Schnellsuche:

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Mac Kinlay; Mac Leay; Mackinawstraße; Mackintosh; Maclaurinsche Reihe; Macleod; Maclise; Maclūra; Maclurīn

34

Mackinawstraße - Maclurin.

im Alter von 14 Jahren als Violinist in der dortigen Hofkapelle angestellt. 1862 in sein Vaterland zurückgekehrt, trat er als Schüler in die königliche Musikakademie zu London, um sich auf der Violine und in der Komposition zu vervollkommnen, und ließ sich einige Jahre später als Musiklehrer in Edinburg nieder. Als Komponist hat er sich durch eine Reihe origineller und trefflich gearbeiteter Werke, darunter zwei schottische Rhapsodien für Orchester (Opus 21 und Opus 24), ein Klavierquartett (Opus 11) und viele kleinere Gesangs- und Klavierkompositionen, einen Namen erworben.

Mackinawstraße (spr. mäckinah-), Seestraße, 60 km lang, bis 6 km breit, welche den Huronsee mit dem Michigansee verbindet. In ihr die 95 m hohe befestigte Mackinawinsel, das "Gibraltar der kanadischen Seen". Von Dezember bis Ende April ist die Schiffahrt in der Straße durch Eis unterbrochen.

Mac Kinlay (M'Kinlay, spr. mack kínnleh), John, austral. Entdeckungsreisender, welcher 1840 in Südaustralien einwanderte und dort wie in Neusüdwales als Viehzüchter ausgedehnte Reisen machte, wodurch er wesentlich zur Kenntnis dieser Kolonien beitrug. Von der südaustralischen Regierung 1861 entsandt, um Burke und Wills zu Hilfe zu kommen, durchkreuzte er den ganzen Kontinent bis zum Golf von Carpentaria. Nach Adelaide zurückgekehrt, erhielt er vom Parlament eine Belohnung von 1000 Pfd. Sterl. Die Beschreibung seiner Reise erschien unter dem Titel: "M'Kinlay's journal of exploration in the interior of Australia" (Melbourne 1863). Im J. 1866 erforschte er die Adams- und Ansonbai im Nordterritorium behufs Anlegung einer Kolonie und geriet durch Überschwemmungen des Alligatorflusses in die größte Gefahr, aus der er sich auf einem selbstverfertigten Boot aus Pferdehäuten rettete. Er starb 28. Dez. 1872 zu Gawlertown in Südaustralien.

Mackintosh (spr. mäckintösch), Sir James, einer der hervorragendsten Parlamentsredner Englands, geb. 24. Okt. 1765 zu Alldowry in der schottischen Grafschaft Inverneß, studierte zu Edinburg Medizin, beschäftigte sich aber vorwiegend mit Geschichte, Philosophie und Politik. Durch seine "Vindiciae gallicae, or defence of the French revolution" (Lond. 1791), von der drei Auflagen in einem Jahr verkauft wurden, erwarb er sich zwar den Titel eines französischen Bürgers, später aber überzeugte ihn eine Unterredung mit Burke von der Unhaltbarkeit seines Standpunkts. Nachdem er noch in Lincoln's Inn die Rechte studiert, trat er 1795 als Sachwalter auf und wurde, nachdem er kurze Zeit Professor der Politik und Gesetzgebung in Hertford gewesen war, 1803 zum Ritter und Direktor des Kriminalgerichts in Bombay ernannt. 1811 nach England zurückgekehrt, wurde er von der Grafschaft Nairn in Schottland und seit 1818 von dem Flecken Knaresborough in Yorkshire in das Unterhaus gewählt. Er sprach hier für die Reform der Kriminalgesetzgebung sowie für religiöse Duldung, für die Unterdrückung des Sklavenhandels, für das Recht der Kolonien auf eigne Verwaltung ihrer Angelegenheiten, für die Unabhängigkeit Griechenlands und 1831 für die Reformbill. 1822 und 1823 ward er zum Rektor der Universität Edinburg, 1827 zum Geheimrat und 1830 zum Mitglied der Kommission für die ostindischen Angelegenheiten ernannt. Er starb 30. Mai 1832. Unter seinen Schriften sind seine "Dissertation on the progress of ethical philosophy" (Lond. 1830, 4. Aufl. 1872) und die "History of England", bis 1572 (das. 1830, 3 Bde.; neue Ausg. 1853, 2 Bde.), sowie die aus seinen Manuskripten herausgegebene unvollendete "History of the Revolution in England in 1688" (das. 1834) hervorzuheben. Seine "Memoirs" veröffentlichte sein Sohn (Lond. 1835), die "Miscellaneous works" erschienen 1849 in 3 Bänden.

Mackintosh, wasserdichter Kleiderstoff, benannt nach dem Chemiker Macintosh (s. d.).

Maclaurinsche Reihe, s. Taylors Lehrsatz.

Mac Leay, bei naturwissenschaftl. Namen für W. S. Mac Leay, engl. Entomolog dieses Jahrhunderts, ging nach Vandiemensland.

Macleod (spr. mäcklaud), Henry Dunning, engl. Nationalökonom, geb. 1821 zu Edinburg, widmete sich zunächst der juristischen Laufbahn und wurde in der Folge durch einen Prozeß, mit dem er 1854 beschäftigt war, zu eingehendem Studium der Theorie des Kredits veranlaßt. Daraus ging hervor seine "Theory and practice of banking" (1856; 4. Aufl. 1883, 2 Bde.). Dieser folgten "The elements of political economy" (1858; neue Ausg. u. d. T.: "Principles of economical philosophy", 1872-75, 2 Bde.), "Elements of banking" (1876, 4. Aufl. 1881) und "Elements of economics" (1881-87, 2 Bde.). Das "Dictionary of political economy" (1863) blieb unvollendet. Nach M. bezeichnet Kredit ein Forderungsrecht und wäre als solches ein selbständiges Kapital neben dem Geld, welches Gegenstand der Forderung ist. Diese praktisch nicht unbedenkliche Idee wurde neuerdings von Knies in seinem Werk über Geld und Kredit mit Erfolg bekämpft.

Maclise (spr. mäcklihs'), Daniel, engl. Maler, geb. 25. Jan. 1811 zu Cork in Irland, studierte auf der dortigen Kunstschule, kam 1828 auf die Londoner Akademie und trat zuerst 1829 auf der Ausstellung mit einem Malvolio auf. Im folgenden Jahr stellte er Porträte aus und bereiste Frankreich. 1831 gewann er die goldene Medaille für sein Gemälde: Wahl des Herkules. Auch lieferte er für "Frazer's Magazine" zahlreiche Skizzen und Karikaturen sowie viele Bilder zu Dichtungen. 1844 und 1855 besuchte er Paris und in letzterm Jahr Italien. 1857 vollendete er eine Galerie von Skizzen aus der Geschichte der normännischen Eroberung Englands, und 1859 ging er nach Berlin, um die Stereochromie zu studieren, und malte in dieser Manier die großen Wandgemälde: die Begegnung Blüchers und Wellingtons bei Belle-Alliance und Nelsons Tod (1864 vollendet) in der Royal Gallery. M. war auch ein geschätzter Bildnismaler. Er starb 25. April 1870 in Chelsea. Vgl. O'Driscoll, Memoir of D. M. (Lond. 1871).

Maclūra Nutt. (Osagedorn), Gattung aus der Familie der Urtikaceen, dornige Bäume mit gelbem Holz, einfachen, selten gelappten, ganzrandigen oder gesägten, häutigen Blättern, zweihäusigen Blüten, von denen die männlichen in Kätzchen oder Trauben, die weiblichen auf einem rundlichen, gemeinschaftlichen Blütenboden stehen; aus letztern entwickelt sich durch Verwachsen der einzelnen Scheinfrüchte eine unregelmäßig runde Sammelfrucht. M. aurantiaca Nutt. (s. Tafel "Farbepflanzen") ist ein Baum in Westindien und den mittlern Staaten Nordamerikas mit eirund-lanzettförmigen, 8 cm langen Blättern, grünlichgelben Blüten und orangefarbenen Früchten von 2,5-5 cm Durchmesser, welche in Amerika allgemein gegessen werden. Das meist lebhaft gelbbraune Kernholz kommt in oft mehrere Zentner schweren Klötzen als Gelbholz (gelbes Brasilienholz, alter Fustik) in den Handel, enthält Morin und Maclurin und dient zum Färben.

Maclurīn, s. Gelbholz.