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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Lmk.; Lōa; Load; Loafer; Loanda; Loángo; Loangwa; Loāno

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Lmk. - Loano.

Lmk., bei naturwissenschaftl. Namen Abkürzung für J. B. A. P. M. ^[Jean Baptiste Antoine Pierre de Monet] de Lamarck (s. d.).

Lōa (span., "Lobgedicht"), Bezeichnung kleiner Vorspiele, mit denen man in Spanien die Autos und bis zu Anfang des 17. Jahrh. auch die Comedias einleitete. Sie lassen sich der Form nach als Monologe und als kleine dialogisierte Spiele unterscheiden. Jene standen meist in einem nur losen Zusammenhang mit dem dargestellten Stück und enthielten das Lob des Autors, des Stückes oder des Publikums, wohl auch der Stadt, bisweilen auch die Erzählung eines Schwanks oder eine Allegorie, immer aber am Schluß die Bitte um freundliches Gehör. Die zweite Art dieser Spiele suchte auf das folgende Stück vorzubereiten, zu dessen Handlung sie daher in einer innern (geistigen) Beziehung oder äußern (begebenheitlichen) Verbindung standen. Die bei diesen Spielen am häufigsten angewendeten poetischen Formen waren die Oktave, Redondille und Romanze.

Load (spr. lohd, "Last", Tonne), engl. Maß; auf 1 L. kommen bei Mehl, Bier, Seife, Pottasche, Pech und Teer 12 Barrels, bei Salz 18 Barrels, bei Schießpulver 24 Barrels, bei Wolle 39 Hundredweights, bei Flachs und Federn 17 Centweights, bei Heringen und Laberdan 14,400 Stück (12 Barrels à 1200 Stück), gemeinen Häuten 200, sonst 144 Stück; bei behauenem Schiffskrummholz bedeutet L. s. v. w. 50 Kubikfuß = 1,4158 cbm, bei unbehauenem 40 Kubikfuß = 1,1326 cbm. Als Getreidemaß 1 Wey = 5 Imperial Quarters = 14,539 hl.

Loafer (englisch-amerikan., spr. lohfer), etwa s. v. w. Bummler, in den großen Hafenstädten Amerikas und Australiens Bezeichnung für Subjekte, die es namentlich auf die gefüllten Beutel der Einwanderer abgesehen haben. Vgl. Runner.

Loanda (São Paolo de Assumpção de L.), Hauptstadt von Angola (s. d.) sowie der portugies. Besitzungen an der Westküste Afrikas überhaupt und die größte europäische Niederlassung daselbst, mit etwa 15,000 Einw., worunter 2500 Europäer. Die Stadt wird von 1578 angelegten, ziemlich wohlerhaltenen Forts flankiert. Der europäische, auf einem Felsen erbaute Stadtteil, zu welchem eine breite Treppe führt, enthält die Paläste des Gouverneurs und des Bischofs, eine alte, eingestürzte Jesuitenkirche, mehrere andre Kirchen und das Hospital. Am Ostende breitet sich die Negerstadt mit ihren Lehmhütten aus. Die Hauptstraßen sind breit, mit schönen Bäumen besäumt, aber sehr unsauber. Das Trinkwasser wird in besondern Schiffen von den Flüssen Bengo und Quanza geholt. Der Hafen versandet mehr und mehr, so daß die Schiffe jetzt 2 km vom Ufer ankern müssen. Der Handel ist meist in den Händen der Engländer, welche unter portugiesischer Flagge zwei hierher laufende Dampferlinien unterhalten. Eine Eisenbahn von L. über Ambaca nach Malansche ist in Angriff genommen. L. ist Sitz eines deutschen Konsuls. Vgl. Lux, Von L. nach Kimbundu (Wien 1879).

Loángo, Landschaft an der Westküste von Südafrika, die sich von der Congomündung nordwärts bis zum 4.° südl. Br. erstreckt, im engern Sinn der Küstenstrich zwischen dem Luemme im S. und dem Tschilunga im N. Durch die Konferenz zu Berlin 1885 und nachfolgende Verträge ist das Gebiet zwischen Frankreich, Portugal und dem Congostaat so verteilt, daß ersteres das ganze Gebiet nördlich vom Tschiloango erhielt, während sich die beiden letztern in den südlich von diesem Fluß belegenen Strich so teilten, daß Portugal den kleinen Küstenanteil zwischen Tschiloango und Cabolombo, den im O. der 12.° 20' östl. L. begrenzt, erhielt, während dem Congostaat das übrige zufiel. Die Küste ist bisweilen niedrig und sumpfig; an den Baien von L. und Cabinda fällt sie in steilen Klippen zum Meer ab; nach dem Innern steigt sie in Terrassen auf. Der Küstensaum besteht aus Alluvium, darauf folgen tertiäre Ablagerungen, Laterite, Glimmerschiefer, Quarzit, Quarzsandstein. Eine Anzahl Flüsse scheiden das Hügelland in verschiedene scharf getrennte Teile. Die Thäler, oft von bedeutender Breite, gleichen Niederungen mit weiten auenartigen Geländen, denen sich sumpfige Ebenen anschließen. Das Schiefergebirge im O. ist mit einem großartigen Urwald bedeckt; im übrigen wechseln Lagunen, Sümpfe, parkähnliche Landschaften, Dickichte und Prärien bunt miteinander ab. Die Jahreszeiten scheiden sich in eine gewitterreiche (Oktober bis Mai) und eine gewitterfreie (die übrigen Monate); die regenreichsten Monate sind November bis April. Von den Flüssen sind die bedeutendsten: der Kuilu mit dem Niadi, der Luemme und der Tschiloango mit Lukulu. Die Vegetation begreift alle im nördlichen Südafrika vorkommenden Pflanzen. Gebaut werden: Maniok, Erdnüsse, Pisang, Mais, Bohnen, Bataten u. a.; zur Ausfuhr kommen seit Aufhebung des von hier aus länger als sonstwo in Afrika betriebenen Sklavenhandels (das letzte Sklavenschiff wurde 1868 genommen): Palmöl, Palmkerne und Kautschuk. Die Tierwelt ist vertreten durch das Krokodil, Flußpferd, Affen, darunter der Gorilla, schöne Vogelarten und merkwürdige Insekten, darunter vielfache Arten von Termiten. Die Eingebornen, die sich selbst Bafiote nennen, sind wohlgebaut, ziemlich groß (Durchschnittsmaß der Männer 1,64, der Frauen 1,53 m), sehr dolichokephal, von brauner, ins Rötliche spielender Farbe. Das schwarze lockige Haar färbt sich nie weiß; Kahlköpfigkeit ist unbekannt, viele Männer haben Bärte. Der Glaube an Fetische und Zauberei ist allgemein. Bei Tschintschotscho findet sich ein an den semitischen Typus erinnernder Volksstamm, die Mawumbu oder Umsambu, bei den Europäern als "schwarze Juden" bekannt. Größere Ortschaften gibt es gar nicht; der Ort L., früher eine Stadt von 15,000 Einw., ist nur eine Ansammlung von Faktoreien. Solche bestehen an der Küste noch in Longo, Konkuati, Longobondo, Rudolfstadt, Grantville, Ponta Negra, Tschintschotscho, Landana, Cabinda, Cabolombo u. a. O., im Innern am Niadi und Kuilu in Philippeville, Stephanieville, Stanley Niadi, Frankville, Tauntonville u. a. O., die von der Congogesellschaft durch Vertrag an Frankreich übergingen (vgl. Congostaat, S. 246). Das ehemalige Königreich L. gehörte ursprünglich zu dem großen Reich Congo, von dem es gegen Ende des 16. Jahrh. unabhängig wurde, und noch 1750 bildete L. einen ansehnlichen Staat. Dann aber löste sich das Land in eine Zahl kleiner Gebiete unter selbständigen Häuptlingen auf, von denen einige sich gewisser Privilegien erfreuen. Vgl. Bastian, Die deutsche Expedition an die Loangoküste (Jena 1874-75, 2 Bde.); Güßfeldt, Falkenstein, Pechuel-Loesche, Die Loangoexpedition 1873-76 (Leipz. 1879-82, 3 Bde.).

Loangwa, 1) Nebenfluß des Sambesi (s. d.). - 2) Fluß, der von W. her dem Nyassa (s. d.) zufließt.

Loāno, Stadt in der ital. Provinz Genua, Kreis Albenga, am Meerbusen von Genua und an der Eisenbahn von Genua nach Nizza gelegen, hat Ringmauern mit Bastionen, einen Palast und eine Klosterkirche (Monte Carmel), einen kleinen Hafen und (1881) 2900 Einw., welche Fischfang, Schiffbau und