Leute aus den höchsten Ständen, darunter die Kaiserin Josephine und der Kaiser Alexander I. von Rußland, den sie auf dem Aachener Kongreß 1818 besuchte, zogen sie zu Rate. Ihre Prophezeiungen brachten sie mehrmals ins Gefängnis. 1809 aus Frankreich verwiesen, rächte sie sich von Brüssel aus durch die erst 1814 herausgegebene Schrift: "Souvenirs prophétiques d'une Sibylle, etc." (Par. 1814), worin sie den Sturz Napoleons I. prophezeite. Viel Aufsehen erregten auch ihre "Mémoires historiques et secrets de l'impératrice Joséphine" (Par. 1820, 2. Aufl. 1828). L. starb 25. Juni 1843 in Paris mit Hinterlassung eines erschwindelten Vermögens von fast 1 Mill. Frank. Ihre Biographie schrieb Francis Girault (Par. 1843). Vgl. Cellier-Dufayel, La vérité sur Madame L. (Par. 1845).

Lenormant (spr. lönormāng), 1) Charles, franz. Kunsthistoriker und Archäolog, geb. 1. Juni 1802 zu Paris, studierte anfangs Rechtswissenschaft, widmete sich dann archäologischen Studien und bereiste mit Champollion dem jüngern 1828 Ägypten. Nach seiner Rückkehr wurde er Konservator an der Pariser Bibliothek, erhielt 1840 eine Anstellung im Antikenkabinett des Louvre und 1848 die Professur der ägyptischen Archäologie am Collège de France. Er starb 24. Nov. 1859 in Athen. Unter seinen Werken sind hervorzuheben: "Trésor de numismatique et de glyptique" (Par. 1834-50, 20 Bde.); "Introduction à l'histoire orientale" (1838); "Musée des antiquités égyptiennes" (1835-42); "Élite des monuments céramographiques" (1837-61, 4 Bde., zusammen mit de Witte); "Questions historiques" (1845, 2 Bde.; 2. Aufl. 1854).

2) François, franz. Historiker und Archäolog, zugleich einer der Hauptvertreter der Assyriologie in Frankreich, Sohn des vorigen, geb. 17. Jan. 1837 zu Paris, machte sich noch jung durch Monographien über die Münzen der Lagiden (1856) und über den christlichen Ursprung der sinaitischen Inschriften (1859) bekannt, bereiste 1860 den Orient, wo er im Auftrag der Regierung die Ruinen des alten Eleusis untersuchte, und fungierte nach seiner Rückkehr als Unterbibliothekar des Instituts, bis er 1874 an Beulés Stelle zum Professor der Archäologie an der Nationalbibliothek ernannt wurde. Er starb 10. Dez. 1883 in Paris. Von seinen Schriften sind zunächst hervorzuheben: "Recherches archéologiques à Éleusis" (1862); "La révolution de la Grèce" (1862); "Essai sur l'organisation politique et économique de la monnaie dans l'antiquité" (1863); "Monographie de la voie sacrée éleusinienne" (1864); "Chefs d'œuvre de l'art antique" (1867-1869, 3 Bde.) und der Text zu dem Kupferwerk "Les tableaux du musée de Naples" (1868). Seine spätern Arbeiten beziehen sich meist auf die Urgeschichte der orientalischen Völker, so das von der Akademie preisgekrönte "Manuel d'histoire ancienne de l'Orient" (1868-69, 3 Bde. mit Atlas; 9. Aufl. 1881; fortgesetzt von Babelon, Bd. 4-6, 1885-88; deutsch bearbeitet von M. Busch, 2. Aufl., Leipz. 1871-72, 3 Bde.); ferner: "Lettres assyriologiques" (1871-1879, 5 Bde.); "Essai sur la propagation de l'alphabet phénicien dans l'ancien monde" (2. Aufl. 1875, 2 Bde.); "Le déluge et l'épopée babylonienne" (1873); "Les premières civilisations" (1874, 2 Bde.; deutsch, Jena 1875, 2 Bde.); "Les sciences occultes en Asie" (1874-75, 2 Bde.; deutsch, Jena 1878); "Études accadiennes" (Par. 1872-80); "Les principes de comparaison de l'Accadien et des langues touraniennes" (1876); "Étude sur quelques parties des syllabaires cunéiformes" (1876); "Les syllabaires cunéiformes" (1877); "La monnaie dans l'antiquité" (1878-79, 3 Bde.); "Les origines de l'histoire d'après la Bible" (1880-84, 3 Bde.); ferner: "La grande Grèce" (1881-84, 3 Bde.); "A travers l'Apulie et la Lucanie", Reiseskizzen (1883, 2 Bde.); "Monnaies et médailles" (1883) sowie zahlreiche Aufsätze, zumeist aus dem Gebiet der Assyriologie, in Zeitschriften, z. B. über die Götter Babyloniens und Assyriens (in der "Revue de France" 1877), u. a. Vgl. den Nekrolog von Babelon (Berl. 1885).

Lenôtre (spr. lönohtr), André, der Schöpfer des franz. Gartenstils (s. Gartenbau, S. 920), geb. 1613 zu Paris, Sohn eines Palastintendanten der Tuilerien, war erst Maler, dann Architekt, übte im Atelier Vouets das Entwerfen von Gartenplänen, beschäftigte sich auch praktisch mit der Anlage von Gärten und ging nach Rom, wo er den Garten der Villa Ludovisi in musterhaftem Renaissancestil anlegte, wenn auch mit den barocken Zuthaten jener Zeit. Nach Frankreich zurückgekehrt und mit 40 Jahren schon ein berühmter Mann, legte er den Garten des Finanzministers Fouquet in Vaux an, welcher den Neid des Königs Ludwig XIV. erregte und von diesem angekauft wurde. 1650-53 schuf L. den Garten von Versailles, der alle andern übertreffen sollte, und der die volle Zufriedenheit des prachtliebenden Königs gewann, obwohl er (mit dem Schloß) 200 Mill. Frank gekostet haben soll. L. legte noch die Gärten von Trianon, Meudon, St.-Cloud, Sceaux, Chantilly und die berühmte Terrasse von St.-Germain an, welche zu Vorbildern für die Gärten der Fürsten und Großen fast des ganzen übrigen Europa dienten. 1678 war L. wiederum in Italien thätig, auch richtete er im Auftrag König Karls II. von England die Gärten von Greenwich und den St. Jamespark in London ein; außerdem lieferte er Pläne für zahlreiche andre Gärten. Er wurde 1675 von Ludwig XIV. in den Adelstand erhoben und starb 1700 in Paris.

Lens (lat.), Linse, besonders als Pflanze, aber auch sonst, z. B. L. crystallina, Kristalllinse des Auges.

Lens (spr. längs), Stadt im franz. Departement Pas de Calais, Arrondissement Béthune, an der Nordbahn (mit Abzweigung über Carvin nach Lille), hat ergiebige Kohlengruben, Fabrikation von Rübenzucker, Maschinen, Seilerwaren etc. und (1886) 11,780 Einw. Hier erfocht Condé 20. Aug. 1648 einen Sieg über den österreichischen Erzherzog Leopold Wilhelm.

Lens, Andreas Cornelis, niederländ. Maler, geb. 31. März 1739 zu Antwerpen, war Schüler von Ykens und Beschey, bildete sich von 1764 bis 1769 zu