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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Lofley; Lofö; Lofoten; Löfsta; Loftus; Log

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Lofley - Log.

nen Werken, welche sich in Form und Inhalt den niederländischen und deutschen Meistern des 16. und 17. Jahrh. anschließen, sind zu nennen: 1876 der orgelspielende Kardinal, 1879 Geiz und Liebe, die an Holbein und Quintin Massys erinnernde Darstellung eines Geizhalses, der von einem Liebespaar umgeben ist, und 1883 die edle, tief ergreifende Pietà, für welche er die erste Medaille der Münchener Ausstellung erhielt. Reinheit und Korrektheit der Zeichnung, meisterhafte Behandlung des Helldunkels und eine eingehende Charakteristik im Verein mit tiefer Empfindung sind die Vorzüge seiner Kunst.

Lofley, Kap, s. Franz Joseph-Land.

Lofö, schöne und fruchtbare Insel im Mälarsee, 11 km von Stockholm. Auf ihr liegt außer vielen Sommerwohnungen der Stockholmer das königliche Lustschloß Drottningholm (s. d.).

Lofoten, die größte Inselgruppe bei Norwegen, nördlich vom Polarkreis gelegen, durch den etwa 140 km langen, im S. breiten, im N. engern Westfjord von dem Festland getrennt, insgesamt 5820 qkm (105,7 QM.) mit 36,000 Einw. Sie zerfallen in zwei Gruppen: die eigentlichen L. im S. (Östvaagö, Vestvaagö, Flakstadö, Moskenäsö, Mosken, endlich Värö und Röst) und die Vesteraalen, zu denen die großen Inseln Hindö, Langö, Andö und einige kleinere gehören. Beide Gruppen werden durch den Hadsefjord voneinander getrennt. Zwischen den Inseln Moskenäs und Mosken ist der Mosken- oder Malstrom (s. d.), ein früher gefürchteter Meerstrudel. Die Inseln haben insgesamt zerrissene Felsenküsten; im Innern erheben sich viele Gipfel in gezackten Alpenformen bis gegen die Region des ewigen Schnees, darunter der Vaagekallan auf Östvaagö zu 942 m. Ackerbau ist nur an einigen begünstigten Stellen möglich, obwohl die mittlere Jahrestemperatur noch +3,60° C. beträgt. Geeigneter ist der Boden für die Viehzucht, da die Inseln gute Weiden besitzen und im Winter nur wenig Schnee fällt. Die Hauptnahrung erhalten aber die Bewohner aus dem Meer. Alljährlich finden sich hier von Ende Januar bis Mitte April auf gewissen Bänken (Fiskevär) zu beiden Seiten der Inselreihe zahllose Scharen von Dorschen und Skreien (Kabeljaus) zum Laichen ein, zu deren Fang sich im Februar und März eine Menge von Fischern hier versammelt. Von 1869 bis 1878 betrug der durchschnittliche Ertrag der Dorschfischerei 25,6 Mill. Stück im Wert von 7⅔ Mill. Kronen, 1887 sogar 32 Mill. Stück; deren Wert bei dem erheblichen Preisfall nur auf 4½ Mill. Kr. geschätzt wurde. Dabei waren in den letzten Jahren 30,600 Fischer mit 6000 Booten beschäftigt. S. Karte "Schweden und Norwegen".

Löfsta, Eisenwerk, s. Dannemora.

Loftus (spr. lofftös), Stadt im engl. Bezirk Cleveland (Yorkshire), mit (1881) 6099 Einw.

Loftus (spr. lofftös), Augustus William Frederick Spencer, Lord, engl. Diplomat, vierter Sohn des zweiten Marquis von Ely, geb. 4. Okt. 1817, begann, in Eton und Cambridge gebildet, 1837 als Attaché in Berlin seine Laufbahn, wurde 1844 nach Stuttgart versetzt, begleitete 1848-52 Sir Stratford Canning auf seinen Spezialmissionen nach Berlin, Wien, München und Athen, wurde 1852 zum Gesandtschaftssekretär in Stuttgart, 1853 in Berlin, 1858 zum Gesandten in Wien, 1860 in Berlin, 1862 in München ernannt. 1866 ward er englischer Botschafter beim Norddeutschen Bund und 1871 in Petersburg. 1879 von dort abberufen, wurde er zum Gouverneur von Neusüdwales ernannt.

Log (Logg), Werkzeug zur Messung der Fahrgeschwindigkeit von Schiffen, besteht aus dem Logbrett, der Logrolle, der Logleine und dem Logglas. Das Logbrett (Logsektor) ist ein dünnes Brett von der Form eines Viertelkreises (von 10-15 cm Radius) und 1 cm dick, dessen Bogenrand durch Blei so beschwert ist, daß es aufrecht im Wasser steht. Daran ist die Logleine (Loglien) durch ein Hahnepoot (drei kurze in einem Punkt vereinigte Leinen) befestigt, deren Vorderende (der Vorläufer) dazu dient, das Logbrett aus dem Kielwasser des Schiffs zu bringen, bevor das Zählen beginnt. Die Länge des Vorläufers ist gleich der Schiffslänge. Der längere Teil der Loglien ist in gleichen Abständen durch Tauknoten markiert. Diese "Knotenlänge" ist abhängig von der durch das Logglas (eine Sanduhr) bestimmten Zeit; diese beträgt so viel Meridiantertien, als das Logglas Zeitsekunden zum Ablauf bedarf. Das andre Ende der Logleine ist auf der leicht beweglichen Logrolle aufgewickelt, deren Achse zu beiden Seiten in Handhaben für den haltenden Matrosen endigt. Die Sanduhr läuft entweder in 14 oder 28 Sekunden ab. Das Loggen wird von drei Mann besorgt. A hält die Rolle, B das Logglas, C wirft das Logbrett über Bord, läßt die Leine lose durch die Hand laufen und ruft, sobald die Loggenmarke das Vorläufers passiert, B zu, das Logglas umzuwenden. Nachdem dies abgelaufen, hält C die Leine fest und zählt die abgelaufenen Knoten. Diese Messung hat keinen Ansprach auf Genauigkeit; durch das Nachschleppen der Leine und durch Strömung entstehen Fehler, welche seit 1607, dem Jahr der Erfindung des Logs, die Herstellung zahlreicher andrer Werkzeuge veranlaßt haben, die unter dem Namen Patentlogs bekannt sind. Das am meisten benutzte Patentlog Masseys besteht aus einem Messinggehäuse mit Zählwerk, das in Schraubenflügeln endet und am obern Ende die Logleine führt. Nachdem es über Bord geworfen, beginnen die Flügel nach Maßgabe der Fahrgeschwindigkeit des Schiffs und damit zugleich die Räder des Zählwerkes zu rotieren, auf dessen Zifferblatt die Fahrgeschwindigkeit abzulesen ist. Das Patentlog von Undén beruht auf dem Grundsatz des vorigen, es wird jedoch sein Gehäuse am Bord des Schiffs festgeschraubt und dadurch sein Räderwerk vor Verschmutzung bewahrt und hat noch den Vorzug, daß die durchlaufene Distanz zu beliebiger Zeit abzulesen ist, während bei Massey die Logleine zu diesem Zweck eingeholt werden muß. So bequem diese Art des Loggens im Vergleich zu der mit dem gewöhnlichen L. ist, so kann sie doch nicht überall Anwendung finden. Wenn das Schiff weniger als drei Seemeilen in der Stunde läuft, so ist das Patentlog nicht mehr zu gebrauchen, weil es dann nicht mehr horizontal zur Schiffsachse schwimmt, was doch notwendig ist. Das alte Logverfahren ist besonders auf Segelschiffen noch meist in Anwendung und wird durch das neuere, auch auf Dampfern zumeist übliche kontrolliert. Für sehr geringe Fahrt wird das Relinglog benutzt. Es werden Meridiangrade auf dem Reling (s. d.) abgemessen und zugleich die Zeit ermittelt, während der ein bei Beginn der ersten Tertie über Bord geworfener Schwimmkörper das abgemessene Streckenende erreicht und daraus die Fahrt des Schiffs berechnet. Das Grundlog, welches nur auf geringen Tiefen benutzt werden kann, aber den Vorzug hat, daß die Fahrt über dem Grund (nicht die Fahrt durch das Wasser) ermittelt wird, ist ein Handlot mit Leine, das wie das gewöhnliche L. gehandhabt wird. Bei Probefahrten, welche Schiffe zwischen abgesteckten