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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Lȳsis; Lysistrătos; Lysizōne; Lyskamm; Lyssa; Lytham; Lythrarĭeen; Lytta; Lyttelton; Lytton

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Lysis - Lytton.

ihn viel, da er nur von L. im Bildnis dargestellt sein wollte. Mit Leochares fertigte L. die Erzgruppe: Löwenjagd Alexanders, sodann die Gruppe der 34 Krieger, die beim ersten Angriff in der Schlacht am Granikos gefallen waren. Auch Statuen des Seleukos und des Äsop werden von L. genannt.

Lȳsis (griech.), s. Krisis.

Lysistrătos, griech. Bildhauer aus Sikyon, Bruder des Lysippos, war zur Zeit Alexanders d. Gr. thätig. Er war der erste, der, statt frei zu modellieren, das Gesicht der abzubildenden Personen über der Natur in Wachs abformte und danach das Porträt ausführte.

Lysizōne (griech.), die "Gürtellösende", Beiname der Artemis.

Lyskamm, Gipfel in der Gruppe des Monte Rosa (s. d.), 4538 m ü. M.

Lyssa, s. Tollwut.

Lytham (spr. líth-äm), stiller Badeort in Lancashire (England), an der Mündung des Ribble, mit (1881) 4122 Einw.

Lythrarĭeen (Weideriche), dikotyle Familie aus der Ordnung der Myrtifloren, Kräuter, Sträucher und Holzpflanzen mit meist gegen- oder quirlständigen Blättern und regelmäßigen, seltener zygomorphen, meist zwitterigen, perigynischen Blüten. Der Kelch hat eine klappige Knospenlage und zeigt häufig Kommissuralzähne. Die Blumenblätter entspringen im Kelchschlund und sind in der Knospe nicht selten geknittert. Die dem Kelch eingefügten Staubgefäße bilden in der Regel zwei Kreise, von denen der eine tiefer angeheftet ist als der andre. Der stets freie Fruchtknoten trägt einen einfachen Griffel und enthält meist mehrere, zwei- bis vieleiige Fächer. In den Zahlenverhältnissen der Blüte wechseln die Gattungen und Arten vielfach: es kommen alle Zahlen zwischen 3 und 16 vor, überwiegend sind sechszählige Blüten; im Andröceum kann Vermehrung durch Spaltung und auch Unterdrückung stattfinden. Die Karpiden wechseln von 1 bis 6 und stehen bald episepal, bald epifugal. Die Scheidewände des Fruchtknotens erscheinen oft über der niedrigen Placenta durchbrochen. Die Frucht ist eine meist vom Kelch eingeschlossene, zwei- bis sechsfächerige Kapsel, welche fachspaltig oder auch rings umschnitten aufspringt oder unregelmäßig platzt. Die zahlreichen eckigen oder abgeplatteten, bisweilen berandeten oder geflügelten Samen haben eine krustige Schale, kein Endosperm und einen geraden Keimling mit fast kreisrunden Kotyledonen und kurzen Würzelchen. Vgl. Koehne, Lythraceae, in Martius' "Flora brasiliensis", Bd. 73. Die L. umfassen ungefähr 350 Arten und finden sich vorzugsweise in den Tropen, minder zahlreich in den gemäßigten Zonen beider Hemisphären, besonders in Amerika.

Lytta, s. Kantharide.

Lyttelton (spr. littelt'n), der Hafen von Christchurch in der Provinz Canterbury der brit. Kolonie Neuseeland, mit (1881) 4127 Einw. und zwei Banken. Die Eisenbahn nach Christchurch durchbricht die Lyttelton Hills vermittelst eines Tunnels.

Lyttelton (spr. littelt'n), 1) George, Lord, engl. Staatsmann, Geschichtschreiber und Dichter, geb. 17. Jan. 1709 zu Hagley in der Grafschaft Worcester, studierte zu Eton und Oxford, trat unter dem Ministerium Walpole in das Unterhaus, wo er sich der Opposition anschloß, ward 1737 Sekretär des Prinzen von Wales, 1744 Lord der Schatzkammer, 1754 Geheimrat, 1755 Kanzler der Schatzkammer, trat aber noch in demselben Jahr mit dem Ministerium ab, wurde 1757 als Lord L. von Frankley zum Peer erhoben und starb 22. Aug. 1773 auf seinem Landgut Hagley. Sein Hauptwerk ist die "History of the life of Henry II." (Lond. 1755-71, 5 Bde.; deutsch von Weigel, Nürnb. 1791). Außerdem veröffentlichte er: "Dialogues of the dead" (Lond. 1760), eine "History of England" (neue Ausg., das. 1812; deutsch, Berl. 1777) und "Poetical works", die sich durch Korrektheit und Eleganz auszeichnen. Seine Prosa gilt für klassisch. Sein litterarischer Nachlaß erschien unter dem Titel: "Miscellanies" (Lond. 1776, 3 Bde.). Vgl. "Memoirs and correspondence of Lord L." (Lond. 1845, 2 Bde.). - Sein einziger Sohn, Thomas, zweiter Lord L., geb. 1744, gest. 1779, wahrscheinlich durch Selbstmord, war ein berüchtigter Wüstling, dem man mit Unrecht die Autorschaft der "Juniusbriefe" (s. d.) zugeschrieben hat. Auch die unter seinem Namen erschienenen "Letters of Thomas, Lord L." (Lond. 1780-82, 3 Bde.) sind unecht. Vgl. Furst, Life of Thomas, Lord L. (Lond. 1876).

2) George William, Lord, Enkel des vorigen, geb. 31. März 1817, studierte in Cambridge, ward 1840 Lord-Lieutenant von Worcestershire, 1846 Unterstaatssekretär der Kolonien, gehörte 1861-63 zu der Kommission, welche im Auftrag des Parlaments den Zustand der englischen Volksschulen zu untersuchen hatte, und war 1869-74 Chief Commissioner der Endowed Schools. Er starb 19. April 1876 durch Selbstmord in London. L. war eins der hervorragendsten Mitglieder der hochkirchlichen Partei des Oberhauses und nahm insbesondere an kolonialen Fragen lebhaften Anteil. Ihm verdankt die theokratische Musterkolonie Canterbury auf Neuseeland ihr Entstehen, deren Hauptstadt ihm zu Ehren Lyttelton genannt wurde. Er veröffentlichte: "Ephemera" (1864-72, 2 Serien), Vorlesungen, Adressen, Übersetzungen etc. enthaltend. Vgl. Gladstone, Brief Memorials of Lord L. (Lond. 1876).

Lytton (spr. litt'n), 1) Edward George Earle L.-Bulwer, erster Lord L., berühmter engl. Schriftsteller und Staatsmann, der deutschen Lesewelt bekannter unter seinem frühern Namen Edward Bulwer, geb. 25. Mai 1803 zu Heydon Hall in Norfolk, war der erstgeborne Sohn des Generals William Earle Bulwer; der Familienname seiner hochbegabten und reichen Mutter war L., ihr Familiensitz Knebworth. Seine Jugenderziehung erhielt er zu Hause durch die Mutter und Hauslehrer; die öffentliche Schule wurde, englischer Gewohnheit zuwider, vermieden; doch besuchte er die Universität Cambridge, wo er sich auszeichnete und 1825 durch das Gedicht "Sculpture" die Golddenkmünze des Kanzlerpreises gewann. Schon 1820 hatte er den poetischen Versuch: "Ismael, an Oriental tale" herausgegeben. Seine Gedichte: "Weeds and wild flowers" (1826) und "O'Neil, or the rebel" (1827) zeugten von dem Einfluß Byrons auf ihn, machten aber wenig Eindruck. Dies gilt auch von seinem ersten Roman: "Falkland". Noch sehr jung, schloß er (1827) seine unglückliche Ehe mit der Irländerin Rosina Wheeler, welcher ein Sohn entsprang (s. unten). Dann erfolgte die Trennung, und die nicht unbegabte Frau verwendete hinfort ihr schriftstellerisches Talent zu Schmähschriften gegen ihren Gatten, welche die Form von Romanen annahmen (s. unten). Mit "Pelham, or the adventures of a gentleman" (1828) gab L. die Anonymität auf und brachte gewaltigen Eindruck hervor, wenn auch heute das Buch nicht mehr gefallen würde. Er hatte unterdessen durch Reisen und durch das Studium des Deutschen, dem er zugethan blieb (wo-^[folgende Seite]