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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Mikmak - Mikrokephalie.

guae palaeoslovenicae" (Leipz. 1845); "Lexicon linguae palaeoslovenicae" (Wien 1850, 2. Aufl. 1865); "Vergleichende Grammatik der slawischen Sprachen" (das. 1852-74, Bd. 1-4), durch welche er das wissenschaftliche Studium der slawischen Sprachen begründete; "Formenlehre der altslowenischen Sprache" (das. 1850, 2. Aufl. 1854); "Lautlehre der altslowenischen Sprache" (das. 1850); "Chrestomathia palaeoslovenica" (das. 1854, 2. Aufl. 1861); "Die Sprache der Bulgaren in Siebenbürgen" (das. 1856); "Die Bildung der slawischen Personennamen" (das. 1860); "Die slawischen Elemente im Rumunischen" (das. 1861); "Die Rusalien" (das. 1864); "Die Bildung der Ortsnamen aus Personennamen im Slawischen" (das. 1864); "Die slawischen Elemente im Magyarischen" (das. 1871; 2. Aufl. von Wagner, 1884); "Das slawische Element im Neugriechischen" (das. 1870); "Die Legende des heil. Cyrillus" (mit E. Dümmler, das. 1870); "Die Volksepik der Kroaten" (das. 1870); "Albanische Forschungen" (das. 1871, 3 Bde.); "Altslowenische Formenlehre" (3. Bearb., das. 1878); "Über die Mundarten und Wanderungen der Zigeuner Europas" (das. 1874-77, 12 Hefte); "Beiträge zur Kenntnis der Zigeunermundarten" (das. 1874 bis 1878, 4 Hefte); "Über die langen Vokale in den slawischen Sprachen" (das. 1879); "Über die Wanderungen der Rumunen" (das. 1879); "Rumunische Untersuchungen" (das. 1881-82); "Die türkischen Elemente in den südost- und osteuropäischen Sprachen" (das. 1884); "Etymologisches Wörterbuch der slawischen Sprachen" (das. 1886) u. a. Außerdem edierte er verschiedene slawische Texte (z. B. "Monumenta linguae palaeoslovenicae", Wien 1851; "Monumenta serbica", das. 1858; die "Chronik des Nestor", das. 1860, Bd. 1, u. a.) und gab mit Müller die "Acta et diplomata graeca medii aevi" (das. 1860-87, 5 Bde.) heraus.

Mikmak, nordamerikan. Indianervolk, zu den Algonkin (s. d.) gehörig, deren nordöstlichsten Stamm sie bilden; bewohnen Neubraunschweig, Neuschottland, Prince Edward-Insel und seit dem Ende des 18. Jahrh. auch Neufundland. Vgl. Indianer, S. 914.

Miknâs (Miknasa), s. Mekines.

Mikon, griech. Maler und Bildhauer, um 460 v. Chr., Mitarbeiter des Polygnot, malte die Amazonenschlacht in der Poikile zu Athen und hatte teil an der Darstellung der Schlacht bei Marathon daselbst. Im Tempel der Dioskuren malte er die Rückkehr der Argonauten, im Theseustempel eine Amazonenschlacht, den Kampf der Kentauren und Lapithen und eine Episode aus der Theseussage. Besondern Ruf hatte er in der Darstellung von Pferden. Als Bildhauer lieferte er die Statue des Kallias.

Mikra Dili, jetziger Name der Insel Delos (s. d.).

Mikro... (griech.), s. v. w. klein...

Mikrobarometer (griech.), s. v. w. abgekürztes Barometer oder ein Instrument, welches die Schwankungen der Quecksilberkuppe im Barometer im vergrößerten Maßstab zeigt. Dies geschieht nach Hook durch einen Schwimmer in dem offenen Quecksilberschenkel, von welchem ein Faden um ein Zeigerrad geht, nach Cartesius durch Verlängerung des offenen Schenkels und Füllung desselben mit Wasser, nach Morlandi durch Biegung des Barometerrohrs in einen stumpfen Winkel, wobei der Barometerstand an dem schwach aufsteigenden Schenkel abgelesen wird. Diese Instrumente sind zu genauen Ablesungen nicht geeignet und höchstens als Wettergläser brauchbar.

Mikroben (griech.), s. v. w. Bakterien.

Mikroblepharīe (griech.), angeborne oder durch Krankheit erworbene Kleinheit der Augenlider.

Mikrochemīe (griech.), die chemische Untersuchung mikroskopischer Objekte mit Hilfe von Reagenzien, die zum Teil für diesen speziellen Zweck zusammengesetzt sind, und mit einfachen oder gemischten Farbstofflösungen, welche in dem Objekt charakteristische Färbungen hervorbringen. Diese Untersuchungen finden besonders bei physiologischen und histologischen Objekten und bei Dünnschliffen von Mineralien Anwendung.

Mikrocyten (griech.), abnorm kleine, geschrumpfte Blutkörperchen.

Mikrofluktuationsstruktur, s. Entglasung.

Mikrographīe (griech.), Beschreibung kleiner Gegenstände, die unter dem Mikroskop betrachtet werden; auch s. v. w. Kleinschreibung, eine im 16. Jahrh. aufgekommene Mode, Schrift in so kleinen Zügen auszuführen, daß sie nur mit dem Vergrößerungsglas lesbar ist.

Mikrokephalīe (griech., Kleinköpfigkeit), ein angeborner Bildungsfehler, eine sogen. Hemmungsbildung, die in einer schon während des Fötallebens entstandenen Verkümmerung des Kopfes besteht. Individuen mit dieser pathologischen Abweichung heißen Mikrokephalen und zeigen nicht bloß eine merkwürdige Kleinheit des Schädels (s. Figur), sondern auch infolge der geringen Ausbildung des Gehirns eine sich als Blödsinn (Idiotismus) charakterisierende unvollkommene Entwickelung der geistigen Fähigkeiten. Die äußere Erscheinung solcher Mikrokephalen ähnelt mitunter den Affen. Der Bau ihres im Wachstum zurückgebliebenen Schädels, die niedrige Stirn, die wulstigen Augenbrauen, die vorstehenden Backenknochen, die dummfreundlichen, grinsenden Gesichtszüge, oft auch die gekrümmte Haltung des Körpers, die hastigen Bewegungen der Gliedmaßen weichen vom äußern Wesen gesunder Menschen ebensosehr ab wie das oft sinnliche Benehmen, die Tölpelhaftigkeit, die unartikulierte Sprache und der mehr oder weniger hervortretende Mangel selbstbewußten Denkens. Dies alles, insbesondere auch gewisse Merkmale des mikrokephalischen Schädels, veranlaßte Vogt, die Mikrokephalen als Affenmenschen zu bezeichnen und die M. als einen Rückschlag der menschlichen Organisation in eine frühere Stamm-^[folgende Seite]

^[Abb.: Ein in einen normalen Schädel hineingezeichneter Mikrokephalenschädel.]