Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Lucius; Luck; Lucka; Luckau; Lücke; Luckenwalde; Lückenzähne; Luckner; Lucknow; Luçon; Lucretia; Lucretius Carus

956

Lucius - Lucretius Carus.

einen Aufstand der republikanisch gesinnten Römer zu unterdrücken, wurde er durch einen Steinwurf verwundet und starb 15. Febr. 1145.

3) L. III., aus Lucca, früher Ubaldo Allucingoli, ward 1140 Kardinalpriester von St. Praxedas, 1158 Kardinalbischof von Ostia und 1. Sept. 1181 zum Papst erwählt. Von den Römern vertrieben, residierte er in Verona, von wo aus er den Bann über die Waldenser aussprach; starb hier 25. Nov. 1185.

Lucius, Robert, preuß. Minister, geb. 20. Dez. 1835 zu Erfurt, studierte 1854-58 in Heidelberg und Breslau Medizin, widmete sich sodann der Bewirtschaftung seiner bei Erfurt gelegenen Güter Klein- und Großballhausen und Stödten, machte 1860 den spanischen Feldzug gegen Marokko, 1860-1862 die preußische Expedition nach Ostasien als Gesandtschaftsarzt, die Feldzüge 1864, 1866 und 1870 als Landwehrkavallerieoffizier mit, ward im März 1870 in den Reichstag und im November d. J. in das preußische Abgeordnetenhaus gewählt. Er schloß sich der deutschen Reichs- (freikonservativen) Partei an und war einer der Führer derselben; mit Bismarck eng befreundet, spielte er oft den Vermittler zwischen ihm und den parlamentarischen Parteien. Im Februar 1879 ward er zum zweiten Vizepräsidenten des Reichstags erwählt und 14. Juli nach Friedenthals Rücktritt zum Minister der landwirtschaftlichen Angelegenheiten ernannt.

Luck, Stadt, s. Luzk.

Lucka, Stadt im sachsen-altenburg. Ostkreis, an der Linie Gaschwitz-Meuselwitz der Sächsischen Staatsbahn, 133 m ü. M., hat Teppich- und Handschuhfabrikation, Papiermassefabrik, bedeutende Schuhmacherei, eine Lederwalkmühle, Gärtnerei und (1885) 1471 evang. Einwohner. Hier 31. Mai 1307 Schlacht, in welcher die Truppen Albrechts I. unter dem Burggrafen Friedrich von Nürnberg von den thüringischen Landgrafen Friedrich dem Freidigen und Diezmann geschlagen wurden.

Luckau, Kreisstadt im preuß. Regierungsbezirk Frankfurt, früher Hauptstadt der Niederlausitz, in sumpfiger Gegend an der Berste und der Linie Berlin-Dresden der Preußischen Staatsbahn, hat eine schöne gotische Kirche, ein Gymnasium, eine Strafanstalt, ein Amtsgericht, Teppich- und Tabaksfabrikation und (1885) 4698 meist evang. Einwohner. Im Vertrag von L. 1351 überließ Markgraf Ludwig seinen Stiefbrüdern Ludwig dem Römer und Otto die Mark Brandenburg. Am 4. Juni 1813 schlugen hier die Preußen unter Bülow und Oppen das französische Heer unter Oudinot. L. kam 1815 an Preußen. Vgl. Vetter, Chronik von L. (Luckau 1872).

Lücke, 1) Gottfried Christian Friedrich, protest. Theolog, geb. 24. Aug. 1791 zu Egeln bei Magdeburg, bekleidete seit 1813 an der Universität Göttingen eine theologische Repetentenstelle, habilitierte sich 1816 in Berlin, ward 1818 als ordentlicher Professor an die neuerrichtete Universität zu Bonn versetzt. 1827 nach Göttingen berufen, starb er hier als Professor, Konsistorialrat und Abt zu Bursfelde 14. Febr. 1855. Sein Hauptwerk ist der "Kommentar über die Schriften des Evangelisten Johannes" (Bonn 1820-25; 3. Aufl. 1840-56, 3 Bde.), dem sich der "Versuch einer vollständigen Einleitung in die Offenbarung des Johannes" (2. Aufl., das. 1848-1852) anschließt. Noch sind zu erwähnen: sein "Grundriß einer neutestamentlichen Hermeneutik" (Götting. 1817), seine Denkschriften über Planck (das. 1831 u. 1835), Schleiermacher (in den "Studien und Kritiken", 1834), Mosheim (Götting. 1837) und De Wette (Hamb. 1850). Vgl. Ehrenfeuchter in den "Studien und Kritiken" 1855.

2) Albert, Chirurg, geb. 4. Juni 1829 zu Magdeburg, studierte in Berlin, habilitierte sich daselbst, ging 1865 als Professor der Chirurgie nach Bern und wurde bei Begründung der Universität Straßburg dorthin berufen. L. zählt zu den bedeutendsten deutschen Chirurgen und erwarb sich auch in den Kriegen von 1864 und 1870/71 große Verdienste um die Militärchirurgie. Er gibt mit Billroth u. a. ein umfangreiches Handbuch: "Deutsche Chirurgie" (Stuttg. 1879 ff.), und mit Rose die "Deutsche Zeitschrift für Chirurgie" (Leipz.) heraus.

Luckenwalde, Stadt im preuß. Regierungsbezirk Potsdam, Kreis Jüterbog-L., an der Nuthe und der Linie Halle-Berlin der Preußischen Staatsbahn, 59 m ü. M., hat eine evangelische und eine kath. Kirche, ein Realprogymnasium, ein Amtsgericht, sehr bedeutende Tuch- und Wollwarenfabrikation, Hutfabriken, 5 Maschinenbauanstalten, Schraubenfabrikation und (1885) 16,109 meist evang. Einwohner. L. ward erst 1808 Stadt.

Lückenzähne, s. Wolfszähne.

Luckner, Nikolaus, Graf, Marschall von Frankreich, geb. 12. Jan. 1722 zu Cham in der Oberpfalz von bürgerlichen Eltern, besuchte das Jesuitenkollegium zu Passau, stand zuerst in bayrischen, dann in holländischen, seit 1756 in hannoverschen Kriegsdiensten, zeichnete sich als Befehlshaber eines Husarenkorps im Siebenjährigen Krieg, namentlich bei Krefeld und in den übrigen Kämpfen gegen die Franzosen, aus und trat 1763 als Generalleutnant in französische Dienste. Beim Ausbruch der großen Revolution wandte er sich dieser zu und wurde 28. Dez. 1791 zum Marschall ernannt. 1792 mit dem Oberbefehl der Nordarmee betraut, nahm er Menin und Courtrai, erhielt nach der Flucht Lafayettes den Titel eines Generalissimus mit dem Auftrag, in der Gegend von Châlons sur Marne ein neues Reserveheer zu bilden, bewies aber hierbei einen solchen Mangel an Energie, daß ihm der Konvent den Obersten Laclos an die Seite setzte. L. forderte hierauf seine Entlassung und ging nach Paris, ward aber verhaftet, vom Revolutionstribunal zum Tod verurteilt und 4. Jan. 1794 guillotiniert. Er war 1784 in den dänischen Grafenstand erhoben worden.

Lucknow, Stadt, s. Lakhnau.

Luçon (spr. lüßóng), Stadt im franz. Departement Vendée, Arrondissement Fontenay, am nördlichen Rande der in holländischer Weise kanalisierten Marais und an dem durch die Bai von Aiguillon ins Meer führenden Kanal von L., Station der Eisenbahn Nantes-Bordeaux, ist Sitz eines Bischofs, hat ein Kommunalcollège, ein großes Seminar, eine Kathedrale, Fabrikation von Hüten, Tuch und Likör, Küstenhandel und (1886) 5977 Einw. Hier 1792-1797 mehrere Gefechte; am bekanntesten ist die Niederlage der Vendéer 14. Aug. 1793 unter Charette gegen die Republikaner unter Tunq. Richelieu war Bischof von L.

Lucretia, Tochter des Römers Sp. Lucretius Tricipitinus, Gemahlin des Tarquinius Collatinus, nahm sich, durch Sextus Tarquinius entehrt, selbst das Leben und veranlaßte dadurch 510 v. Chr. die Vertreibung der Tarquinier und die Gründung der römischen Republik.

Lucretius Carus, Titus, röm. Dichter, geboren um 98 v. Chr. zu Rom, gest. 55 durch Selbstmord, behandelte Epikurs Ansichten von der Entstehung und Erhaltung der Welt in einem unvollendet hinter-^[folgende Seite]