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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Menden - Mendoza.

Vgl. Lobes Studie über M. ("Gartenlaube" 1859); Reißmann, M., sein Leben und seine Werke (2. Aufl., Berl. 1872); E. Devrient, Meine Erinnerungen an Felix M. und seine Briefe an mich (2. Aufl., Leipz. 1872); Hiller, M., Briefe und Erinnerungen (Köln 1874); Lampadius, Felix M., ein Gesamtbild seines Lebens und Wirkens (Leipz. 1886); S. Hensel, Die Familie M. in Briefen und Tagebüchern (5. Aufl., Berl. 1886). - Aus dem Erträgnis einer Aufführung von Mendelssohns "Elias" unter Leitung von J. ^[Jules] Benedict wurde 1848 in London unter dem Namen Mendelssohn-Scholarship ein Fonds begründet, dessen Zinsen als Stipendium an talentvolle junge englische Komponisten vergeben werden. Der erste Mendelssohn Scholar war Arthur Sullivan (1856-60). Auch Berlin besitzt eine Mendelssohn-Stiftung, bestehend in einem Stipendium von 1500 Mk. für junge deutsche Komponisten u. ausübende Tonkünstler, die mindestens ein halbes Jahr an einem vom Staat subventionierten Musikinstitut studiert haben.

2) Karl, Historiker, Sohn des vorigen, geb. 7. Febr. 1838 zu Leipzig, machte 1863 zwei Reisen nach Griechenland, habilitierte sich 1864 als Privatdozent der Geschichte in Heidelberg, ward 1867 Professor in Freiburg i. Br.; starb 14. Aug. 1874. Er schrieb: "Graf Johann Kapodistrias" (Berl. 1864), "Friedrich v. Gentz" (Leipz. 1867), "Der Rastatter Gesandtenmord" (Heidelb. 1869), "Geschichte Griechenlands von 1453 bis auf unsre Tage" (Leipz. 1870-1874, 2 Bde.), "Goethe und Felix Mendelssohn-Bartholdy" (das. 1871) und gab den Briefwechsel Gentz' mit Pilat (das. 1868, 2 Bde.), denjenigen des Generalpostmeisters K. F. v. Nagler (das. 1869, 2 Bde.) und den des preußischen Generals und Gesandten v. Rochow (Frankf. 1874), die beiden letztern in Gemeinschaft mit E. Kelchner, heraus.

Menden, Stadt im preuß. Regierungsbezirk Arnsberg, Kreis Iserlohn, an der Hönne und der Linie Letmathe-Fröndenberg der Preußischen Staatsbahn, hat eine evangelische und eine kath. Kirche, ein Amtsgericht, ein Puddel- und Walzwerk, Fabriken für Messing- und Neusilberwaren, Reit- und Fahrgeschirre, Reiseeffekten, Ketten, Draht etc., eine Dampfmahl- und Sägemühle, Vieh- und Getreidemärkte und (1885) 5911 meist kath. Einwohner.

Menderes, Fluß, s. Mäander.

Mendes, im Altertum Stadt im Delta Ägyptens, berühmt durch den Kultus des Gottes M., der in Gestalt eines Bockes verehrt wurde. M. verfiel schon vor Beginn unsrer Zeitrechnung. Ruinen Tell-Dible.

Mendès (spr. mangdäß), Catulle, franz. Schriftsteller, geb. 1840 zu Bordeaux, gründete 1860 in Paris die Zeitschrift "Reine fantaisiste", worin er ein verifiziertes Drama: "Le roman d'une nuit", veröffentlichte, das dem Verleger (da M. selbst noch minderjährig war) eine zweimonatliche Haft nebst einer Geldstrafe zuzog, und hat sich in der Folge bald in der Poesie, bald im Roman, bald in der Bühnendichtung versucht. Seine Dichtungen: "Philoméla" (ein Band Lyrik, 1864), "Hespérus" (1869), "La colère d'un franc-tireur", "Odelette guerrière" (1871), "Contes épiques" (1872), "Pantéleya", "Soirs moroses", "Intermède", "Le soleil de minuit" etc. erschienen 1885 unter dem Titel: "Poésies" (7 Bde.) gesammelt. Auf die Bühne brachte er die Komödie "La part du roi" (1870) und ein Drama: "Justice" (1877). Außerdem schrieb er die Romane: "Histoires d'amour" (1868); "Les folies amoureuses" (1877); "La vie et la mort d'un clown" (1878-79, 2 Tle.); "Les mères ennemies" (1880); "Le roi vierge" (1881); "Jeunes filles" (1884); "Lila et Colette" (1885); "Monstres parisiens" (1882-84, 2 Tle.); "Les boudoirs de verre" (1884); "La rose et le noir" (1885); "Lesbia" (1886); "L'homme tout nu" (1887) sowie die Schriften: "Les 73 journées de la Commune" (1871) und "Richard Wagner" (1886).

Mendes Leal da Silva, José, portug. Dichter und Staatsmann, geb. 22. Okt. 1820 zu Lissabon, debütierte als Schriftsteller mit Artikeln im "Diario" der Deputiertenkammer, wurde 1846 Sekretär des Herzogs von Terceira und erlangte 1851 einen Sitz im Parlament. Bald darauf wurde er Minister des Auswärtigen, dann Direktor der Nationalbibliothek zu Lissabon, 1874 Ministerbevollmächtigter in Paris, endlich 1882 Botschafter in Madrid; er starb im August 1886 in Lissabon. Seine Gedichte (gesammelt u. d. T.: "Canticos", Lissab. 1858) atmen einen hochpoetischen Geist; seine Dramen ("Egas Moniz", "A pobre das ruinas", "O tributo das cem donzellas", "Os homens de marmore", "Os homens de viro", "Os dons renegados", "Pedro", "A escala social" etc.) sowie seine Lustspiele ("O tio André que vem do Brazil", "O caçador" u. a.) zählen zu den beliebtesten Stücken der neuen Bühne. Auch mehrere seiner Romane ("A flor do mar", "O mosqueteiros da Africa", "O Calabar" etc.) werden gern gelesen. Unter seinen wissenschaftlichen Leistungen ist besonders "Relaçoes de Portugal com a curia romana" (5 Bde.) als Fortsetzung des "Corpo diplomatico portuguez" zu erwähnen. Schon 1845 wählte ihn die Akademie der Wissenschaften zu ihrem Mitglied.

Mendikanten (lat., "Bettelnde"), Bettelmönche.

Mendip Hills, eine 40 km lange Hügelkette im nördlichen Teil der engl. Grafschaft Somerset, steigt im Black Down bis zu 325 m an und besteht großenteils aus Heideland. Blei- und Galmeigruben werden hier seit undenklichen Zeiten ausgebeutet. Eine bereits 1660 beschriebene Stalaktitenhöhle bei Harptree wurde 1881 wieder entdeckt.

Mendola-Dolomit, s. Triasformation.

Mendota, Stadt im nordamerikan. Staat Illinois, Grafschaft La Salle, inmitten eines fruchtbaren Ackerbaugebiets und in der Nähe von Kohlengruben, hat ein College, ein Seminar der Wesleyaner, Fabriken und (1880) 4142 Einw.

Mendōza (früher Cuyo), Provinz der Argentinischen Republik, am östlichen Fuß der Kordilleren, wird nördlich von San Juan, östlich von San Luis, südlich von den Pampas Argentinas begrenzt und ist 88,193 qkm (1601,7 QM.) groß. Der Westteil des Gebiets ist von den Kordilleren mit ihren östlichem Abhängen erfüllt; an ihrem Fuß beginnen die großem Steppen, die sich von hier nach O. sanft herabsenken. Das Gebirgsland ist an nutzbaren Mineralien (besonders Kupfer) reich, der Ostteil nicht sehr fruchtbar und überwiegend trocken und wasserarm. Der bedeutendste Fluß ist der Rio M., der die Mitte des Landes durchschneidet, und dessen Wasser zur künstlichen Bewässerung des Bodens benutzt wird. Wälder sind selten, es gibt fast nur niedrigen Buschwald; Weidegründe scheinen im südlichen Teil des Gebiets am häufigsten zu sein. Das Klima ist gesund und namentlich im nördlichen Teil sehr trocken. Die Zahl der Bewohner beträgt (1882) 99,000, überwiegend Mestizen. Sie leben hauptsächlich vom Landbau (Weizen, Mais, Wein, Obst), weniger von der Viehzucht; Bergbau ist unbedeutend und noch mehr die Fabrikthätigkeit. Verkehr besteht besonders mit Buenos Ayres und mit Chile, wohin Rinderherden und Kupfererze über den 3221 m hohen Uspallatapaß