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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Märzrevolution; Mas; Masaccio; Masăda; Masagan; Masai; Masanderan; Masanĭello; Masarĭdae; Masaya; Mascalucia

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Märzrevolution - Mascalucia.

bereitet wird. Man zerreibt zur Darstellung desselben 2 Teile feinste, entschälte süße Mandeln mit etwas Rosenwasser und röstet sie mit 1 Teil feinstem Zuckerpulver in einem kupfernen Kessel und unter beständigem Umrühren über gelindem Feuer, bis die Masse, wenn man mit der Oberseite der Hand darauf drückt, nicht mehr anklebt. Hierauf wird die Masse zusammengeknetet und unter Zusatz von 0,5-1 Teil Zucker zu allerlei Formen verarbeitet und getrocknet oder (Königsberger M.) leicht gebacken.

Märzrevolution (Märzbewegung), die Bewegung von 1848, die in den meisten deutschen Staaten im März ausbrach und allenthalben, wenigstens vorübergehend, große Veränderungen in Gesetz und Verfassung (Märzerrungenschaften) zur Folge hatte.

Mas (Maes, Mes, Mace, Massa, Mehs), kleines ostindisches und chines. Gewicht für Edelsteine, = 2,5-3,8 g, dann Rechnungsmünze, = 0,09-1,2 Mk.

Masaccio (spr. -sattscho), eigentlich Tommaso di San Giovanni di Simone Guidi, ital. Maler, geb. 21. Dez. 1401 im Kastell San Giovanni im Arnothal, wurde wegen seiner Unbeholfenheit M. ("unbehilflicher Thomas") genannt. Er war angeblich Schüler des Masolino und wurde 1424 in das Buch der Malerbrüderschaft eingetragen. Bald darauf ward ihm, vielleicht als Nachfolger Masolinos, die Vollendung der malerischen Ausschmückung der Kapelle de' Brancacci in der Kirche Santa Maria del Carmine übertragen. Er malte hier die Vertreibung aus dem Paradies, Petrus taufend, Petrus Kranke heilend, Petrus und Johannes Almosen spendend, das Wunder vom Zollgroschen u. a. Im J. 1428 gab er diese Arbeit auf, die erst später von Filippino Lippi vollendet wurde. Mit diesen Fresken brach eine neue Epoche der florentinischen Kunst an; es sind Gemälde in großem historischen Stil, von Energie und einfacher Größe des Ausdrucks, klarer Komposition, freiem, antikisierendem Faltenwurf und großartiger Modellierung, so daß sie auf die italienische Malerei des 15. Jahrh. von großem Einfluß wurden. Ein andres Werk von M. ist ein Fresko der Dreifaltigkeit in Santa Maria Novella zu Florenz. Er war später in Pisa thätig, wo er unter anderm ein Altarbild in der Kirche del Carmine malte, von dem einige Teile in das Berliner Museum gekommen sind, und soll 1428 in dürftigen Verhältnissen in Rom gestorben sein. Vgl. Knudtzon, M. og den florentinske malerkonst (Kopenh. 1875).

Masăda, eine von den Makkabäern angelegte, von Herodes d. Gr. noch mehr befestigte Burg Palästinas, auf einem steilen Felsen am Westufer des Toten Meers, 450 m über demselben gelegen, ward in den Kämpfen der Römer mit den Juden unter Eleasar nach langer Belagerung zerstört; jetzt Ruinen Sebbe.

Masagan (Bridscha), Hafenplatz an der atlantischen Küste Marokkos mit 6000 Einw., worunter 1000 Juden und 100 Europäer. Ausfuhr von Getreide und Bohnen aus der fruchtbaren Umgegend. In dem kleinen Hafen verkehrten 1886: 245 Schiffe von 89,816 Ton.; die Einfuhr betrug 4,323,320 Mk., die Ausfuhr 4,050,060 Mk. Die Stadt wurde 1510 von den Portugiesen gegründet und 1769 vom Sultan Mohammed genommen. M. ist Sitz eines deutschen Konsuls.

Masai, afrikan. Volksstamm, s. Massai.

Masanderan, pers. Provinz, s. Masenderan.

Masanĭello, eigentlich Tommaso Aniello, der Hauptanführer beim Aufstand in Neapel 1647, geb. 1623 zu Amalfi, lebte in Neapel als Fischer und Obsthändler. Der Steuerdruck, der unter der spanischen Herrschaft auf der Bevölkerung lastete, war durch das 3. Jan. 1647 vom Vizekönig, Herzog von Arcos, publizierte Edikt, welches eine hohe Abgabe auf Getreide und Früchte legte, ins Unerträgliche gesteigert worden; das Versprechen, sie aufzuheben, wurde nicht gehalten und die Aufregung und Erbitterung des Volkes dadurch auf die Spitze getrieben. Als 7. Juli die Bewohner Neapels zur Feier eines Marienfestes zahlreich in den Straßen versammelt waren, entstand auf dem Markt Streit zwischen den Fruchthändlern und Steuererhebern. M., dessen Frau wegen heimlicher Umgehung der Abgabepflicht bestraft worden, und der daher gegen die Regierung erbittert war, rief die Menge durch den Ruf: "Eßt, Kinder, eßt, dann wollen wir die Steuern abschaffen!" zur Selbsthilfe; die Steuerhäuser in der Stadt wurden geplündert und niedergerissen, die Gefängnisse erbrochen und der Vizekönig, dessen Person sich die Aufständischen bemächtigten, gezwungen, die Abschaffung sämtlicher Steuern eidlich zu versprechen. Indessen rettete er sich in der Nacht in das Kastell und überließ die Stadt den Rebellen. M. übte nun eine unbeschränkte Herrschaft, ließ viele Häuser der Beamten und andrer verhaßter Personen zerstören und schlug, zum Generalkapitän des Volkes erwählt, die zur Unterstützung des Statthalters heranziehenden Truppen zurück. Täglich saß er auf dem Platz Toledo zu Gericht, und seine Todesurteile wurden auf der Stelle vollzogen. Die Banditen, welche in die Stadt strömten, um an den Vorteilen der Anarchie teilzunehmen, wurden zurückgetrieben oder hingerichtet. M. war gutmütig und nicht ohne edle Regungen, aber eitel, selbstgefällig und ohne höhere Ziele. Der Erzbischof Filomarino unterhandelte endlich mit M. über eine förmliche Kapitulation, zu deren Abschluß sich M. 12. Juli zu Pferde, von mehr als hunderttausend Menschen begleitet, selbst zum Herzog von Arcos begab. Ein Vertrag, welcher die Abschaffung der neuen Steuern und Amnestie versprach, wurde abgeschlossen und 13. Juli in der Kirche del Carmine beschworen. Von da an traten bei M. Anzeichen des Irrsinns hervor, und es ward daher dem Vizekönig leicht, das Volk, das überdies die Versöhnung mit dem Vizekönig mit Mißtrauen betrachtet hatte, zum Abfall von dem "von Gott Gezeichneten" zu bestimmen. Als M. 16. Juli in der Kirche del Carmine erschien und das Volk aufforderte, ihn zu beschützen, ward er nach dem Kloster del Carmine gebracht und hier von vier Banditen, die Arcos gedungen, mit Flintenschüssen getötet. Tags darauf veranstaltete ihm das reuige Volk ein großartiges Totenfest und setzte seine Leiche in der Kirche del Carmine bei. Auber benutzte den Stoff zu der Oper "Die Stumme von Portici". Vgl. Rivas de Saavedra, Insureccion de Napoli en 1647 (Madr. 1849, 2 Bde.; franz., Par. 1849; daraus die "Histoire de M.", von Florenz herausgegeben, Par. 1860).

Masarĭdae, s. Wespen.

Masaya, Stadt in der zentralamerikan. Republik Nicaragua, Departement Granada, zwischen dem Nicaragua- und Managuasee, in der Nähe des Vulkans von M. (Ausbrüche 1782, 1857), hat etwa 12,000 Einw. und ist der gewerbfleißigste Ort des Staats. In der Umgegend wird trefflicher Tabak gebaut. Wasser liefert den Einwohnern der kleine, einen tiefen Krater ausfüllende See von M.

Mascalucia (spr. -lūtscha), Flecken in der ital. Provinz Catania (Sizilien), am Südabhang des Ätna, mit (1881) 2968 Einw., hat 1669 durch einen Lavastrom, 1818 durch ein Erdbeben sehr gelitten.