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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Mondamīn; Mondbeglänzte Zaubernacht; Mondberg; Mondblindheit; Mondblume; Möndchen; Monde; Mondego; Mondfinsternis

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Mondamin - Mondfinsternis.

sind dem Werk von Nasmyth und Carpenter entnommen und als Photographien von Gipsmodellen gemacht worden. Nach genauen teleskopischen Zeichnungen, bei welchen man mit großer Sorgfalt auch die Schatten der Berge angab, wurden nach angemessenen Verhältnissen Gipsmodelle angefertigt und sehr fein ausgeführt, um die geringsten Details hervorzuheben, um die eigentümliche Rauheit des Bodens anzudeuten und um den richtigen Schattenwurf zu erhalten, wenn das Modell seitwärts von der Sonne beleuchtet ward. In solcher Lage hat man das Modell photographiert und Bilder erlangt, die in überraschender Weise sowohl den wirklichen Anblick einer Mondlandschaft im Fernrohr wiedergeben, wie auch in der Hauptsache als der Wahrheit nahekommend angesehen werden dürfen. Vgl. Schröter, Seleno-topographische Fragmente (Götting. 1791 u. 1802, 2 Bde.); Lohrmann, Topographie der sichtbaren Oberfläche des Mondes (1. Abt., Leipz. 1824; das ganze Werk mit 25 Tafeln, redigiert von J. F. J. ^[Johann Friedrich Julius] Schmidt, das. 1877); Beer und Mädler, Der M., oder allgemeine vergleichende Selenographie (Berl. 1837); Schmidt, Der M. (Leipz. 1856); Derselbe, Über Rillen auf dem M. (das. 1866); Neison, The moon, and the condition and configuration of its surface (Lond. 1876; deutsch, 2. Aufl., Braunschw. 1881); Nasmyth und Carpenter, Der M. (deutsch, 3. Ausg., Hamb. 1883); Opelt, Der M., populäre Darstellung etc. (Leipz. 1879).

Mondamīn, feine Maisstärke.

Mondbeglänzte Zaubernacht, ein für sowie gegen die romantische Richtung in der deutschen Litteratur gebrauchtes Losungswort, entnommen aus dem Prolog zu Tiecks "Kaiser Octavianus" (1804).

Mondberg, s. Chiromantie.

Mondblindheit, s. Nachtblindheit. - In der Tierheilkunde heißt M. (periodische oder innere Augenentzündung, Ophthalmia interna, Irido-Cyclitis) eine bei Pferden und andern Einhufern vorkommende, meist periodisch bis zur Erblindung wiederkehrende Entzündung der Augen, die gewöhnlich infolge einer (erblichen) großen Schwäche und Reizbarkeit der Augen entsteht. Durch die bei den ersten Anfällen entstehenden krankhaften Veränderungen im Innern des Auges, namentlich durch die in der Regel eintretenden Verwachsungen der Regenbogenhaut mit der vordern Fläche der Linse, wird die Disposition zu neuen Anfällen noch erhöht. Behufs der Heilung muß das kranke Auge vor äußern Schädlichkeiten, namentlich vor Staub und Stalldunst, geschützt und die krankhaft verengerte Pupille durch Anwendung einer Atropinlösung auf das Auge künstlich erweitert werden, bis die Entzündungserscheinungen verschwunden sind. Durch Schonung und knappe Fütterung des Pferdes wird die Heilung unterstützt. Die Krankheit ist fast in allen europäischen Ländern ein Gewährsfehler, dessen Gewährszeit jedoch verschieden festgesetzt ist. Nach dem preußischen Landrecht beträgt sie 28 Tage.

Mondblume, s. Yucca.

Möndchen (Lunula), die halbmondförmige weißliche Stelle am Grunde der Fingernägel.

Monde, s. Nebenplaneten.

Mondego (spr. mongdēgŭ), Fluß in der portug. Provinz Beira, entspringt auf der Serra da Estrella, umfließt in einem Bogen dieses Gebirge und bleibt dann in südwestlicher Richtung, nimmt rechts den Dão, links den Ceira auf und fällt, nachdem er die Ebene von Coimbra bewässert hat, südlich vom Kap M. bei Figueira da Foz in den Atlantischen Ozean. Länge 200 km (wovon 84 km schiffbar).

Mondfinsternis, die Verfinsterung des Vollmondes, bei welcher scheinbar eine schwarze Scheibe von O. gegen W. über denselben hinrückt. Diese schwarze Scheibe ist der Schatten der Erde, welche zur Zeit des Vollmondes zwischen Sonne und Mond steht, die Verfinsterung des Mondes daher nichts andres als das Eintreten des Mondes in den Erdschatten. Geht nun der ganze volle Mond durch den Erdschatten, so daß er gar kein Licht von der Sonne erhält, so ereignet sich eine totale M; in jedem andern Fall hat man nur eine partielle M. Jene ist entweder eine totale mit Dauer oder ohne Dauer, je nachdem der in den Erdschatten eingesenkte Mond eine Zeitlang in demselben verweilt oder nicht. Fallen endlich die Mittelpunkte des Schattens u. der Mondscheibe aufeinander, so heißt die M. zentral, wobei die totale M. 1¾ Stunden dauern kann. Es sei S die Sonne (s. Figur), C die Erde, EHF der von den äußersten Sonnenstrahlen AH und BH begrenzte wahre Erdschatten, welcher nach Grundsätzen der Optik kegelförmig ist und sich bis nach H, etwa 217 Erdhalbmesser weit von ECF, erstreckt. Da nun der Mond nur 60 Erdhalbmesser von C entfernt ist so kann er, wenn ML einen Teil der Mondbahn vorstellt, bei r, wo er von der Erde aus der Sonne gegenüberstehend gesehen wird, mit seinem östlichen Rand in den Schatten treten, bei m gänzlich verfinstert werden und bei t wieder den Schatten verlassen. Die Ursache, warum nicht bei jedem Vollmond eine Finsternis entsteht, ist auf folgende Art zu erklären: Wenn die Papierfläche, worauf die Figur verzeichnet ist, die Ebene der Ekliptik vorstellt, so wird diese von der Mondbahn unter einen Winkel von 5¼° geschnitten. Die gerade Linie, in welcher dieser Schnitt geschieht, heißt die Knotenlinie; von dieser wird also die Mondbahn in zwei Teile geteilt, deren einer über, der andre unter die Fläche der Figur fällt, in welcher die Knotenlinie selbst liegt. Wenn nahe zur Zeit des Vollmondes, wo der Mond nach r kommt, die Knotenlinie nicht weit von der Lage Cm abweicht, d. h. wenn ein Mondknoten in oder nahe bei m fällt, so wird der Mond der Ebene der Ekliptik nahekommen und folglich den Erdschatten treffen können. Ist er aber zur Vollmondzeit von seinem Knoten zu weit entfernt, so kann er entweder unter oder über den Erdschatten weggehen, mithin gar nicht verfinstert werden. Nun ist der größte scheinbare Halbmesser dieses Schattens 47 und der des Mondes 17 Bogenminuten; folglich kann keine M. mehr eintreten, wenn der Abstand des Mittelpunktes des Mondes von der Ekliptik oder seine Breite im Augenblick des Vollmondes 47' + 17' = 64' übersteigt, wo dann der Mond von seinem nächsten Knoten 12-13° entfernt wäre. Eine totale Verfinsterung wird unmöglich, wenn die Mondbreite 47' - 17' = 30' übersteigt, in welchem Fall die Entfernung des Mondes vom nächsten Knoten über 6° betragen muß. Allen denjenigen Gegenden, welche den Mond

^[Abb.: Figur der Geometrie des Erdschattens]