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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Lysefjord; Lysekil; Lysĭas; Lysikrătes-Denkmal; Lysimăchos; Lysĭos; Lysippos

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Lysefjord - Lysippos.

Harmosten oligarchische Regierungen eingesetzt hatte, eroberte er 404 Athen durch Hunger, setzte daselbst die Dreißig Tyrannen ein und beendete damit den Peloponnesischen Krieg. Im Besitz unumschränkter Macht und hohen Ansehens, lebte er gern außerhalb Spartas, wo seine Willkür mancherlei Schranken fand; meist hielt er sich in Kleinasien auf, wo er den Untergang des Alkibiades herbeiführte. Vom Satrapen Pharnabazos der Bedrückung angeklagt, ward er von den Ephoren nach Sparta zurückgerufen, entging aber durch Klugheit der Strafe. Thatenlos verlebte er jetzt eine Reihe von Jahren, bis er nach dem Tode des Königs Agis (397) in dem Streit über die Erbfolge für Agesilaos II. auftrat und diesem zum Thron verhalf. Sein Plan, das erbliche Königtum in Sparta zu stürzen, gelangte nicht zur Ausführung. Beim Ausbruch des korinthischen Kriegs zum Befehlshaber ernannt, fiel er vor den Mauern von Haliartos (395). Sein Leben beschrieben unter den Alten Plutarch und Cornelius Nepos. Vgl. Nitzsch, De Lysandro (Bonn 1847).

Lysefjord, Meeresbucht an der Westküste des südlichen Norwegen, einer der südlichen Ausgänge des großen, vielverzweigten Buknfjords bei Stavanger, schneidet in fast östlicher Richtung tief in die skandinavische Gebirgsmasse ein und ist von allen norwegischen Fjorden der wildeste und ödeste. Er ist 38 km lang, dabei höchstens 1900 m breit, wird mit wenigen Ausnahmen von senkrechten Felswänden, die sich unmittelbar aus dem Wasserspiegel bis 1000 m und darüber erheben, eingeschlossen und ist 455 m tief. Vgl. Vibe, Küsten u. Meer Norwegens (Gotha 1860).

Lysekil, Marktflecken und Seebad im schwed. Län Gotenburg und Bohus, auf der Halbinsel Stångenäs, am Kattegat, mit (1885) 1823 Einw., welche besonders Fischerei treiben. L. steht mit Gotenburg, Uddevalla und den norwegischen Küstenstädten in Dampferverbindung und ist Sitz eines deutschen Konsularagenten.

Lysĭas, der dritte unter den zehn attischen Rednern, um 440 v. Chr. zu Athen als der Sohn des Kephalos geboren, eines reichen Syrakusaners, der sich auf Perikles' Rat in Athen niedergelassen hatte, ging, 15 Jahre alt, mit seinen beiden Brüdern nach Thurii in Italien, wo er den Unterricht des Rhetors Tisias von Syrakus genoß. 412 nach Athen zurückgekehrt, betrieb er mit seinem ältesten Bruder, Polemarchos, eine bedeutende Schildfabrik im Piräeus. Unter der Herrschaft der Dreißig Tyrannen (404) wurden die Brüder als Gegner der Regierung angeklagt, ihr Vermögen konfisziert und Polemarchos hingerichtet; L. rettete sich kaum durch die Flucht nach Megara. Nach dem Sturz der Dreißig Tyrannen, zu dem er eifrig mitgewirkt hatte, lebte er wieder in Athen der lohnenden Beschäftigung, für andre Gerichtsreden zuschreiben, nachdem er durch die Anklage des Eratosthenes, des Mörders seines Bruders, seinen Ruf als Redner begründet hatte. Hochangesehen starb er im 83. Lebensjahr. Im Altertum schrieb man ihm 425 Reden zu, von welchen jedoch 233 für unecht galten. Erhalten sind, außer zahlreichen, zum Teil umfänglichen Bruchstücken, 31 Reden, darunter 5 sicher unechte und 4 sehr verdächtige. Nur eine derselben hat er selbst gehalten, die erwähnte gegen Eratosthenes. Meist der gerichtlichen Gattung angehörig, zeichnen sie sich durch Reinheit und Schlichtheit der Sprache, Sachgemäßheit der Ausdrucksweise, methodische Behandlung des Stoffes, bei aller Knappheit überaus lichtvolle und anschauliche Darstellung und eine außerordentliche Kunst der Charakterzeichnung aus. Herausgegeben außer in den Sammlungen der Redner von Westermann (Leipz. 1854), Scheibe das. 1855), Cobet (Amsterd. 1863), in Auswahl von Frohberger (Leipz. 1866-71, 3 Tle.), Rauchenstein und Fuhr (9. Aufl., Berl. 1886). Übersetzungen von Falck (Bresl. 1843), Baur (4. Aufl., Stuttg. 1884) u. a. Vgl. Hölscher, De vita et scriptis Lysiae (Berl. 1837); Blaß, Die attische Beredsamkeit, Bd. 1 (2. Aufl., Leipz. 1885).

Lysikrătes-Denkmal, s. Choregische Monumente.

Lysimăchos, Feldherr Alexanders d. Gr., Sohn des Agathokles, eines thessalischen Penesten, geboren um 361 v. Chr. zu Pella, begleitete Alexander nach Asien und erhielt nach dessen Tod (323) bei der ersten Teilung das zu einer selbständigen Satrapie erhobene Thrakien. Als nach dem Tode des Eumenes im Winter 316/315 Antigonos als Oberherr der asiatischen Lande auftrat, schlossen zuerst Ptolemäos und Seleukos ein Bündnis, dem bald auch Kassandros und L. von Thrakien beitraten. Der Friede, welcher 311 dem Krieg ein Ende machte, bestätigte L. im Besitz von Thrakien; 306 legte er sich mit den übrigen Diadochen den Königstitel bei, schloß 302 von neuem mit Seleukos, Kassandros und Ptolemäos ein Bündnis gegen Antigonos und Demetrios, unterlag zwar gegen letztern bei Lampsakos, siegte aber 301 mit Seleukos in der Schlacht bei Ipsos, die Antigonos das Leben kostete. In dem darauf folgenden Frieden bekam L. alles Land diesseit des Taurus. In den nächsten Jahren hatte er vielfach mit den Geten im Norden der Donau zu kämpfen, geriet sogar für eine Zeitlang in die Gefangenschaft ihres Königs Dromichätes, knüpfte 287 gegen Demetrios Poliorketes ein Bündnis mit Ptolemäos und Seleukos an und erwarb in demselben Jahr einen Teil von Makedonien und 286 das ganze Land; vergebens hoffte Kassandros' Sohn Antipatros, der 294 von Demetrios aus Makedonien verdrängt worden war und sich zu seinem Schwiegervater L. geflüchtet hatte, mit dessen Hilfe sein väterliches Reich zu erlangen; bei L. überwogen Habsucht und Ländergier die Gefühle der Verwandtschaft: er ließ seinen Schwiegersohn ermorden und seine Tochter gefangen setzen. Von seiner ägyptischen Gattin Arsinoë angestachelt, ließ er seinen Sohn Agathokles ermorden, dessen Anhänger sich an Seleukos wandten; gegen ihn verlor L. 281 bei Koros Sieg und Leben.

Lysĭos (griech., "Sorgenbrecher"), Beiname des Dionysos, gleichbedeutend mit Lyäos (s. d.).

Lysippos, griech. Bildhauer aus Sikyon zur Zeit Alexanders d. Gr., war erst Metallarbeiter, bildete sich dann autodidaktisch zum Bildhauer, indem er den Kanon des Polyklet und die Natur studierte. Jedoch ging er von dem erstern durch größere Eleganz und Beweglichkeit ab und schuf einen neuen, der ein verändertes Gesamtmaß des menschlichen Körpers, namentlich einen kleinern Kopf und schlankere Glieder, ergab. L. war hauptsächlich Erzbildner und so fruchtbar, daß er gegen 1500 Werke hinterlassen haben soll. Er schuf unter anderm den Koloß des Zeus zu Tarent; das Viergespann mit dem Sonnengott der Rhodier; die Erzstatue des Kairos (der günstigen Gelegenheit), im Vorhof eines Tempels zu Sikyon, wovon verschiedene Nachbildungen existieren; den Erzkoloß des Herkules zu Tarent; den berühmten sich reinigenden Athleten, den wir in Kopie in dem Apoxyomenos (s. d.) des Vatikans besitzen (vgl. Küppers, Der Apoxyomenos des L., Berl. 1874); eine trunkene Flötenspielerin; verschiedene Statuen olympischer Sieger. Alexander d. Gr. beschäftigte