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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Modok - Mogador.

mit romanischer Kapelle (worin ein Freskobild aus dem 13. Jahrh.), eine protest. Kirche, ein Theater, eine landwirtschaftliche Mittelschule mit Brauerkurs und Gärtnerschule, einen Kursalon, ein Waisenhaus mit neuer Kirche, ein Krankenhaus, eine Gasanstalt und eine Wasserleitung sowie (1880) 7328 Einw. An industriellen Etablissements befinden sich hier: eine Eisen- und Metallwarenfabrik, eine Schuhwaren-, eine Likör-, eine Lackfabrik, eine Fabrik für Eisenbahnbestandteile und eine Brauerei. M. hat eine eisenhaltige Schwefelquelle (13° C.); außerdem befindet sich im nahen Priesnitzthal eine Kaltwasserheilanstalt. M. ist während des Sommers ein beliebter Aufenthalt der Wiener. Westlich von M. führt die Klause, ein enges Kalkfelsenthal, an dessen oberm Ende die Reste der alten Burg M. stehen, in das reizende Thal der Brühl (s. d. 2). - M. war seit Beginn des 11. Jahrh. Hauptort der gleichnamigen Grafschaft und wurde erst 1875 zur Stadt erhoben.

Modok, Indianerstamm im nördlichen Teil des nordamerikan. Staats Kalifornien, wurde 1873 durch die Unionstruppen fast aufgerieben. 158 Köpfe wurden nach dem Indianerterritorium versetzt, wo jetzt noch 100 leben; etwa 200 hausen noch in ihren Ursitzen am Klamathfluß. Vgl. Miller, Life amongst the Modocs (1873).

Modon (Modoni), Stadt, s. Methoni.

Modo ponente (lat.), in setzender Weise, in der Logik s. v. w. bejahend; Gegensatz: modo tollente, in aufhebender Weise, s. v. w. verneinend.

Modugno (spr. -dúnnjo), Stadt in der ital. Provinz Bari, an der Eisenbahn Bari-Tarent, mit einer Hauptkirche im Renaissancestil, Baumwoll- und Leinenmanufaktur, Färberei und Gerberei, trefflicher Kultur von Öl- und Südfrüchten und (1881) 8525 Einw.

Modul, s. Model.

Modulamen (Modulatio, lat.), s. v. w. Motette.

Modulation (lat.), in der Musik der Übergang aus einer Tonart in die andre, modern ausgedrückt: Wechsel der Tonalität (s. d.), das Übergehen der Bedeutung des Hauptklanges (Tonika) auf einen andern Klang. Man unterscheidet Ausweichung und M. und versteht unter ersterer das nur flüchtige Verlassen der alten Tonalität, dem sofort die Rückwendung folgt. Wenn z. B. von C dur aus über den E dur-Akkord hinausgegriffen und ein Schluß auf dem E dur-Akkord gemacht wird, so ist das eine Ausweichung, wenn sogleich wieder nach C dur zurückgelenkt wird; eine M. dagegen, wenn danach ein Sätzchen in E dur sich entwickelt oder nach einer andern Tonart (z. B. A moll) ein Schluß gemacht wird. So finden sich in den Themen der Sonatensätze sehr häufig Ausweichungen, eine eigentliche M. wird aber erst gemacht vor Eintritt des zweiten Themas, welches regelmäßig in einer andern Tonart steht. Übrigens stehen in einem einheitlich gearbeiteten musikalischen Kunstwerk auch die Partien, welche sich nicht in der Haupttonart bewegen, dennoch im Bann der Haupttonart; diese andern Tonarten haben ihre eigentümliche Bedeutung in der Beziehung zur Haupttonart, so daß die Modulationen eines Tonstücks als Tonalitätsschritte derselben Betrachtung unterliegen wie Klangfolgen (Harmonieschritte).

Modulieren (lat.), abmessen, regeln; besonders: die Stimme steigen und sinken lassen.

Modŭlus (lat.), s. Model.

Modus (lat.), Art und Weise; besonders in der Grammatik die Art, wie etwas von einem Subjekt ausgesagt und eine Handlung in Beziehung auf das Subjekt des Redenden betrachtet wird (s. Verbum). - In der Rechtswissenschaft versteht man unter M. die einem Rechtsgeschäft beigefügte Nebenbestimmung, namentlich eine Auflage, welche dem Empfänger einer Sache gemacht wird und welche nicht den Charakter einer Gegenleistung an sich trägt; daher Donatio sub modo, Schenkung, wobei dem Beschenkten eine Auflage gemacht wird, welche ihn zu einer Handlung oder Unterlassung verpflichtet. M. acquirendi, Erwerbsart; M. procedendi, Verfahrungsart; M. vivendi, gegenseitige Verständigung über ein erträgliches Nebeneinanderbestehen nach einem Zerwürfnis, namentlich der Parteien im öffentlichen Leben, der katholischen Kirche im protestantischen Staat (s. Kirchenpolitik). - In der Musik bedeutet M. s. v. w. Tonart, Oktavengattung, z. B. M. lydius, die lydische Tonart; in der Mensuraltheorie des 15.-16. Jahrh. die Bestimmung der Mensur der Maxima (M. major) u. Longa (M. minor). Vgl. Mensuralnotenschrift.

Möen, dän. Insel an der südöstlichen Seite von Seeland, davon getrennt durch den Ulvsund sowie von Falster durch den Grönsund, 211,6 qkm (3,8 QM.) groß mit (1880) 13,505 Einw., besteht aus zwei Teilen, zwischen denen die Bucht Stegestrand von N. her tief ins Land einschneidet. Im östlichen Teile liegt östlich vom Dorf Borre ein kleines Hochland, Höie M. (Hochmöen), welches gegen O. fast senkrecht abgeschnitten ist, und das im Kongsbjerg 142 m Höhe erreicht. Die Formation ist Kreide, im allgemeinen durchschnitten von parallelen Feuersteinlagern. Das Ganze bildet mit seinen kleinen, aber tiefen Landseen, engen Thälern und steil ins Meer abstürzenden, mit üppiger Vegetation bekleideten Kreidefelsen eine reizende Landschaft, weshalb auch die Insel im Sommer viel von Fremden besucht wird. Hauptstadt ist Stege an der Westküste.

Moen, russ. Insel, s. Mohn.

Moerosee (Meru), großes Seebecken in Innerafrika, südwestlich vom Tanganjika, zwischen 8° 30' und 10° südl. Br., nach seinem ersten Entdecker Livingstone (1868) 1040 m, nach Giraud, der den See 1883 befuhr, 850 m ü. M., wird vom Luapula von S. nach N. durchflossen, enthält im südlichen Teil mehrere große Inseln (Kilva) und ist ungemein fischreich. Er empfängt einige nicht unbedeutende Zuflüsse, darunter von O. her den Kalongosi. Der zum Teil von hohen Bergen eingefaßte Strand wird von einem dichten Gürtel tropischer Vegetation eingefaßt, in dem verschiedene Salzquellen zu Tage treten, die zu einem beträchtlichen Salzhandel Veranlassung geben. Nicht weit von seiner südöstlichen Ecke liegt die Residenz des gefürchteten Cazembe.

Moësa, Fluß, s. Mesocco.

Moësta, Karl Wilhelm, Astronom, geb. 21. Aug. 1825 zu Zierenberg in Kurhessen, war anfangs an der Realschule in Eschwege als Lehrer thätig, ging aber 1850 nach Chile u. erhielt 1852 die Leitung der neu errichteten Sternwarte in Santiago de Chile. 1874 kehrte er als chilenischer Generalkonsul für Sachsen nach Europa zurück und starb 2. April 1884 in Dresden. Er schrieb: "Untersuchungen über das dreiachsige Ellipsoid, betreffend die Komplanation und die Lage des Schwerpunktes seiner Oktanten" (Marb. 1848); "Detérminacion de la latitud geografica del circulo meridiano del osservatorio de Santiago" (Santiago 1854).

Mofetten, s. Fumarolen.

Moffat, Dorf in Dumfriesshire (Schottland), im malerischen Annanthal, mit vielbesuchter Mineralquelle und (1881) 2161 Einw.

Mogadōr (bei den Mauren Surrah, d. h. die Prächtige), Hafenstadt im Kaisertum Marokko, an der