Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Momordĭca; Momos; Mömpelgard; Mompox; Mon; Mona; Monăchos; Monăco; Monāde; Monadélphus; Monaden

735

Momordica - Monaden.

Momordĭca L. (Balsamapfel, Balsamgurke), Gattung aus der Familie der Kukurbitaceen, ein- oder mehrjährige, kletternde Kräuter mit lappigen Blättern, monözischen Blüten und aufspringender Kürbisfrucht. M. Balsamina L. hat handförmige, fünf- bis siebenlappige, gezahnte, glänzend grüne Blätter, weißlichgelbe Blüten und scharlachrote, rundlich eiförmige, an beiden Enden verdünnte, eckige, höckerige Früchte, die sogen. Balsamäpfel (Wunderäpfel, Poma Hierosolymitana). Die Pflanze stammt aus Ostindien und wird dort und in Westindien kultiviert. Man ißt die rohen Früchte und benutzt die reifen mit ätzend scharfem Saft als Arzneimittel. M. Elaterium L. (Ecballium Elaterium Rich., gemeiner Springkürbis, Eselsgurke), in den Mittelmeerländern, ausdauernd, mit fleischiger Wurzel, bis 1,5 m langen, weichstachlig behaarten Stengeln ohne Ranken, langgestielten, herzeiförmigen oder fast spießförmigen, undeutlich dreilappigen, oberseits zerstreut rauhhaarigen, unterseits dicht kurzhaarig-zottigen Blättern, gelben Blüten, die männlichen in gestielten Trauben, die weiblichen einzeln in denselben Blattachseln. Die 4-5 cm lange, 2,5 cm breite, grüne, weichstachlige, dreifächerige, vielsamige Frucht springt im reifen Zustand elastisch vom Stiel ab und schleudert dabei die schwärzlichbraunen Samen nebst dem schleimigen, bittern Safte, den sie enthält, mit Heftigkeit ca. 1 m weit weg. Man benutzt sie zur Darstellung des Elateriums.

Momos (lat. Momus), in der Mythologie der Alten der Gott des Spottes und des Tadels, nach Hesiod ein Sohn der Nacht, kommt am meisten bei Lukian vor, der ihn zum alles verspottenden Liberalen unter den aristokratischen Göttern macht. Geschildert wird er in einem griechischen Epigramm als entkräfteter Greis; in neuern Kunstwerken erscheint er auch als hagerer Jüngling mit Satyrgesicht und der Narrenkappe.

Mömpelgard, Stadt, s. Montbéliard.

Mompox, Stadt im Departement Bolivar der südamerikan. Republik Kolumbien, am Magdalenenfluß, hat 2 höhere Schulen, 2 Druckereien, ein Hospital, ein Denkmal der Freiheit (1874 errichtet) und (1870) 7773 Einw. Die Industrie liefert Juwelierwaren, Werkzeuge und Branntwein. Viel Tabak wird in der Umgegend gebaut.

Mon (Mong, Mongsen), japan. Münze aus Kupfer und Eisen, scheibenförmig, mit einem quadratischen Loch in der Mitte. 2500 M. = 1 Bu = 1,408 Mk.

Mona, 1) alter Name für Anglesey (s. d.). - 2) Kleine Insel in der gleichnamigen Meerstraße in Westindien, welche Haïti von Puerto Rico trennt.

Monăchos (griech.), Mönch; monachisch, mönchisch, einsam; Monachismus, Mönchsstand.

Monăco, selbständiges Fürstentum am westl. Gestade des Meerbusens von Genua, 21,6 qkm (0,4 QM.) groß mit (1886) 12,548 Einw., wird von dem französischen Departement Seealpen eingeschlossen und bildet eine absolute Erbmonarchie im Besitz des Hauses Grimaldi. Dem Fürsten zur Seite steht ein Staatsrat, bestehend aus fünf Mitgliedern, und ein Generalgouverneur, welche zusammen die Befugnisse der obersten Zentralbehörde ausüben. Dem Generalgouverneur ist ein Generalsekretär, ein Staatssekretär und ein Generalschatzmeister beigegeben. An bewaffneter Macht unterhält der Fürst eine Ehrengarde, eine Infanteriekompanie und eine Gendarmerieabteilung (zusammen 126 Mann). Eine Staatsschuld gibt es nicht. - Die Stadt M. liegt auf einer ins Meer vorspringenden Felsenterrasse, an der Eisenbahn Nizza-Genua, in herrlicher Lage, welche im Verein mit dem sehr günstigen Klima, noch mehr aber mit der berüchtigten Spielbank der Stadt zu neuem Aufblühen verholfen hat. M. hat ein altes Fürstenschloß mit Fresken von Caravaggio, schönen Parkanlagen und fortifikatorischen Werken, einen Hafen für kleine Schiffe, in welchem sich zufolge der Zolleinigung mit Frankreich von 1865 ein französisches Zollamt befindet, und 3242 Einw. Zwischen dem inselartig ins Meer vorgeschobenen Monacofelsen und dem Steilabfall des Festlandes (Tête de chien) hat sich das neue M., welches als klimatischer Kurort benutzt wird, angesiedelt. Das Kasino mit der Spielbank befindet sich 2 km nordöstlich von der Stadt bei der Eisenbahnstation Monte Carlo. In der Umgebung des Städtchens entwickelt sich die ganze Pracht der südlichen Flora. M. ist Sitz eines deutschen Konsuls. - Der Name M. wird abgeleitet von einem Tempel, welcher, dem Hercules monoecus geweiht, auf dem Felsen stand, auf welchem die jetzige Stadt gebaut ist. M. gehörte als Herrschaft seit 968 der genuesischen Familie der Grimaldi (s. d.), die erst im 16. Jahrh. den Fürstentitel annahmen und sich namentlich als kühne Korsaren einen Namen gemacht haben, da die Lage von M. wie geschaffen für ein Seeräubernest ist. Beim Erlöschen der Familie Grimaldi im Mannesstamm 1731 kam das Fürstentum durch Heirat an die französischen Grafen Goyon-Matignon. Im Pariser Vertrag vom 20. Nov. 1815 wurde es in ein Schutzverhältnis zu Sardinien gestellt, das durch die Deklaration vom 8. Nov. 1817 die Souveränität des Fürstentums anerkannte, sich aber das Recht der militärischen Besetzung der Stadt M. vorbehielt. Der gegenwärtige Fürst Karl III. Honorius (geb. 8. Dez. 1818) trat die früher zum Fürstentum gehörigen Städtchen Mentone und Roccabruna, welche seit 1848 von Sardinien besetzt worden waren, 1861 gegen eine Entschädigung von 4 Mill. Frank an Frankreich ab. Vgl. Métivier, M. et ses princes (2. Aufl., La Flêche 1865, 2 Bde.); Boyer de Sainte-Suzanne, La principauté de M. (Par. 1884).

Monāde (griech.), ursprünglich s. v. w. Einheit, in welchem Sinn es schon die alten Mathematiker gebrauchten, wie denn Eukleides in seinen Elementen die Zahl für eine aus Einheiten (Monaden) zusammengesetzte Vielheit erklärt. Pythagoras setzte in seinem philosophisch-arithmetischen System die Monas und die Dyas einander entgegen und betrachtete beide als die Prinzipien nicht nur aller Zahlen, sondern auch aller Dinge, weil und insofern diese zählbar seien. Platon hingegen verstand unter Monaden, wofür er auch den Ausdruck Henaden gebrauchte, seine Ideen, die ihm als Einheiten galten und das Viele oder das Unendliche, d. h. die unbestimmbare Mannigfaltigkeit der Einzeldinge unter sich, befassen sollten. Leibniz (s. d.) endlich verstand unter Monaden absolut einfache Substanzen mit vorstellender Kraft und erbaute auf diesem Begriff sein monadologisches System (vgl. Monadologie).

Monadélphus (griech.), einbrüderig, Blüten, deren sämtliche Staubgefäße in einen einzigen Körper (Röhre oder Säule) verwachsen sind. Davon Monadelphia, 16. Klasse des Linnéschen Systems, Pflanzen mit solchen Blüten enthaltend.

Monaden, zu den Protozoen (s. d.) gehörige, einzellige, chlorophyllfreie Wesen, leben eine Zeitlang nach Art der Amöben, kapseln sich aber dann in eine dicke, von ihnen selbst ausgeschiedene Hülle ein. Die wenigen kernlosen Formen unter ihnen werden von Häckel zu den Moneren (s. Protozoen) gestellt.