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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Minas Novas - Mindel.

und 1842 erhob sich die Provinz gegen die Zentralregierung. Vgl. Wells, Three thousand miles through Brazil (Lond. 1886); Dent, A year in Brazil (das. 1886).

Minas Novas (früher Fanado), Stadt in der brasil. Provinz Minas Geraës, 180 km nordöstlich von Diamantina, hatte früher Gold- und Diamantgruben, jetzt Handstuhlweberei, Handel mit Vieh und Baumwolle und 3000 Einw.

Mination (lat.), Drohung; minatorisch, drohend.

Minatitlan, Stadt im mexikan. Staat Veracruz, am Guazacualco, 32 km oberhalb dessen Mündung in den Golf von Mexiko, mit (1882) 2687 Einw.

Minauderie (franz., spr. -nōd'rih), affektiertes Mienenspiel, Ziererei, Schönthuerei.

Minber (arab.), die nur in den großen Moscheen (Dschami) befindliche Kanzel, von welcher das Chutbeh (s. d.) gesprochen wird (vgl. Moschee).

Minch (spr. minntsch), Meerenge, welche die westlichen Hebriden von den östlichen und dem schottischen Festland trennt, an der engsten Stelle 16 km weit.

Mincha (hebr.), ursprünglich "Speiseopfer", dann das an Stelle dieses Opfers eingeführte Nachmittagsgebet der Israeliten.

Mincio (spr. minntscho), Fluß in Oberitalien, entspringt als Sarca in der Presanellagruppe in Südtirol, fließt unter diesem Namen in den Gardasee, verläßt denselben als schiffbarer Fluß unter dem Namen M., durchfließt von Peschiera bis Goito schönes Hügelland und mündet, nachdem er die Wasserflächen von Mantua gebildet hat, bei Governolo links in den Po. Seine Länge beträgt vom Ausfluß aus dem Gardasee an 150, vom Ursprung der Sarca an 280 km. Der wasserreiche Fluß bildet die von der Natur gegebene, durch die Etschlinie verstärkte Verteidigungslinie des Venezianischen und des Etschthals, weshalb hier das berühmte Festungsviereck der Österreicher (Peschiera-Mantua, Verona-Legnago) angelegt und zahlreiche Schlachten (Castiglione 1796, Solferino 1859, Custozza 1849 und 1866) geschlagen wurden.

Minckwitz, Johannes, Dichter, Übersetzer und Philolog, geb. 21. Jan. 1812 zu Lückersdorf in der Oberlausitz, studierte zu Leipzig, war 1840-42 Lehrer am Blochmannschen Institut zu Dresden und habilitierte sich 1855 an der Universität zu Leipzig, wo er 1861 zum außerordentlichen Professor ernannt wurde. Er starb 29. Dez. 1885 in Heidelberg. Außer Übersetzungen von Äschylos, Lukianos, Sophokles, Homer (in Prosa), Pindar, Euripides (griech. und deutsch), Aristophanes u. a. veröffentlichte er: "Lehrbuch der deutschen Verskunst" (Leipz. 1844, 6. Aufl. 1878); "Taschenwörterbuch der Mythologie aller Völker" (das. 1852, 6. Aufl. 1883); "Lehrbuch der rhythmischen Malerei der deutschen Sprache" (das. 1855, 2. Aufl. 1858); "Der illustrierte neuhochdeutsche Parnaß" (das. 1860, 2. Aufl. 1864); "Vorschule zum Homer" (Stuttg. 1863); "Katechismus der Mythologie aller Kulturvölker" (3. Aufl., Leipz. 1874) u. a. Als Dichter ("Die deutsche Dichtkunst", satirisch-komisches Lehrgedicht, Leipz. 1837; "Der Prinzenraub", Schauspiel, das. 1839; "Gedichte", das. 1847; "Lieder und Oden", das. 1854, u. a.) setzte er die Richtung Platens fort, dessen Leben er auch beschrieb (das. 1838), und dessen poetischen und litterarischen Nachlaß (das. 1852, 2 Bde.) er herausgab. Später erschienen an Dichtungen noch: "Der Künstler", Novelle (Leipz. 1862); "Die Weisen des Morgenlands" (2. Aufl., das. 1865); "Dem neuen Kaiser" (das. 1871) u. a. - Sein Sohn Hans, geb. 11. April 1843, als Kaufmann in Leipzig lebend, veröffentlichte: "Deutschlands Traum, Kampf und Sieg", geharnischte Sonette (Leipz. 1870), u. a. und hat sich besonders in Bezug auf die Schachspielkunst durch verschiedene Schriften ("Das ABC des Schachspiels", "Humor im Schachspiel" u. a.) einen Namen erworben. Auch war er 1865-86 Redakteur der "Deutschen Schachzeitung".

Mincopies, die Bewohner der Andamanen (s. d.), eine kleine, schwarzhäutige, wollhaarige Negritorasse, zerfallen in sechs Stämme, von denen jeder seinen eignen Dialekt spricht. Sie sind Jäger (mit Pfeil und Bogen) und Fischer (in ausgehöhlten Baumstämmen); das Land bebauen sie fast gar nicht.

Mind, Gottfried, Maler, geb. 1768 zu Bern, lernte in Pestalozzis Anstalt für arme Kinder zeichnen und dann bei dem Maler Freudenberger, in dessen Haus er fortan blieb, kolorieren. Ein Kretin, lebte er fast nur im Umgang mit Katzen, deren täuschende Nachbildung ihm den Namen Katzenraffael erwarb. Auch Bären malte er mit außerordentlicher Treue. Seine Zeichnungen wurden nach seinem Tod, 7. Nov. 1814, nach England verkauft. 10 Blätter Katzengruppen, nach M. lithographiert, erschienen 1827 in Leipzig; auch Brodtmann lithographierte 6 Blätter Katzengruppen und 10 Blätter Kinderspiele nach M., und J. F. ^[Johannes Franz] Hegi radierte 4 Blätter Katzen. Vgl. "Der Katzenraphael" 12 Blatt Katzengruppen, 2. Ausg., Berl. 1876); Wiedemann, Der Katzenraphael (2. Aufl., Leipz. 1887).

Mindanao (Magindanao), die südlichste und nächst Luzon bedeutendste, aber noch am wenigsten bekannte Insel der Philippinen, zwischen 5° 30'-9° 50' südl. Br. und 122-126° östl. L. v. Gr., 96,310 qkm (1749 QM.) groß mit 400,000 Einw. Die Küsten der Insel sind reich gegliedert; von S. her dringt das Meer mit den Golfen von Sibugung, Illana und Davao tief ein, und so bilden sich mehrere bedeutendere Halbinseln. Das Innere ist von rauhen Bergzügen erfüllt, welche im Vulkan Apo (3143 m) gipfeln. Erdbeben sind häufig. Von den zahlreichen Flüssen ist der Rio Grande oder Palangui für größere Fahrzeuge 9, für kleinere 120 km aufwärts schiffbar. Das Klima ist heiß; während des Südwestmonsuns fallen heftige Regen, und Orkane treten auf. Der Boden ist außerordentlich fruchtbar, die Vegetation daher eine sehr üppige; die ungeheuern Wälder sind reich an wertvollen Holzarten und Harzen. Von Mineralien hat man viel Schwefel und etwas Gold gefunden. Die Bevölkerung besteht aus wenigen Negrito (Mamanua), den das Innere bewohnenden wilden malaiischen Stämmen (von den Spaniern Infieles genannt), den Malaien oder Moros an der Südostküste, die früher als Seeräuber berüchtigt waren, Bisayas oder Visayas (sämtlich Katholiken, Nachkommen von Kolonisten, welche von Leyte, Samar, Negros kamen und vornehmlich mit den Infieles Handel treiben), etwa 2000 Chinesen, welche sich in den Haupthäfen niedergelassen haben, und wenigen Spaniern. M. bildet einen der drei großen Verwaltungsbezirke des Generalgouvernements der Philippinen und steht unter einem zu Zamboanga residierenden Gouverneur. Es zerfällt in fünf Distrikte: Misamis und Suregao auf der Nordküste, Zamboanga, Cotabato und Davao auf der Südküste. Die Missionen an der Südküste sind meist in den Händen der Jesuiten.

Mindanaofaser (Silbergras), silberartig glänzende, feine elastische Faser aus den Blättern einer auf Manila heimischen Bromelia, wird zu den Manilatüchern und Kleiderstoffen verarbeitet.

Mindel, rechtsseitiger Nebenfluß der Donau im bayr. Regierungsbezirk Schwaben, fließt von S. nach