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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Li Hung Tschang; Ligūrische Stufe; Ligūrisches Meer; Ligurīt; Ligustrum; Liieren; Lijmfjord; Lika; Likör

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Ligurisches Meer - Likör.

der neuen Republik nach innen und außen sich erstellen. 1802 trat an die Stelle des Direktoriums wieder ein Doge. Nachdem die Republik 4. Juni 1805 dem französischen Kaiserreich einverleibt worden, ward ihr Gebiet in die drei Departements Apennin, Genua und Montenotte eingeteilt.

Ligūrisches Meer, die nördlichste Ausbuchtung des westlichen Mittelmeers zwischen der Provence und Corsica, dem Toscanischen Archipel und Ligurien. Steilufer ringsum und ebenso steiler Abfall des Meeresgrundes zu beträchtlicher Tiefe, infolgedessen Armut an Fischen charakterisieren diesen Teil des Mittelmeers. Dafür sind seine Ufer mit ihren zahlreichen Buchten und Vorgebirgen ebenso ausgezeichnet durch ihre Naturschönheiten wie durch treffliche, die Anwohner zum Schiffahrtsbetrieb bestimmende Häfen: Genua, Savona, Spezia, Avenza, Porto Maurizio u. a. S. Karte "Italien, nördliche Hälfte".

Ligūrische Stufe, s. Tertiärformation.

Ligurīt, s. Titanit.

Ligustrum Tourn. (Liguster, Hartriegel, Rainweide), Gattung aus der Familie der Oleaceen, kahle Sträucher oder kleine Bäume mit dauernden oder doch sehr spät abfallenden, ganzen Blättern, endständigen, weißen Blütenrispen und zweifächeriger Beere. 25 Arten in Europa, Asien, Australien. L. vulgare L. (Beinholz, Tintenbeerstrauch, Zaunriegel) ist ein 1,5-4,5 m hoher Strauch in Mittel- und Südeuropa und den Kaukasusländern, hat gegen- oder zu drei wirtelständige, elliptische, bis 5 cm lange, etwas lederartige, in Südeuropa erst im nächsten Frühjahr abfallende Blätter, länglich pyramidenförmige Blütenrispen und härtliche, schwarze, auch weiße, gelbe oder grüne Beeren. Man kultiviert diesen Strauch wie auch mehrere japanische Arten in Gärten und benutzt ihn vorteilhaft zu Hecken. Das Holz ist glatt, hart, zäh und fest und dient zu Drechsler- und Schnitzarbeit sowie zu Pflöcken für die Schuhmacher. Die biegsamen jungen Zweige benutzt man zu Korbarbeiten.

Li Hung Tschang, chines. Staatsmann und Feldherr, geboren um 1825 in der Provinz Nganhui als Sohn eines armen Gelehrten, erhielt eine gute Erziehung, bestand seine Prüfungen mit Erfolg und trat 1848 in die Akademie der Hanlin ein. Als 1853 der Aufstand der Taiping sich auch in seine Heimatsprovinz verbreitete, stellte sich L. an die Spitze einer kleinen Streitmacht und trieb sie zurück. Hierfür ernannte ihn der Generalgouverneur der beiden Kiang, Tseng Kuo Fan (der Vater des Gesandten Marquis Tseng), zu seinem Sekretär; 1861 wurde er zum Provinzialrichter in Tschekiang, dann zum Gouverneur der Provinz Kiangsu befördert. Bei der Eroberung dieser von den Rebellen besetzten Provinz zeigte er solches Geschick und solche Tapferkeit, daß er den Ehrentitel eines Gouverneurs der kaiserlichen Prinzen, später wegen seiner verdienstlichen Operationen mit einer Flotte vor Nanking den erblichen Adel erhielt. 1864 wurde er Nachfolger seines Gönners Tseng als Generalgouverneur der beiden Kiang und als Gouverneur der Provinz Petschili. Seit 1883 führte er den Oberbefehl über die Truppen in den an Tongking grenzenden Provinzen und leitete zum Teil die Verhandlungen mit Frankreich.

Liieren (franz.), verbinden, vereinigen.

Lijmfjord, s. Limfjord.

Lika, adriat. Küstenfluß, entspringt im kroatischen Karstgebirge, verschwindet gleich den übrigen Höhlengewässern nach kurzem Lauf zwischen den beiden Karstrücken Velebit und Kapela-Pliševica, indem er in einen tiefen Felsenschlund hinabstürzt, und mündet submarin in den Morlaccakanal.

Likör (franz. liqueur, v. lat. liquor, "Flüssigkeit"), Bezeichnung für aromatische, zuckerhaltige geistige Getränke, welche aus Spiritus, aromatischen Pflanzensubstanzen und Zucker bereitet werden. Je nach der Menge Zucker, welche zum Versüßen angewandt wird, unterscheidet man Cremes, eigentliche Liköre und doppelte oder einfache Aquavite. Die Cremes sind die zuckerreichsten und deshalb dickflüssigen Liköre, welche nur aus den feinsten Pflanzensubstanzen bereitet werden. Mit Spiritus vermischte Fruchtsäfte nennt man Ratafias (z. B. Kirschratafia). Die Stärke der Liköre ist von dem Gehalt an Alkohol abhängig, und dieser richtet sich wieder nach dem Zuckergehalt; die Cremes enthalten am wenigsten Alkohol. Im allgemeinen haben Cremes mit einem Zuckergehalt von 0,34-0,43 kg im Liter einen Alkoholgehalt von 36-40 Proz., Liköre mit einem Zuckergehalt von 0,18-0,33 kg im Liter einen Alkoholgehalt von 40-43 Proz., und Aquavite von 0,04-0,10 kg Zucker im Liter werden 45-59 Proz. stark gemacht. Wenn die aromatischen Pflanzenstoffe nur ihres ätherischen Öls halber benutzt werden, so kann man sie mit Wasser destillieren und das an ätherischem Öl reiche wässerige Destillat durch Zusatz von hochgradigem Spiritus auf die gewünschte Stärke bringen, worauf nur noch der Zucker hinzuzufügen ist. Oder man wendet statt der Pflanzenstoffe direkt die entsprechenden ätherischen Öle an, indem man diese in wenig Spiritus löst und die Lösung der Mischung von Zucker, Wasser und Alkohol hinzusetzt (Fabrikation auf kaltem Weg). Auch kommen alkoholische Lösungen ätherischer Öle (Liköressenzen) in den Handel, welche bisweilen mehrere ätherische Öle enthalten und direkt gemischte Liköre liefern. Von andern aromatischen Substanzen will man auch die extraktartigen Bestandteile verwerten, und in diesem Fall zieht man sie mit Spiritus von höchstens 70 Proz. entweder in der Wärme (Digerieren) oder bei gewöhnlicher Temperatur (Macerieren) aus. Die alkoholischen Extrakte heißen Tinkturen. Man bereitet sie von ziemlich bedeutender Konzentration und hält sie wie die ätherischen Öle vorrätig, um durch Vermischen mit Alkohol, Zucker und Wasser sofort die Liköre bereiten zu können. Die mit Tinkturen hergestellten Liköre sind meist bitter und nicht in entsprechender Weise aromatisch, man vermischt sie deshalb vorteilhaft mit etwas ätherischem Öl derselben Pflanze oder bereitet von vornherein einen solchen farblosen L. mit ätherischem Öl, dem man durch Zusatz von Tinktur leicht die passende Bitterkeit geben kann. Endlich werden aus frischen Früchten, wie Himbeeren, Kirschen, Erdbeeren, Quitten, Ananas etc., Liköre dargestellt, indem man die Früchte zerstampft, den ausgepreßten Saft mit ⅓-½ Spiritus vermischt und zur Klärung lagern läßt. Man löst den Zucker in weichem Wasser und gießt den aufgekochten Sirup durch Flanell. Nimmt man 1,15 kg Zucker auf 1 Lit. Wasser, so erhält man 2 L. Sirup, von welchem das Liter 875 g Zucker enthält und etwa 1326 g wiegt. Für feinere Liköre ist der reinste Zucker anzuwenden, nur die Aquavite oder sehr bittere, extraktreiche Liköre vertragen Melis. Zum Färben der Liköre benutzt man alkoholische Tinkturen von Kochenille, Heidelbeeren, Safflor, Ringelblumen, Kurkuma, ferner Indigolösung, blauen Karmin und Zuckertinktur. Grün erhält man aus Blau und Gelb, Violett aus Blau und Rot. Manche Liköre enthalten Blattgold (Goldwasser) und Blattsilber, welches mit etwas L. fein zerrieben wurde;