Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

764

Mont Dore - Montecatini.

del mit Getreide, Rindvieh und Torf. M. ist der Geburtsort des Agronomen Parmentier, welchem hier eine Statue errichtet wurde.

Mont Dore (spr. mong dōr), Berggruppe (Granit mit basaltischen Kuppen und Decken) im franz. Departement Puy de Dôme, zwischen den Flüssen Allier, Dordogne und Sioule, zur Hauptkette der Auvergner Gebirge gehörig, enthält im Puy de Sancy mit 1886 m den höchsten Gipfel im Innern von Frankreich. In einem malerischen Thal dieses Gebirges liegt der Badeort Bains du M. (s. Bains 2).

Monte (ital.), Berg.

Monte Argentārio (spr. ardsch-), ein Berg des toscan. Subapennin in der Provinz Grosseto, auf einer mit dem Festland nur durch zwei schmale Landzungen jüngster Entstehung (Tombolo und Feniglia) zusammenhängenden Halbinsel, westlich von Orbetello, 636 m hoch, hieß einst das Talamonische Promontorium und erhielt den gegenwärtigen Namen ("Silberberg") im Mittelalter wegen seines Talkschieferglanzes. Der durch die beiden Landzungen gebildete Strandsee ist sehr reich an Fischen. Am Fuß des M. liegt südöstlich die Ortschaft Porto Ercole, mit Citadelle, Fort, Leuchtturm und kleinem Hafen, nordwestlich Porto Santo Stefano, ein aufblühender Ort mit Hafen, in welchem 1885: 897 Schiffe mit 18,239 Ton. eingelaufen sind. Beide Orte zusammen bilden eine nach dem M. benannte Gemeinde von (1881) 5127 Seelen.

Monte Baldo, Berggruppe der südlichen Kalkalpen an der Grenze von Südtirol und Italien (Provinz Verona), zieht sich zwischen dem Gardasee und dem Etschthal 38 km lang von N. nach S. hin und enthält an der Ostseite zahlreiche Hochflächen und Ortschaften, an der Westseite oben steile Hänge, am Seeufer reiche Vegetation. Die Hauptgipfel, Altissimo (2070 m) und Monte Maggiore (2198 m), bieten herrliche, ausgedehnte Rundsicht. Der M. hat eine reiche Flora und liefert schönen Marmor. Vgl. Frischauf, Ausflug auf den M. (Wien 1883).

Montebello, 1) (M. Vicentino) Marktflecken in der ital. Provinz Vicenza, Distrikt Lonigo, am Chiampo und an der Eisenbahn von Verona nach Venedig, mit Burgruinen und (1881) 1896 Einw. Hier 12. Nov. 1796 Sieg der Österreicher unter Alvinczy über die Franzosen und 2. Nov. 1805 Treffen zwischen den auf dem Rückzug befindlichen Österreichern unter Erzherzog Karl und den Franzosen unter Masséna. - 2) Dorf in der ital. Provinz Pavia, Kreis Voghera, am Coppa, mit (1881) 1219 Einw., ist in der Kriegsgeschichte durch zwei Treffen zwischen den Franzosen und Österreichern berühmt. Von dem ersten, 9. Juni 1800, das gewöhnlich nach dem Ort Casteggio (s. d.) benannt wird, erhielt General Lannes den Titel eines "Herzogs von M.". Das zweite Treffen, 20. Mai 1859, war der erste bedeutende Zusammenstoß, der in dem Feldzug dieses Jahrs zwischen der französisch-sardinischen Armee (unter Forey) und der österreichischen (unter Stadion) stattfand und zu gunsten der Franzosen ausfiel. - 3) S. Mombello.

Montebellūna, Distriktshauptort in der ital. Provinz Treviso, an der Eisenbahn Treviso-Cornuda, am Südwestende des Eichenwaldes von Montello, mit sehenswerter Kirche und (1881) 896 Einw.

Monte Carlo, s. Monaco.

Monte Cassīno, berühmtes Kloster in der ital. Provinz Caserta, Kreis Sora, festungsartig auf rauhem Gebirge in herrlichster Lage thronend, mit schöner, 1727 vollendeter Kirche, deren bronzenes Hauptportal im 11. Jahrh. zu Konstantinopel gegossen wurde, im Innern mit Marmor, Mosaik, Wandmalereien, geschnitztem Stuhlwerk reich ausgestattet. Ringsherum schließen sich in weitem Viereck die ehemaligen Klostergebäude an, in welchen sich ein Archiv von hohem historischen Wert (jetzt eine Sektion des großen Archivs von Neapel bildend), eine Gemäldegalerie und eine Bibliothek von ca. 30,000 Bänden, vielen Atlanten und etwa 500 Inkunabeln befinden. Von der sogen. Loggia del Paradiso über den Bogengängen des Klosterhofs herrliche Aussicht über das Liristhal und die umliegenden Bergketten. M. wurde als das Mutterkloster des Benediktinerordens 529 von Benedikt von Nursia gegründet, 589 von den Langobarden zerstört und 720 von Papst Gregor II. neu erbaut. Ebenso erhob es sich von der Zerstörung durch die Sarazenen (884) 904 aufs neue, um 1030 abermals der Schauplatz der Zerstörung durch die Normannen zu werden. Der Neubau der prachtvollen Kirche geschah 1066 durch den Abt Desiderius, den spätern Papst Viktor III. Die fortdauernden Unordnungen in dem Leben der Mönche veranlaßten den Papst Cölestin V. 1294, die Montecassiner in Cölestiner umzuwandeln; aber Bonifacius VIII. hob diese Neuerung wieder auf, und unter Johann XXII. (1313) wurde die Abtei zu einem Bistum erhoben. Nachdem 1349 ein Erdbeben das Stift völlig zerstört hatte, stellte es Urban V. wieder her und ernannte 1367 sich selbst zum Abt. Seither sank das Kloster unaufhaltsam, bis Julius II. es 1504 mit der Kongregation der heil. Justina von Padua vereinigte, wodurch nicht weniger als 95 Abteien und 100 Klöster zu einem Güterkomplex zusammengeworfen wurden. Der Titel des Abtes war seitdem: "Haupt aller Äbte des Benediktinerordens, Kanzler und Großkaplan des römischen Reichs, Fürst des Friedens". 1866 wurde das Kloster gleich den übrigen in Italien aufgehoben, doch befinden sich daselbst noch eine Anzahl von Mönchen und ein Seminar. Vgl. Tosti, Storia della badia di M. (Neap. 1841-43, 3 Bde.); Derselbe, Archivo Cassinese (das. 1847); Taeggi, Paleografía artistica di M. (Monte Cassino 1876 ff.); Guillaume, Description du Mont Cassin (das. 1874); Caravita, I codici e le arti a M. (Neap. 1869-70, 3 Bde.); Rickenbach, M. von seiner Gründung bis zu seiner höchsten Blüte unter Abt Desiderius (Einsiedeln 1884-85). - Unterhalb des Klosters liegt in der Ebene die Stadt Cassino (s. d.).

Montecatīni, 1) M. di Val di Cecina, Flecken in der ital. Provinz Pisa, Kreis Volterra, auf einer Anhöhe zwischen der Cecina und Era gelegen, mit Mineralquellen und (1881) 1144 Einw. In der Nähe liegen die Kupfergruben von La Cava. - 2) M. di Val di Nievole, Flecken in der ital. Provinz Lucca, an der Eisenbahn Pisa-Pistoja, mit (1881) 884 Einw. und berühmten, vom Mai bis September sehr besuchten Bädern im Nievolethal. Die Quellen, zehn an der Zahl, mit einer Temperatur von 28-30° C., entspringen am Saum des Apennin gegen die Sumpfebene des Fucecchiosees; Hauptquellen sind die zum Baden verwendete Leopoldsquelle, welche in 1000 Teilen 22,5 feste Bestandteile (darunter 18,5 Kochsalz) enthält und mit guten Badeeinrichtungen versehen ist; dann die zur Trinkkur benutzten Quellen Tettuccio (mit 6 Teilen Salze, davon 4,5 Kochsalz) und Torretta. Von diesen beiden Quellen werden jährlich gegen ¼ Mill. Flaschen versandt. Als besonders wirksam erweisen sich die Quellen von M. bei Unterleibsleiden und Skrofeln, Tettuccio bei Dysenterie. Bei M. schlug 29. Aug. 1315 Uguccione della Faggiuola, der ghibellinische Gebieter von Pisa, die Florentiner.