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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Liegnitz; Liek; Lien; Lienbacher; Liënterie; Lienz; Lier

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Liegnitz - Lier.

(247,04 QM.), hat (1885) 1,035,376 Einw. (darunter 856,089 Evangelische, 170,759 Katholiken und 5080 Juden) und besteht aus den 21 Kreisen:

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Kreise QKilometer QMeilen Einwohner Einw. auf 1 QKilom.

Bolkenhain 359 6,52 31805 89

Bunzlau 1040 18,89 50573 57

Freistadt 876 15,91 51703 59

Glogau 936 17,00 75990 81

Goldberg-Haynau 609 11,06 49854 82

Görlitz (Stadtkreis) 18 0,33 55702 -

Görlitz (Landkreis) 867 15,75 50998 59

Grünberg 857 15,57 52764 62

Hirschberg 598 10,86 69732 117

Hoyerswerda 868 15,76 33061 38

Jauer 328 5,96 35118 107

Landeshut 397 7,21 48588 122

Lauban 519 9,43 67113 129

Liegnitz (Stadtkreis) 17 0,31 43347 -

Liegnitz (Landkreis) 621 11,10 44945 72

Löwenberg 751 13,64 63243 90

Lüben 630 11,44 33630 53

Rothenburg 1126 20,45 50919 45

Sagan 1110 20,16 56536 51

Schönau 348 6,32 24928 72

Sprottau 727 13,02 35827 49

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Vgl. Tomasczewski, Topographisch-statistisches Handbuch für den Regierungsbezirk L. (Liegn. 1880).

Liegnitz, Auguste, Fürstin von, geborne Gräfin Harrach, zweite Gemahlin König Friedrich Wilhelms III. von Preußen, geb. 30. Aug. 1800 als einzige Tochter des Grafen Ferdinand von Harrach, verlebte ihre Jugend im Kloster zu Preßburg und in Dresden und lernte in Teplitz Friedrich Wilhelm kennen, den sie durch ihre Schönheit und Anmut fesselte, und der sich 9. Nov. 1824 zu Charlottenburg in morganatischer Ehe mit ihr vermählte und sie zur Fürstin von L. und Gräfin von Hohenzollern ernannte. Am 25. Mai 1826 trat sie zur evangelischen Kirche über. Durch die Bescheidenheit und Liebenswürdigkeit ihres Charakters sowie durch ihre Mildthätigkeit wußte sie sich nicht nur die Liebe des Königs und seiner Familie zu erhalten, sondern sich auch große Beliebtheit beim Volk zu erwerben. Nach dem Tode des Königs lebte sie in stiller Zurückgezogenheit teils in Berlin und Potsdam, teils am Genfer See. Sie starb 5. Juni 1873 in Homburg und ward im Mausoleum zu Charlottenburg beigesetzt.

Liek, das Tau, mit dem die Segel eingefaßt werden, um ihnen Halt und Festigkeit zu geben. Oberliek oder Anschlagliek heißt die Oberkante, Unterliek die Unterkante, stehendes L. die Seitenkanten der Segel. Bei Stag- und Gaffelsegeln wird das vordere Vor-, das hintere Hinter- oder Achterliek, bei Gaffelsegeln das oberste das Anschlagliek genannt.

Lien (lat.), Milz; L. mobilis, Wandermilz; L. succentoriatus, Nebenmilz.

Lienbacher, Georg, österreich. Politiker, geb. 18. April 1822 zu Kuchl bei Golling (Salzburg), studierte in Wien die Rechte, wurde nach längerer Thätigkeit im praktischen Justizdienst 1859 Chef der Staatsanwaltschaft in Wien und zugleich Gesetzgebungsreferent im Justizministerium und im Ministerratspräsidium, seit 1870 Mitglied des obersten Gerichtshofs, schied aber 1887 aus dem Staatsdienst und ließ sich in Salzburg nieder. Seit 1873 Mitglied des Abgeordnetenhauses, schloß er sich als eifriger Klerikaler der Rechtspartei an. Doch mißbilligte er den engen Bund dieser Partei mit den Slawen und trat wiederholt für das Deutschtum ein. Er arbeitete als Gesetzgebungsreferent mehrere wichtige Gesetze aus, wie das Preßgesetz von 1862, das Gesetz zur Regelung des Strafverfahrens in Rechtssachen, die Strafgesetznovelle von 1862, das Theatergesetz sowie einen Teil des allgemeinen Strafgesetzes und der Strafprozeßordnung, und schrieb: "Die Preßfreiheit" (Wien 1861); "Historisch-genetische Erläuterungen des österreichischen Preßgesetzes" (das. 1863); "Praktische Erläuterungen des österreichischen Preßgesetzes" (das. 1868); "Das österreichische Polizeistrafrecht" (4. Aufl., das. 1880).

Liënterie, eine Diarrhöe, bei welcher mit den diarrhoischen Exkrementen unverdaute Nahrungsmittel abgehen.

Lienz (spr. li-enz), Stadt in Tirol, in einer weiten Ebene des Pusterthals, nahe der Grenze Kärntens, 667 m ü. M., am Einfluß der Isel in die Drau und an der Eisenbahn Marburg-Franzensfeste gelegen, hat ein stattliches Schloß mit zwei Türmen, jetzt Amtshaus, eine gotische Pfarrkirche, ist Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirkgerichts und zählt (1880) 2823 Einw. L. ist wegen seiner schönen Lage und als Ausgangspunkt für Touren in die Tauern und Dolomite im Sommer viel besucht. In der Umgebung befinden sich die kleinen Badeorte Leopoldsruhe und Jungbrunn und 2 km nordwestlich das schöne Schloß Bruck. In der Nähe stand einst die römische Mansion Aguntum, an der Straße von Aquileja nach Veldidena.

Lier (Lierre), Stadt in der belg. Provinz Antwerpen, Arrondissement Mecheln, am Zusammenfluß der Großen und Kleinen Nethe, Knotenpunkt an der Eisenbahn Aachen-Antwerpen, hat eine gotische Kirche aus dem 15. Jahrh. mit vortrefflichen Gemälden, ein Rathaus, ein Lehrerseminar, eine höhere Knabenschule, Seiden-, Spitzen-, Rübenzucker- und Schuhfabrikation, Stickerei, Salzsiederei, Bierbrauerei und (1885) 18,156 Einw. L. war im Mittelalter durch seine Tuchindustrie berühmt und bis 1784 ein befestigter Platz.

Lier, Adolf, Maler, geb. 21. Mai 1826 zu Herrnhut in Sachsen, arbeitete in Zittau als Maurerlehrling, bezog darauf die Dresdener Bauschule, war 1848 bei dem Museumsbau in Basel beschäftigt und wendete sich 1849 nach München, wo er seiner eigentlichen Neigung, der Malerei, folgen konnte und Schüler Richard Zimmermanns wurde, der ihn rasch förderte. 1861 besuchte L. Paris, wohin er 1864 auf längere Zeit übersiedelte. Hier gewann insbesondere der Landschafter Jules Dupré Einfluß auf ihn, und L. folgte diesem deshalb nach Isle Adam an der Oise. Während er bis dahin im Stil der deutschen Romantik gemalt hatte, wurde fortan die französische Stimmungslandschaft sein Vorbild. Von Frankreich ging L. 1865 nach England und hielt sich drei Monate in London und dessen Umgebung auf, dann ließ er sich in München nieder. Anfangs behandelte er französische Motive (Strand bei Etretat, Mondschein an der Oise, in der Dresdener Galerie), später aber ausschließlich Motive aus der Umgebung Münchens, wobei er in erster Linie nach der Wiedergabe des Stimmungsgehalts der Landschaft strebte, die er bisweilen mit Schafen, Weidevieh, Hochwild u. dgl. staffierte. Mondschein, Nebel- und Regenstimmung bevorzugte er. Seine Hauptbilder dieser Gattung, in welcher er mit E. Schleich verwandt ist, sind: Kanallandschaft von Schleißheim (1868), Landstraße bei München im Regen (1872), Herbstlandschaft am Abend mit heimkehrender Herde (1876), im Eichenwald (1877), Abend an der Isar (1877, Berliner Nationalgalerie), am Starnberger See (1879), Teich an der Landstraße bei Pang (1879), Freisinger Moor bei Dachau (1881),