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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Loasaceen; Lobanow-Rostowski; Lobaria; Lobau; Löbau; Lobberich; Lobbes; Lobe

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Loasaceen - Lobe.

Küstenschiffahrt betreiben. Am 23. Nov. 1795 hier Sieg der Franzosen über die Österreicher.

Loasaceen, dikotyle, etwa 100 Arten umfassende, in Südamerika einheimische Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Passiflorinen, klimmende Kräuter mit eigentümlichen Brenn- und Kletterhaaren, fiederlappigen Blüten und regelmäßigen, oberständigen, meist fünfzähligen Blüten.

Lobanow-Rostowski, Alexei Borissowitsch, Fürst, russ. Diplomat, geb. 30. Dez. 1825 aus einer der ältesten russischen Fürstenfamilien, besuchte das Petersburger Alexander-Lyceum, trat 1844 mit dem Rang eines Titularrats in das Auswärtige Ministerium, ward 1850 Sekretär bei der Gesandtschaft in Berlin, 1856 Rat bei der in Konstantinopel und fungierte von 1859 bis 1863 als Gesandter daselbst. Da er die Frau eines französischen Gesandtschaftssekretärs entführte, die er nicht heiraten durfte, so mußte er seinen Abschied nehmen. Er lebte bis zum Tod seiner Geliebten (1866) in Nizza, kehrte dann nach Rußland zurück, ward 1867 Gouverneur von Orel, 1868 Adlatus des Ministers des Innern, 1878 Botschafter in Konstantinopel, 1879 in London und 1882 in Wien.

Lobaria Hoffm., s. v. w. Sticta.

Lobau, Donauinsel unterhalb Wien, durch den nördlichen Donauarm von Groß-Enzersdorf geschieden, berühmt durch die Schlacht bei Aspern (s. d.).

Lobau (spr. -bo), Georges Mouton, Graf von, Marschall von Frankreich, geb. 21. Febr. 1770 zu Pfalzburg in Lothringen, trat 1792 als Freiwilliger in die französische Armee, wurde 1797 Bataillonschef und 1800 Oberst. Napoleon I. ernannte ihn Anfang 1805 in dem Lager von Boulogne zum Brigadegeneral und bald darauf zu seinem Adjutanten. Während des österreichischen Kriegs von 1805 und während des preußischen von 1806 und 1807 war er beständig um die Person des Kaisers. Nach dem Tilsiter Frieden zum Generalinspektor der Infanterie und zum Divisionsgeneral ernannt, erhielt er 6. Dez. 1807 den Befehl über das Beobachtungskorps an den Pyrenäen. 1808 befehligte er eine Division in Spanien. Bei dem Ausbruch des österreichischen Kriegs (1809) nach Deutschland zurückgerufen, verhinderte er durch die Erstürmung von Landshut 21. April die Vereinigung des Generals Hiller mit dem Erzherzog Karl. Am 21. Mai erstürmte er an der Spitze der Füsiliere der Kaisergarde das Dorf Eßling und trug hierdurch wesentlich zur Rettung des großenteils auf der Insel Lobau zusammengedrängten französischen Heers bei, wofür ihn der Kaiser zum Grafen von L. ernannte. 1812 war er als Generaladjutant einer der wenigen Begleiter Napoleons bei dessen Rückkehr nach Frankreich. Im Frühjahr 1813 focht er bei Lützen und Bautzen, nach der Niederlage von Kulm erhielt er an Vandammes Stelle den Befehl über die Reste des geschlagenen Korps. Mit dem Marschall Gouvion Saint-Cyr in Dresden eingeschlossen, war er in die Kapitulation desselben inbegriffen und blieb bis zum Frieden in österreichischer Gefangenschaft. Nach Frankreich zurückgekehrt, erhielt er nach der Rückkehr Napoleons von der Insel Elba 1815 von diesem den Befehl über die 1. Militärdivision sowie die Pairswürde und focht an der Spitze des 6. Armeekorps mit bei Ligny und Waterloo. Hier fiel er in die Gefangenschaft der Engländer. Nach der Restauration aus Frankreich verbannt, nahm er seinen Aufenthalt in Belgien, bis er 1818 die Erlaubnis zur Rückkehr erhielt. 1828 von dem Departement der Meurthe zum Abgeordneten erwählt, stimmte er für die Adresse der 221 und wurde nach der Julirevolution zum Mitglied der Munizipalkommission ernannt, welche provisorisch die Regierung übernahm. Am 26. Dez. 1830 erhielt er an Lafayettes Stelle den Befehl über die Nationalgarde, an deren Spitze er mit Energie die Tumulte von 1832 und 1834 unterdrückte, und 30. Juli 1831 den Marschallsstab. Er starb 21. Nov. 1838 in Paris.

Löbau, 1) (poln. Lobawa) Stadt im preuß. Regierungsbezirk Marienwerder, Kreis L., an der Sandella und der Linie Zajonczkowo-L. der Marienburg-Mlawkaer Eisenbahn, 138 m ü. M., hat eine evangelische und eine kath. Kirche, ein ehemaliges Bernhardinerkloster (1820 aufgehoben), ein Schloß, ein Amtsgericht, ein Progymnasium, ein evang. Schullehrerseminar und (1885) 4724 meist kath. Einwohner (zur Hälfte Polen). L. erhielt um 1270 Stadtrechte. - 2) (wend. Löbije) Amtshauptstadt in der sächs. Kreishauptmannschaft Bautzen, am Löbauer Wasser und an den Linien Dresden-Görlitz, L.-Ebersbach und L.-Zittau der Sächsischen Staatsbahn, 267 m ü. M., hat 3 evang. Kirchen (darunter eine wendische), ein schönes Rathaus, ein Schullehrerseminar eine Realschule, ein Amtsgericht, ein Mineralbad (König Albert-Bad), Zucker-, Leinen-, Woll-, Baumwoll- und Buntpapierfabrikation, Baumwollspinnerei, Färberei, Fabrikation landwirtschaftlicher Maschinen, Handel mit Garn und Getreide und (1885) 6977 Einw. Auf dem nahen sogen. Löbauer Berg ein gußeiserner Aussichtsturm. L. war die älteste, aber dem Rana nach die letzte unter den Sechs- (Vier-) Städten der Lausitz. Vgl. Knothe, Urkundenbuch der Städte Kamenz und L. (Leipz. 1883).

Lobberich, Dorf im preuß. Regierungsbezirk Düsseldorf, Kreis Kempen, an der Linie Kempen-Venloo der Preußischen Staatsbahn, hat eine kath. Kirche, ein Amtsgericht, Fabriken für Samt- und Baumwollwaren und Seidenband, eine lithographische Anstalt und (1885) 6413 Einw.

Lobbes, Flecken in der belg. Provinz Hennegau, Arrondissement Thuin, an den Eisenbahnen Charleroi-Erquelines und L.-Thuillies, mit (1885) 2980 Einw., denkwürdig durch die Schlacht zwischen den Franzosen und Österreichern 24. Mai 1794. Von der berühmten Abtei L. aus dem 8. Jahrh. sind nur noch Ruinen vorhanden.

Lobe, 1) Johann Christian, Komponist und Musikschriftsteller, geb. 30. Mai 1797 zu Weimar, bildete sich ganz auf autodidaktischem Weg zum Musiker aus, wurde 1810 Violinist der Kapelle seiner Vaterstadt und debütierte 1821 als Komponist mit der Oper "Wittekind", der später einige andre (wie 1830 "Die Flibustier", 1833 "Die Fürstin von Granada") sowie zahlreiche Orchesterwerke folgten. Nachdem er 1842 seine Stelle als Mitglied der Kapelle zu Weimar niedergelegt und gleichzeitig den Professortitel erhalten hatte, siedelte er 1846 nach Leipzig über, wo er seitdem als Kompositionslehrer und Musikkritiker wirkte und 27. Juli 1881 starb. Ungleich bedeutender denn als Komponist war L. als Musikschriftsteller. Sein theoretisches Hauptwerk ist das "Lehrbuch der musikalischen Komposition" (Leipz. 1850-67, 4 Bde.; Bd. 1, 5. Aufl. von H. Kretzschmar, 1884). Außerdem erschienen von ihm: "Katechismus der Musik" (22. Aufl., Leipz. 1883); "Musikalische Briefe eines Wohlbekannten" (2. Aufl., das. 1860); "Fliegende Blätter für Musik" (das. 1853-57, 3 Bde.); "Aus dem Leben eines Musikers" (das. 1859); "Vereinfachte Harmonielehre" (das. 1861); "Katechismus der