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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Lierganes - Life-preserver.

Theresienwiese mit Ruhmeshalle (1882, Münchener Pinakothek) und Sonnenuntergang an der schottischen Küste (1882, königliche Galerie zu Stuttgart). Von 1869 bis 1873 war er auch als Lehrer thätig und hat auch später einen großen Einfluß auf die neuere Richtung der Münchener Landschaftsmalerei geübt. Er starb 30. Sept. 1882 zu Vahrn bei Brixen in Tirol.

Lierganes, Flecken in der span. Provinz Santander, im Thal des Küstenflusses Miera, mit lauen Schwefelquellen (23° C.) und (1878) 2020 Einw.

Liernurs pneumatisches System, s. Exkremente.

Lieschgras, s. Phleum.

Lieselberg (Lesselberg), Berg im Odergebirge, im südlichsten Teil des Mährischen Gesenkes, ist 670 m hoch und hat die Quelle der Oder.

Lieser, linksseitiger Nebenfluß der Mosel in der preuß. Rheinprovinz, kommt aus der Eifel und mündet unterhalb Wittlich.

Liesing, Dorf in der niederösterreich. Bezirkshauptmannschaft Sechshaus, 7 km von Wien, an der Südbahn (mit Abzweigung nach Kaltenleutgeben) gelegen, hat (1880) 4371 Einw., ein Versorgungshaus der Stadt Wien und mehrere große industrielle Etablissements, darunter eine Kerzen- und Seifenfabrik, eine Kattun- und Schafwollwarenfabrik, eine chemische Fabrik und eine der größten Bierbrauereien Österreichs, welche jährlich 280,000 hl Bier erzeugt.

Liespfund, ein im nördlichen Deutschland, Dänemark, Schweden und den russischen Ostseehäfen bei Bestimmung der Landfracht übliches Gewicht, gewöhnlich der 20. Teil eines Schiffspfundes, = 14, in den russischen Ostseehäfen = 20 Handelspfund.

Liestal, Hauptstadt des schweizer. Kantons Basel-Landschaft, im Thal der Ergolz, die hier einen hübschen Wasserfall bildet, Station der Zentralbahnlinie Basel-Olten-Luzern, von welcher hier eine Linie nach Waldenburg abzweigt, mit (1880) 4679 Einw. In einem Seitenthal das Bad Bubendorf (s. d.).

Lieue (franz., spr. ljöh), die franz. Meile; die alte L. de France, von welcher 25 auf einen Grad des Äquators gingen, hielt 0,6 geogr. Meile; die neue L. ist = 10 km, und es gehen davon 11,11 auf einen Grad des Äquators.

Lieutenant, s. Leutnant.

Lieven, Christoph Andrejewitsch, Fürst von, russ. General und Diplomat, geb. 1777 aus einem alten baltischen Geschlecht, welches seinen Ursprung von Kaupo, dem letzten Livenfürsten, herleitete, war erst Kriegsminister, seit 1809 Gesandter in Berlin und 1812-34 in London, auf welchem Posten er sich bei den Verhandlungen über die Befreiung Griechenlands und die Trennung Belgiens sehr thätig bewies, und ward dann zum Kurator des Großfürsten Alexander ernannt. Er starb 10. Jan. 1839 in Rom. - Seine Gemahlin Dorothea, Fürstin von L., geborne v. Benkendorf, geb. 30. Dez. 1784, spielte geraume Zeit in den Kreisen der Diplomatie eine hervorragende Rolle. Kaum der Kindheit entwachsen, ward sie mit L. vermählt, begleitete denselben nach Berlin und London und galt hier als einflußreiches Mitglied der diplomatischen Zirkel. Schon 1828 zur Ehrendame der Kaiserin ernannt, erhielt sie 1834 am russischen Hof eine selbständige Stellung. 1837 ließ sie sich in Paris nieder und verließ seitdem diese Stadt nur vorübergehend, so nach Ausbruch der Revolution von 1848, wo sie nach London, und im Februar 1854 nach Ausbruch des Kriegs zwischen Rußland und den Westmächten, wo sie nach Brüssel übersiedelte. Seit 1855 verließ sie Paris nicht mehr. Ihr Salon im alten Hôtel Talleyrand war geraume Zeit neutraler Sammelplatz der europäischen Diplomatie und der politischen Größen Frankreichs. Sie starb 27. Jan. 1857 in Paris.

Lievensz (Livens), Jan, holländ. Maler und Radierer, geb. 24. Okt. 1607 zu Leiden, lernte erst bei Joris van Schooten, dann bei P. Lastman zu Amsterdam und bildete sich unter dem Einfluß Rembrandts weiter aus. Im 24. Jahr ging er nach England, wo er Karl I., die Königin und viele Vornehme malte. Sodann ließ er sich in Antwerpen nieder, wo er 1634-35 in die St. Lukasgilde trat. 1661 wurde er in die Malergilde im Haag aufgenommen und war zuletzt wieder in Leiden thätig, wo er noch 1672 am Leben war. L. stand anfänglich vollkommen unter dem Einfluß Rembrandts, später jedoch berührten ihn auch die Kunstweisen van Dycks und Rubens'. Von Historienbildern sind ihm nur die Enthaltsamkeit des Scipio im Stadthaus zu Leiden und die Heimsuchung Mariä im Louvre mit einiger Sicherheit zuzuschreiben. Porträte von seiner Hand besitzen das Reichsmuseum zu Amsterdam, die Münchener Pinakothek, das Wiener Belvedere und das Berliner Museum. Seine Radierungen (etwa 60) stehen an malerischer Kraft denen Rembrandts nach, erreichen sie aber in der Durchbildung des Helldunkels.

Liévin (spr. -wäng), Flecken im franz. Departement Pas de Calais, Arrondissement Béthune, an der Souchez, hat (1886) 9998 Einw. und ergiebige Steinkohlengruben (jährlicher Ertrag ca. 175,000 Ton.).

Liezen (Lietzen), Marktflecken in Obersteiermark, im Ennsthal, an der Linie Bischofshofen-Selzthal der Österreichischen Staatsbahnen gelegen, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts, mit Schloß, Eisenwerken, Torfstich, Dampfsäge, Pferdemärkten und (1880) 1922 Einw.

Liezen-Mayer, Alexander, Maler, geb. 24. Jan. 1839 zu Raab (Ungarn), besuchte die Wiener und die Münchener Akademie und seit 1862 das Atelier Pilotys. Unter des letztern Leitung malte er: die Königinnen Maria und Elisabeth von Ungarn am Grab Ludwigs d. Gr. und die Krönung Karls von Durazzo im Dom zu Stuhlweißenburg. Drei Jahre später erhielt er in einer akademischen Konkurrenz den ersten Preis, und es wurde ihm die Ausführung des Bildes: Elisabeth von Thüringen wird heilig gesprochen, übertragen. 1867 malte er: Maria Theresia, das Kind einer armen Kranken säugend, und dann den Vorhang des Theaters am Gärtnerplatz in München: die Poesie, von den Musen umgeben. 1867 verließ er die Akademie, um sich mit Porträtmalen zu beschäftigen. Auch zeichnete er Illustrationen zu Goethe und Schiller. 1870 begab er sich nach Wien, wo er den Kaiser und mehrere Angehörige der Aristokratie porträtierte. 1872 kehrte er nach München zurück. In demselben Jahr malte er Imogen und Jachimo nach Shakespeares "Cymbeline", Szenen aus Goethes "Faust" und 1873 die Unterzeichnung des Todesurteils der Maria Stuart durch Elisabeth (Museum zu Köln), eins seiner Hauptwerke, bei welchem freilich der Schwerpunkt in der virtuosen Stoffmalerei liegt. Es folgten drei Kartons zu Scheffels "Ekkehard", 50 Kartons zu Goethes "Faust" und 32 Illustrationen zu Schillers "Lied von der Glocke", die durch Holzschnitt vervielfältigt worden sind. Im Oktober 1880 folgte er einem Ruf als Direktor der Kunstschule nach Stuttgart, kehrte aber 1883 nach München zurück, wo er als Professor der Historienmalerei an der Kunstakademie thätig ist.

Life-preserver (engl., spr. leif-priserwer, "Lebensschützer"), Stock mit Bleiknopf od. dgl., Totschläger.