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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Liffey; Lifford; Lifu; Liga; Ligade; Ligamenta; Ligarĭus; Ligāto; Ligatūr; Liger; Ligeti

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Liffey - Ligeti.

Liffey (spr. líffi), Fluß in der irischen Provinz Leinster, entspringt in Wicklow und mündet nach sehr gewundenem, 114 km langem Lauf in die Bai von Dublin.

Lifford, Hauptstadt der irischen Grafschaft Donegal; am Foyle, Strabane gegenüber, mit nur (1881) 511 Einw.

Lifu (Chalrol), s. Loyaltyinseln.

Liga (ital., "Band, Bündnis", franz. Ligue, spr. lihghe), im 16. und 17. Jahrh. gleichbedeutend mit Alliance; doch bezeichnet die Geschichte einige Bündnisse vorzugsweise mit dem Namen L. Dahin gehört zunächst die L. fürs Gemeinwohl (la Ligue du bien public), 1465 gegen Ludwigs XI. von Frankreich Despotie geschlossen. An der Spitze standen der Graf Karl von Charolais (der spätere Karl der Kühne von Burgund), der Herzog Karl von Berri, Franz II. von Bretagne und der Graf Armagnac, welche im Frieden von St.-Maur von Ludwig XI. einige nachher nicht gehaltene Versprechungen erzwangen. Die L. von Cambrai, ein Bündnis, welches König Ludwig XII. von Frankreich 1508 mit dem Kaiser Maximilian, dem König Ferdinand von Spanien und Papst Julius II. hauptsächlich zur Demütigung Venedigs schloß, löste sich bei dem gegenseitigen Mißtrauen schon 1510 wieder und machte der Heiligen L. Platz, die im Oktober 1511 zwischen dem Papste, dem König Ferdinand von Spanien und Venedig gegen den Kaiser Maximilian I. und den König Ludwig XII. von Frankreich vereinbart wurde. Auch England trat im folgenden Jahr bei. Den Namen der Heiligen L. erhielt sie wegen der Teilnahme des Papstes. Sie löste sich 1513 mit dem Tode des Papstes auf. Als 1537 die protestantischen Fürsten zum Schutz ihres Religionsbekenntnisses in Schmalkalden ihr Bündnis erneuert hatten, vereinigten sich auch die katholischen Fürsten und die Erzbischöfe von Mainz und Salzburg in Nürnberg 10. Juni 1538 zur Katholischen oder Heiligen L.; doch ward ihrer Wirksamkeit schon durch den Waffenstillstand von Frankfurt 19. April 1539 ein Ziel gesetzt. Eine L., ebenfalls die Heilige genannt, ward in Frankreich Mitte Januar 1585 im Schloß Joinville geschlossen von dem König Philipp II. von Spanien, den Herzögen von Guise und Mayenne und dem Kardinal Bourbon, weil Heinrich III. 1584 nach dem Tod Franz' von Anjou den protestantischen König von Navarra, Heinrich (Bourbon), als Thronfolger anzuerkennen versprochen hatte, wenn er Katholik würde. Die Verbündeten sagten die Nachfolge dem Oheim des letztern, dem Kardinal von Bourbon, zu, erließen 1. April ein Manifest und entwarfen einen Plan zur vollkommenen Ausrottung des Protestantismus. Heinrich III. ließ sich von seiner Mutter Katharina von Medici bewegen, durch das Edikt von Nemours (Juli 1585) der L. beizutreten. Die Folge war der "Krieg der drei Heinriche" (s. Hugenotten, S. 769). Zwar ließ Heinrich III. das Oberhaupt der L., Heinrich von Guise, zu Blois 1588 ermorden, hob die L. auf, vereinigte sich mit Heinrich von Navarra und rückte vor Paris, wurde aber auf Anstiften der ligistischen Geistlichkeit von Clément 1589 ermordet. Heinrich von Navarra schlug die Ligisten aus dem Feld, gewann im Einverständnis mit der Bürgerschaft von Paris, Orléans und Rouen diese Stützpunkte der L. und benahm durch seinen Übertritt zum Katholizismus und die Aufhebung des päpstlichen Bannes der L. den Vorwand ihrer Existenz. Sie löste sich daher 1596 auf; ihre Anhänger erhielten Amnestie, die Spanier mußten Frankreich räumen. Vgl. Graf de l'Epinois, La ligue et les papes (Par. 1886). Eine andre Katholische L. wurde der protestantischen Union gegenüber 10. Juli 1609 zu München von den Bischöfen von Würzburg, Konstanz, Augsburg, Passau und Regensburg unter Oberleitung des Herzogs Maximilian von Bayern zur Erhaltung der katholischen Religion geschlossen; in der Folge traten ihr auch die katholischen Stände des bayrischen und schwäbischen Kreises und die drei geistlichen Kurfürsten und 1613 der Kaiser Matthias bei. Bei Beginn des Dreißigjährigen Kriegs stand die L. dem Kaiser Ferdinand II. bei; ihr Heer unter Maximilian von Bayern und Tilly siegte über die böhmischen Protestanten am Weißen Berg (1620), vertrieb den Kurfürsten von der Pfalz aus seinen Erblanden und trug durch die katholischen Restaurationsversuche den Krieg auch nach Norddeutschland. Seit Wallensteins Auftreten (1626) verminderte sich aber ihr Ansehen gegen das des Kaisers, und Gustav Adolfs Auftreten brach vollends ihre Kraft. Sie löste sich noch vor dem westfälischen Friedensschluß auf. Ludwig XIII. von Frankreich schloß 1629 eine L. mit Venedig, Florenz, Mantua, Genua, der auch der Herzog von Savoyen beitreten mußte; ihr Zweck war, die italienischen Fürsten vor Spanien zu sichern. - Ligue germanique heißt bei den französischen Publizisten der deutsche Fürstenbund (s. d.). - Über die Patriotenliga s. d.

Ligade (v. lat. ligare, "binden"), s. Fechtkunst, S. 90.

Ligamenta (lat.), in der Anatomie s. v. w. Bänder (s. d.), z. B. l. capsularia, Kapselbänder der Gelenke; l. flava, gelbe Bänder zwischen den Wirbelbogen.

Ligarĭus, Quintus, röm. Senator und Anhänger des Pompejus, ward 51 v. Chr. Legat des Prokonsuls Gajus Considius Longus in Afrika und kämpfte 49 gegen die Cäsarianer unter Curio und 46 gegen Cäsar selbst, der ihn nach der Schlacht bei Thapsos gefangen nahm und verbannte. Er wurde darauf von Älius Tubero angeklagt, aber von Cicero in der noch vorhandenen Rede "Pro Ligario" verteidigt und nunmehr von Cäsar völlig begnadigt. Gleichwohl beteiligte er sich an der Verschwörung gegen Cäsar, worauf er 43 durch die Proskriptionen der Triumvirn den Tod fand.

Ligāto (ital.), s. v. w. Legato.

Ligatūr (lat.), in der Musik s. v. w. Bindung, die Zusammenziehung zweier Noten von gleicher Tonhöhe zu einem einzigen Ton, was durch einen über beide Noten gezogenen Bogen angezeigt wird; in der mittelalterlichen Mensuralmusik Zeichen, welche mehrere Noten zusammenfaßten, eins der schwierigsten Kapitel der Mensuraltheorie (vgl. Riemann, Studien zur Geschichte der Notenschrift, S. 239-253). - Über L. als chirurgische Operation s. Unterbindung. - In der Paläographie nennt man L. das Zusammenziehen einzelner Buchstaben, welches von den Schreibern des Mittelalters, um Raum zu sparen, oder aus Bequemlichkeit, um die Feder nicht abzusetzen, geübt wurde. Von der Handschrift ging die L. auf die anfangs aus Holz geschnittenen, später gegossenen Lettern über, namentlich bei æ, œ, ch, st etc.

Liger, antiker Name der Loire.

Ligeti, Anton, ungar. Maler, geb. 1823 zu Groß-Károly, war anfangs Kaufmann, ging aber 1845 zu seiner Ausbildung als Künstler nach Italien, wo er sich an den Landschaftsmaler Karl Marko in Florenz anschloß, und kehrte 1848 zurück. Auf Kosten des Grafen Stephan Károlyi unternahm L. 1855 eine mehrjährige Reise nach Ägypten, Palästina, dem Libanon,