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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Leopold

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Leopold (Lippe, Österreich).

15,000 Pfd. Sterl. Im Januar 1881 ernannte ihn die Königin zum Herzog von Albany und Clarence. Im April 1882 vermählte er sich mit der Prinzessin Helene von Waldeck (geb. 17. Febr. 1861), starb aber mit Hinterlassung von zwei Kindern 28. März 1884 in Cannes.

[Lippe.] 13) L. Paul Alexander, Fürst zur Lippe, geb. 6. Nov. 1796 zu Detmold, ältester Sohn des Fürsten Friedrich Wilhelm Leopold, wurde nach dem am 4. April 1802 erfolgten Tod seines Vaters unter der Leitung seiner Mutter Pauline, die während seiner Minderjährigkeit regierte, erzogen, studierte seit 1814 mit seinem Bruder Friedrich zu Göttingen und übernahm, nachdem er sich 23. April 1820 mit der Prinzessin Emilie von Schwarzburg-Sondershausen vermählt hatte, 4. Juni 1820 die Regierung. Er verbesserte die Polizeiverwaltung, verminderte die Abgaben, beförderte die Landeskultur, gab dem Lande die landständische Verfassung von 1836 und verhinderte 1848 durch seine Mäßigung den Ausbruch größerer Unruhen. Er starb 1. Jan. 1851. Ihm folgte der Erbprinz Paul Friedrich Emil Leopold, geb. 1. Sept. 1821. Dieser führte mit Hilfe seiner berüchtigten Minister Hannibal Fischer und v. Oheimb durch den Umsturz der Verfassung von 1849 und die Berufung einer Kammer nach dem alten Wahlgesetz, die seine Wünsche in betreff der Domänen erfüllte, einen Konflikt mit seinem Land herbei, dessen Lösung er durch seine hartnäckige Weigerung, die Rechte des Landes anzuerkennen, unmöglich machte. Seit 17. April 1852 mit der Prinzessin Elisabeth von Schwarzburg-Rudolstadt vermählt, starb er 8. Dez. 1875. Ihm folgte sein Bruder Woldemar.

[Österreich.] Markgrafen und Herzöge von Österreich aus dem babenbergischen Haus:

14) L. I. (Liutpold), der Erlauchte, erster Markgraf von Österreich, nach der alten, von seinem Nachkommen B. Otto v. Freising bezeugten Überlieferung ein Abkömmling der ostfränkischen Babenberger, Bruder Bertholds vom Nordgau, welche beide ob ihrer Treue in dem Kampf Ottos II. gegen die bayrische Empörung 976 von diesem belohnt wurden. L. erhielt die bayrische Ostmark (Niederösterreich), welche er ansehnlich durch Rückeroberungen von den Magyaren erweiterte. Er ward 10. Juli 994 auf dem Reichstag zu Würzburg durch einen Pfeilschuß getötet. Ihm folgte sein Sohn Heinrich I.

15) L. III. (IV.), der Fromme oder Heilige, geb. 29. Sept. 1073, folgte seinem Vater Leopold II., dem Schönen, 1096 in der Regierung, bekriegte erst Heinrich den jüngern, den Sohn des Kaisers Heinrich IV., der sich gegen seinen Vater empört hatte, ließ sich aber sodann auf dessen Seite ziehen, vermählte sich 1106 mit dessen Tochter Agnes und verwandte deren großen Brautschatz zur Unterstützung Armer und zur Erbauung von Kirchen und Klöstern. Er starb 15. Nov. 1136 und hinterließ 6 Söhne und 5 Töchter. Am 6. Juni 1485 ward er vom Papst Innocenz VIII. kanonisiert, und er gilt seitdem für den Landespatron von Österreich, nach welchem viele Kirchen benannt wurden. Sein ältester Sohn, Leopold IV. (V.), erhielt 1139 das Herzogtum Bayern, starb aber schon 18. Okt. 1141. Vgl. Egger, Sankt L. (Wien 1885).

16) L. V., der Sohn Heinrich Jasomirgotts, geb. 1157, folgte diesem 1177 in der Regierung und nahm an zwei Kreuzzügen (1182 und 1190-92) teil. Auf dem letztern wohnte er der Belagerung von Ptolemais bei, entzweite sich aber hier mit dem König Richard Löwenherz von England. Dieser ließ, wie erzählt wird, hier, nach andern erst in Askalon, Leopolds Banner in den Staub treten. Aus Rache nahm L. jenen auf seiner Durchreise durch Deutschland gefangen, setzte ihn auf der Burg Dürnstein in Haft und lieferte ihn erst nach längern Verhandlungen 1194 an Kaiser Heinrich VI. aus, der von Richard ein großes Lösegeld erpreßte. Noch vor dem Kreuzzug (1186) hatte Ottokar VI., letzter Herzog von Steiermark, L. zum Erben eingesetzt, und 1192 trat L. diese Erbschaft wirklich an. Er starb 31. Dez. 1194 bei einem Turnier infolge eines Sturzes vom Pferde. Sein Nachfolger war sein Sohn Friedrich I.

17) L. VI., der Glorreiche, zweiter Sohn des vorigen, geb. 15. Okt. 1176, übernahm nach des Vaters Tod (1194) die Regierung des Herzogtums Steiermark und, als sein älterer Bruder, Friedrich I., 1197 nach Ptolemais zog, die der gesamten österreichischen Lande, welche ihm durch den frühen Tod Friedrichs im April 1198 ganz zufielen. L. ist gleich verdient als Gesetzgeber und Städteerbauer wie als Krieger und Feldherr. In den Kämpfen der Hohenstaufen und Welfen stand er auf der Seite Philipps von Schwaben, mit dem er seit 1203 durch Vermählung mit einer komnenischen Prinzessin, Theodora, verschwägert war. Nach Philipps Ermordung erkannte L. Otto IV. an und versuchte die Vereinigung der Häuser Hohenstaufen und Welf zu vermitteln; später trat er wieder zu dem Hohenstaufen Friedrich II. über. 1210 unternahm er einen Kreuzzug gegen die Albigenser, focht sodann mit Auszeichnung in Spanien gegen die Mauren, zog 1217 mit König Andreas von Ungarn nach Palästina, belagerte erfolglos den befestigten Berg Tabor und schloß sich 1218 den französischen Kreuzfahrern bei ihrer Unternehmung gegen Damiette an, von wo er 1219 heimkehrte. Häusliches Mißgeschick trübte seine letzten Jahre, indem sein ältester Sohn, Heinrich, sich 1226 gegen ihn empörte und nur mit Waffengewalt bezwungen werden konnte; derselbe starb 1228. Im Innern hatte sich L. Verdienste erworben durch Vergrößerung und Befestigung Wiens, Erteilung von städtischen Rechten an Wien, Neustadt, Graz etc. und durch Herstellung einer allgemeinen Gesetzsammlung, die später, in den Zeiten der Habsburger förmlich kodifiziert, unter dem Namen "Landweistum" oder "Landhantvest" bekannt ist. Auch war er ein Gönner und Pfleger der Dichtkunst und darum von den zeitgenössischen höfischen Sängern, insbesondere von Walther von der Vogelweide, gepriesen. Er starb 28. Juli 1230 zu San Germano in Italien, wo er den Frieden zwischen Friedrich II. und Gregor IX. vermittelt hatte, und hatte seinen Sohn Friedrich II. zum Nachfolger. Vgl. Skalla, Herzog L. der Glorreiche (Wien 1877).

Herzöge und Erzherzöge von Österreich aus dem habsburgischen Haus:

18) L. der Glorwürdige, dritter Sohn König Albrechts I., geb. 1290, rächte 1308 den Tod seines Vaters furchtbar an den Mördern, begleitete 1310 Heinrich VII. auf seinem Zug nach Italien, von wo er jedoch schon 1311 in die Heimat zurückkehrte, zog 1315 gegen die Schweizer Waldstädte, um sie der habsburgischen Herrschaft wieder zu unterwerfen, erlitt aber 15. Nov. im Paß von Morgarten durch die Bauern eine empfindliche Niederlage. Von unerschrockener Tapferkeit und voll Stolz auf das habsburgische Geschlecht, war er die Seele des Kampfes der habsburgischen Partei gegen Ludwig den Bayern und setzte auch nach der Niederlage und Gefangennahme seines Bruders