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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Maassen; Maaßen; Maassluis; Maastricht; Maastrichter Kreidetuff; Maasym; Maat; Maate; Maatschappij

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Maassen - Maatschappij.

suche": "Über die Einbildungskraft" (Halle 1792, 2. Aufl. 1797), "Über die Leidenschaften" (das. 1805-1807, 2 Bde.), "Über die Gefühle und Affekte" (das. 1811) dauernden Ruf erlangt.

Maassen, Friedrich Bernhard Christian, namhafter Kanonist, geb. 24. Sept. 1823 zu Wismar, widmete sich in Jena, Berlin, Kiel und Rostock juristischen und philosophischen Studien, bestand 1849 die Advokatenprüfung und gründete im Juli d. J. mit Franz v. Florencourt das in konservativem Sinn redigierte Blatt "Norddeutscher Korrespondent". Von der mecklenburgischen Ritterschaft mit der Führung des Prozesses gegen den Großherzog Friedrich Franz betraut, welcher mit dem Freienwalder Schiedsspruch und der Anerkennung der Rechtsbeständigkeit der alten ständischen Verfassung endete, wurde er auf dem Landtag von 1851 zum ritterschaftlichen Syndikatsadjunkten ernannt, mußte jedoch dieses Amt infolge seines Übertritts zur katholischen Kirche niederlegen. Er privatisierte nun in Wien, Bonn, Schwerin, bis er 1855 einen Ruf als außerordentlicher Professor des römischen Rechts nach Pest erhielt, von wo er noch in demselben Jahr nach Innsbruck versetzt ward. 1857 zum ordentlichen Professor befördert, ging er in gleicher Eigenschaft 1860 nach Graz, 1871 nach Wien und wurde hier 1872 korrespondierendes, 1873 wirkliches Mitglied der k. k. Akademie der Wissenschaften. Seine hervorragendste Leistung ist die "Geschichte der Quellen und der Litteratur des kanonischen Rechts im Abendland bis zum Ausgang des Mittelalters" (Graz 1870, Bd. 1), welche der "Geschichte des römischen Rechts im Mittelalter" von v. Savigny ebenbürtig an die Seite tritt. Außerdem sind zu nennen: "Der Primat des Bischofs von Rom" (Bonn 1853); "Zur Lehre von den Bedingungen" (das. 1854); "Neun Kapitel über freie Kirche und Gewissensfreiheit" (Graz 1876); "Pseudoisidor-Studien" (Wien 1885, 2 Hefte).

Maaßen, Karl Georg, preuß. Staatsmann, geb. 23. Aug. 1769 zu Kleve, studierte in Duisburg die Rechte, ward 1795 Geheimer Archivar zu Emmerich und 1799 Kriminalrat, 1803 zur neuen Regierung nach Münster versetzt, 1804 zum Kriegs- und Domänenrat bei der Kammer in Hamm, 1808 zum großherzoglich bergischen Rat in Düsseldorf, 1809 zum zweiten Regierungsdirektor in Potsdam, 1810 zum Vizepräsidenten daselbst, 1816 zum Direktor der Generalverwaltung für Gewerbe und Handel, 1817 zum Wirklichen Geheimen Oberfinanzrat mit Sitz und Stimme im Staatsrat, 1818 zum Generalsteuerdirektor und endlich 14. Aug. 1830 zum Geheimen Staats- und Finanzminister ernannt. Er war die Seele der Kommission für die Ausarbeitung der neuen Steuergesetze. Ihm verdankt ferner der Preußische, nachher Deutsche Zollverein seine Entstehung. M. starb 2. Nov. 1834 in Berlin.

Maassluis (Maaslandsluis, spr. -sleus), Stadt in der niederländ. Provinz Südholland, am nördlichen Arm der Maas, mit ansehnlicher Heringsfischerei, Schiffbau, Segeltuchfabrikation und (1886) 5250 Einw. Durch den neuen Kanal, welcher jetzt die eine Mündung der Maas bildet, hat sich der Wohlstand der Stadt sehr gehoben.

Maastricht (Maas-Trecht), Hauptstadt der holländ. Provinz Limburg, am Einfluß der Jaar in die Maas, über welche eine 162 m lange steinerne Brücke (1683 erbaut) in die jenseits gelegene Vorstadt Wijk führt, Knotenpunkt der Eisenbahnen Aachen-Antwerpen, Lüttich-M. und M.-Venloo, ist ziemlich regelmäßig und schön gebaut und besitzt zwei schöne öffentliche Plätze: den Vrijthof (Exerzierplatz) und den großen Markt, an deren ersterm der alte merkwürdige gotische Dom (St. Servaas, zum Teil aus dem 11. Jahrh.) mit der Bildsäule Karls d. Gr. (von Geefs) und vielen herrlichen Gemälden (Kreuzabnahme von van Dyck) liegt, während auf dem andern das schöne Rathaus (aus dem 17. Jahrh.) mit Glockenturm steht. Die zweite römisch-kath. Kirche (man zählt deren vier) ist die alte Liebfrauenkirche im spätromanischen Stil (11. Jahrh.) mit zwei Krypten. Die Reformierten besitzen zwei Kirchen, die Lutheraner eine, die Juden eine Synagoge. Ferner sind zu erwähnen: die Hauptwache, der öffentliche Park, das Theater, das Athenäum mit einer damit verbundenen höhern Bürgerschule, die Musikschule, eine Gravier-, Bossier- und Modellierschule u. a. M. gehörte früher zu den am stärksten befestigten Städten Europas und war namentlich mit ausgedehnten Überschwemmungsvorrichtungen versehen; 1871-78 wurden die Werke geschleift, desgleichen die auf dem linken Maasufer am nördlichen Abhang des Pietersbergs liegende Citadelle. Genannter Berg ist noch besonders merkwürdig durch die seit länger als einem Jahrtausend in Betrieb stehenden Sandsteinbrüche mit ihren unterirdischen Gängen. Die Zahl der meist katholischen Einwohner beträgt (1886) 30,489. In industrieller Hinsicht ist die Fabrikation von Glas, Kristall und Töpferwaren bedeutend, speziell die Fabrik von P. Regout; außerdem gibt es Fabriken für Tapeten, Borten, Chemisetten, Waffen, Nägel, Papier etc. Auch treibt die Stadt starken Getreide- und Transithandel, welchem die Schiffahrt auf der Maas und dem nach Belgien führenden Süd-Wilhelmskanal förderlich ist; unter den Bankinstituten sind der Limburgische Kreditverein und eine Hypothekenbank zu erwähnen. - M. ist das Trajectum ad Mosam der Römer und gehörte unter der fränkischen Herrschaft zu Austrasien. Später stand die Stadt unter der gemeinschaftlichen Regierung der Herzöge von Brabant und der Bischöfe von Lüttich. Auf dem Vrijthof wurde 1485 Graf Wilh. v. d. Mark, der "Eber der Ardennen", enthauptet. Während des niederländischen. Befreiungskampfes ward M. 1579 von den Spaniern erobert und geplündert. Von den spätern Belagerungen sind besonders folgende zu nennen, die jedesmal mit der Einnahme der Festung endeten: 1632 von dem Prinzen Friedrich Heinrich von Oranien, 1673 unter Ludwig XIV. und 1748 und 1794 abermals von den Franzosen. Die letzte Blockade erfuhr es 1814 durch die Schweden. Während der Revolution von 1830 war M. fast die einzige Stadt der südlichen Niederlande, in welcher sich die holländische Besatzung gegen die Belgier behauptete.

Maastrichter Kreidetuff, s. Kreideformation.

Maasym, der Fixstern λ von 4. bis 5. Größe am rechten Arm des Herkules, nach Herschel derjenige Stern, auf den hin unser Sonnensystem sich bewegt.

Maat (holländ., engl. Mate, "Gesell, Gefährte"), in der Kriegsmarine. Bezeichnung der Unteroffiziere. Je nach ihrem besondern Dienstzweig gibt es in der deutschen Marine Steuermanns-, Feuerwerks-, Bootsmanns-, Maschinisten-, Meisters-, Materialienverwaltungs-, Torpeder- und Mechanikermaate; die Obermaate haben Sergeanten-, die Maate Unteroffiziersrang. In der Handelsflotte s. v. w. Schiffskamerad; Backsmaat, Tischgenosse.

Maate, asiat. Gewicht, s. Kojang.

Maatschappij (holländ., spr. maatschappei, "Kameradschaft"), Handelsgesellschaft, Schiffsmannschaft; daraus verderbt Maskopei (s. d.).