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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Mondgebirge - Monemvasia.

sehen können, erscheint derselbe zu gleicher Zeit und auf gleiche Weise verfinstert, was bei einer Sonnenfinsternis hinsichtlich der Sonne nicht der Fall ist. Übrigens wird der Mond durch seine totale Verfinsterung sehr selten (z. B. 1606 und 1816) völlig unsichtbar; in der Regel erscheint er in einem kupferroten Licht, während bei partieller Verfinsterung der Erdschatten dunkelgrau erscheint. Die frühsten Beobachtungen über Mondfinsternisse wurden von den Chaldäern angestellt. Thales war der erste, welcher auf die Entstehung der Finsternisse durch den Erdschatten hinwies. Vgl. Oppolzer, Kanon der Mondfinsternisse (Wien 1887).

Mondgebirge (arab. Dschebel el Komr), ein auf die Autorität des Ptolemäos hin, der den Nil im M. entspringen läßt, angenommenes Gebirge, das man vom Kap. Gardafui am Indischen Meer quer durch ganz Afrika bis zur Bai von Benin am Atlantischen Ozean sich erstrecken ließ. Aufgefrischt wurde die Erinnerung daran durch Speke (s. d.), welcher die auf seiner Entdeckungsreise durch Innerafrika im N. des Tanganjikasees teils gesehenen, teils erkundeten Berge willkürlich mit dem Namen M. belegte.

Mondgleichung, die nach Verlauf von 300 (richtiger 306) Jahren eintretende Vergrößerung der Epakte um einen Tag; s. Epakten und Kalender.

Mondgöttin, s. Selene und Luna.

Mondjahr, s. Jahr und Kalender.

Mondkalb, s. Mole.

Mondkraut, s. Lunaria.

Mondmilch, s. Bergmilch.

Mondoñedo (spr. -donjēdo), Bezirksstadt in der span. Provinz Lugo, hat eine Kathedrale, ein Priesterseminar und (1878) 10,112 Einw., welche Leinweberei, Gerberei und Töpferei betreiben. M. ist Bischofsitz.

Mondorf, Badeort im Großherzogtum Luxemburg, an der Sekundärbahn Luxemburg-Remich, hat Solthermen von 25° C. mit starkem Stickstoffgehalt, die gegen Skrofulose in allen Formen, Bronchialkatarrh und Nervenkrankheiten angewandt werden.

Mondovì, befestigte Kreishauptstadt in der ital. Provinz Cuneo, am Ellero und der Zweiglinie Carrù-M. der Eisenbahn Savona-Carmagnola, zerfällt in das höher gelegene M.-Piazza, mit dem Hauptplatz, der Citadelle, einem alten Turm (von dem hier gebornen Physiker Beccaria zur Gradmessung benutzt), einer schönen Kathedrale und dem Standbild Beccarias, und in die am Fuß des Hügels gelegenen Stadtteile Breo, Borgatto und Carassone, Sitz des Gewerbe- und Handelsbetriebs. M. hat ein königliches Lyceum und Gymnasium, ein bischöfliches Seminar und Konviktsgymnasium, eine technische Schule, Fabrikation von Majolika, Marmorarbeiten, Kerzen, Hüten, Seilerwaren, Seidenspinnerei, Gerberei, ansehnlichen Handel, (1881) 10,302 Einw. und ist Bischofsitz. Hier 21. April 1796 Sieg der Franzosen unter Masséna und Augereau über die Österreicher unter Beaulieu.

Mondragōn, Stadt in der span. Provinz Guipuzcoa, mit Eisenwerken, Fabrikation von Gewehren und trefflichen Eisen- und Stahlwaren und (1878) 2851 Einw. In der Nähe die Schwefelquellen von Santa Agueda und Arecha valeta (14-18° C.).

Mondraute, s. Botrychium.

Mondring, s. Hof, S. 604 f.

Mondsamengewächse, s. Menispermaceen.

Mondsee, reizender Alpensee im oberösterreichischen Salzkammergut, nördlich vom Schafberg, 479 m ü. M. gelegen, ist 10 km lang, bis 2 km breit, 68 m tief, empfängt von N. den Abfluß des Zeller Sees und fließt selbst zum Attersee ab. Wie dieser, ist er reich an Fischen und wird von einem Dampfboot befahren. Er kommt bereits in Urkunden von 748 als Lunae lacus vor. An seinem nördlichen Ende liegt der freundliche Markt M., Sitz eines Bezirksgerichts. Derselbe hat ein Schloß des Fürsten Wrede (ehemaliges Benediktinerkloster, 748 gestiftet) mit schöner Kirche, eine Wallfahrtskirche, (1880) 1341 Einw., Sensenfabrikation und Käserei und ist seit neuerer Zeit eine beliebte Sommerfrische und klimatischer Kurort mit Seebädern und Kuranstalt. Vgl. Flatz, Der klimatische Kurort M. (Wien 1883).

Mondstein, s. Adular.

Mondsteine, s. v. w. Meteorsteine.

Mondsucht, s. Somnambulismus.

Mondtafeln, tabellarische Zusammenstellungen, aus denen man den Ort des Mondes am Himmel für jede Zeit finden kann. Die ersten M. lieferten Halley und Euler, später verbesserte Tobias Mayer die M. beträchtlich; aber erst in der neuesten Zeit sind diese durch Hansen und Delaunay auf denjenigen Grad der Vollkommenheit gebracht worden, mit dem man sich begnügen kann. Der Grund der Schwierigkeit liegt in der sehr verwickelten Bewegung des Mondes (s. Mond).

Mondveilchen, s. Lunaria.

Mondviole, s. Lunaria.

Mondzirkel, s. Kalender, S. 383.

Mone, Franz Joseph, Altertumsforscher, geb. 12. Mai 1796 zu Mingolsheim bei Bruchsal, studierte in Heidelberg Philologie und Geschichte, habilitierte sich 1817 daselbst, wurde 1818 Sekretär an der Universitätsbibliothek, 1819 außerordentlicher und 1822 ordentlicher Professor der Geschichte und 1825 Direktor der Universitätsbibliothek. 1827 folgte er einem Ruf als Professor der Statistik und Politik an die Universität Löwen, verlor aber durch die Revolution 1830 seine Stelle und begab sich nach Heidelberg zurück, bis er 1835 Geheimer Archivrat und Direktor des Generallandesarchivs zu Karlsruhe wurde. Er starb 12. März 1871. Von seinen Werken sind hervorzuheben: "Geschichte des Heidentums im nördlichen Europa" (Darmst. 1822-23, 2 Bde., als 6. Teil von Creuzers "Symbolik"); die Ausgabe des lateinischen "Reinardus vulpes" (Stuttg. 1832); "Untersuchungen zur Geschichte der deutschen Heldensage" (Quedlinb. 1836); "Übersicht der niederländischen Volkslitteratur älterer Zeit" (Tübing. 1838); "Lateinische Hymnen des Mittelalters" (Freiburg 1853-54, 3 Bde.); "Schauspiele des Mittelalters" (Karlsr. 1846, 2 Bde.); "Urgeschichte des badischen Landes" (das. 1845, 2 Bde.). Auch gab er von 1835-39 den "Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit" und seit 1851: 21 Bände der "Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins" sowie die "Quellensammlung zur badischen Landesgeschichte" (Karlsr. 1845-67, 4 Bde.) heraus. Seine Schriften: "Die gallische Sprache und ihre Brauchbarkeit für die Geschichte" (Karlsr. 1851) und "Keltische Forschungen" (Heidelb. 1857) sind keltomanische Verirrungen. Auch hat M. als eifriger Ultramontaner sich am badischen Kirchenstreit beteiligt durch die Schrift (welche bis zu Mones Tode dem Freiherrn v. Andlaw zugeschrieben wurde): "Die katholischen Zustände in Baden" (Regensb. 1841 u. 1843, 2 Tle.).

Monedŭla, Dohle, s. Rabe.

Monemērisch (griech.), eintägig, für Einen Tag geltend oder bleibend.

Monemvasīa (Napoli di Malvasīa), Stadt an der Küste des griech. Nomos Lakonien, auf einer Felseninsel gelegen, die durch eine 150 m lange Brücke