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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: March; Marchand; Marchandage; Marchandise; Marchantia

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March - Marchantia.

sonders in Brasilien, heimische Familie aus der Ordnung der Cistifloren, zunächst mit den Ternströmiaceen verwandt. Die meisten M. sind kletternde oder epiphytische Sträucher mit Kletter- oder Luftwurzeln, zum Teil nur 1-2 m hoch, meist aber an feuchten Orten, an Bäumen hoch emporklimmend und mit ihren blühenden Zweigen diese selbst oft überragend. Bei der Gattung Marcgravia sind besondere Zweige zum Kriechen oder Klettern und wiederum besondere zum Blühen oder Fruchttragen ausgebildet. Erstere sind dicht mit zweizeiligen, sitzenden, ei-herzförmigen oder rechteckigen Blättern besetzt, welche sich fest an Bäume und Felsen anlegen, und denen gewöhnlich kurze, dichtfilzige Kletterwurzeln auf der Unterseite entsprechen. Diese unfruchtbaren Zweige weichen so sehr von den fruchtbaren ab, daß Aublet sie für ein Farnkraut hielt. Die fruchtbaren Zweige sind rund, aufrecht oder hängend, oft von 10 m Höhe bis auf die Erde herabgeneigt, mit weit größern, spiralig gestellten, meist lanzettlichen, ovalen oder länglichen Blättern versehen und enden an der Spitze in eine Blütendolde. Bei allen Arten ist die Nektarabsonderung auf besondere Organe außerhalb der Blüte übertragen (s. Figur). Diese Nektarien bilden meist große, charakteristisch geformte, schön gefärbte Schläuche, Kapuzen, reitende Sporen etc. und sind als umgewandelte Brakteen anzusehen, die mehr oder weniger weit am Stiel der Einzelblüte hinaufgerückt oder gar mit ihm verwachsen sind. Die Nektarien sind stets mit Nektar gefüllt, und ihr süßer Inhalt trägt ohne Zweifel neben ihrer schönen Farbe und ihrer ansehnlichen Größe, gegen welche die Blüten zum Teil ganz verschwinden, mit dazu bei, Insekten, vielleicht auch kleine Vögel, anzulocken. Die Brakteen dienen also ohne Frage als Vermittler der Befruchtung, und eine künstliche Bestäubung durch Tiere ist notwendig, weil die Blüten protandrisch sind. Vgl. Wittmack in "Flora brasiliensis", Heft 81.

^[Abb.: Nektarien der Marcgravia picta.]

March (slaw. Morava), der Hauptfluß Mährens, entsteht unweit von Altstadt aus drei vom Großen Schneeberg kommenden Quellbächen, tritt in der Gegend von Schönberg aus den waldigen Höhen der Sudeten, hat aber noch mehr Verengerungen (die letzte bei Napajedl) zu überstehen, bis sie endlich in ihr Tieflandbecken tritt. Zwischen grasigen, im Unterlauf öfters sumpfigen Niederungen windet sie sich mit außerordentlich geringem Gefälle meist in südlicher Richtung dahin und umschlingt mit vielen Armen wald- und buschbedeckte Werder. Bei Kremsier empfängt sie links aus den Bieskiden die Betschwa sowie weiter unten, unterhalb Göding, rechts die Thaya, welche alle Gewässer vom Südostabhang der mährischen Höhe mitbringt und mit der M. um den Rang des Hauptflusses wetteifert. Von der Thayamündung an bildet die M. die Grenze Österreichs gegen Ungarn. Nach einem Laufe von 345 km mündet sie oberhalb Preßburg, bei Theben, in die Donau. Bei Olmütz ist sie 100 m, kurz vor der Mündung 450 m breit. Von Göding an wird sie für Fahrzeuge von 150-300 metr. Ztr. schiffbar.

March, einst einer der Grenzstriche der deutschen Lande gegen Rätien und bis 1798 dem alten Land Schwyz unterworfen, jetzt ein Teil des Kantons Schwyz (s. d.), stellt ein breites Halbthal am obern Teil des Zürichsees dar, fruchtbar an Getreide, Hanf und Schabziegerkraut (Melilotus coerulea), besonders aber an Obst. Auch die Rinder- und die Pferdezucht blühen, ebenso die Baumwollindustrie (in Siebnen etc.), welche, vom Kanton Zürich her eingeführt, die Wasserkräfte der Wäggithaler Aa benutzt. Seit 20. Sept. 1875 ist die linksuferige Zürichseebahn (Zürich-Glarus) im Betrieb; von der Station Pfäffikon zweigt, den Seehals überschreitend, die Verbindung mit Rapperswyl ab. Die M. bildet einen der sechs Bezirke des Kantons Schwyz; sie enthält in neun Gemeinden (1880) 11,207 Einw. Hauptort ist Lachen (1636 Einw.).

March (spr. martsch), Stadt in Cambridgeshire (England), auf einem Hügel inmitten der Fens (s. d.), am Nen, mit Eisenbahnwerkstätten und (1881) 6190 Einw.

March, Ernst, Begründer der Thonwarenfabrik von Ernst M. Söhne zu Charlottenburg, geb. 30. Juni 1798 zu Panknin in Hinterpommern, kam 1814 nach Berlin, wo er in die Thonwarenfabrik von Feilner eintrat und den Unterricht auf der Kunstakademie genoß. Er arbeitete 1828-32 in Paris und kehrte als Teilhaber in das Feilnersche Geschäft zurück. 1836 begann er die Erbauung der jetzigen Fabrik und wandte sich auf Veranlassung Friedrich Wilhelms IV., Stülers und Stracks vorzugsweise der figürlichen Darstellung und Nachbildung von Antiken, später architektonischen Ornamenten und Werkstücken zu. Er starb 24. Dez. 1847. Die Fabrik, welche für die Verwendung von Thonwaren für architektonische Zwecke bahnbrechend war, gewann, auf die Söhne Paul und Emil übergegangen, nach und nach ihre jetzige Bedeutung. Sie lieferte die Reliefs der Dirschauer Brücke, die Ornamente und Fußböden des Neuen Museums, des Kriegsministeriums, der Schloßkuppel, mehrerer Kirchen, des neuen Rathauses, des Generalstabsgebäudes, mehrerer Bahnhöfe und Privathäuser, die Figuren und Ornamente der Universitätsgebäude zu Königsberg, Rostock und Pest etc.

Marchand (franz., spr. -schāng), Kaufmann, Händler; M.-tailleur (spr. -tajör), Schneider, der ein Lager von Kleiderstoffen hält.

Marchandage (franz., spr. -schangdahsch), s. v. w. Afterunternehmung, s. Arbeitslohn, S. 759.

Marchandise (spr. -schandihs'), Ware; marchandieren (spr. -schangd-), Handel treiben, feilschen.

Marchantia L., Lebermoosgattung aus der Ordnung der Marchantiaceen, meist ausdauernde Gewächse mit fleischigem, gabelig verzweigtem Laub, das