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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Napisten; Naples; Napó; Napoleon

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Napisten - Napoleon.

ernannt und brach im Januar 1868 von Bombay auf. Trotz der Schwierigkeit des gebirgigen Terrains, des Mangels an Lebensmitteln und Trinkwasser gelang es ihm vor Eintritt der Regenzeit, durch einige kräftige Stöße die Macht des abessinischen Herrschers zu brechen. Da König Theodor die geforderte Übergabe von Magdala verweigerte, so ordnete N. einen Sturm auf diese Felsenfestung an, welcher vollen Erfolg hatte, und bei dem Theodor sich selbst den Tod gab. Sofort trat N. mit seinen Truppen den Rückweg an, indem er das von innern Unruhen heimgesuchte Land sich selbst überließ. Er traf Anfang Juli in England ein und wurde durch die Verleihung des Großkreuzes des Bathordens, einer jährlichen Pension von 2000 Pfd. Sterl. für sich und seine direkten Nachkommen sowie durch die Ernennung zum Peer mit dem Titel als Lord N. of Magdala belohnt. 1876 wurde er zum Gouverneur von Gibraltar ernannt, kehrte aber, Ende 1882 zum Generalfeldmarschall befördert, 1883 nach England zurück.

8) Francis, Lord, geb. 15. Sept. 4819, betrat die diplomatische Laufbahn 1840 als Gesandtschaftsattaché in Wien, bekleidete später diplomatische Posten in Teheran, Neapel, Petersburg und Konstantinopel und wurde 1857 zum Gesandten in Washington, 1858 im Haag, 1860 aber zum Botschafter in Petersburg ernannt. Hier wurde jedoch infolge des polnischen Aufstandes seine Stellung so schwierig, daß man ihn 1864 in gleicher Eigenschaft nach Berlin sendete. Obwohl er mit dem Leiter der preußischen Politik von Petersburg her in nahen Beziehungen stand, vertauschte er doch den Botschafterposten in Berlin im Januar 1866 mit dem Amt eines Gouverneurs von Madras und wurde nach seiner Rückkehr, nachdem er bis dahin bloß schottischer Peer gewesen war, 1872 als Baron Ettrick zum britischen Peer und Mitglied des Oberhauses erhoben.

Napisten (Nappisten, v. neugriech. nappa, "Dicknase"), Spottname der Anhänger Kapo d'Istrias' im neuern Griechenland gegenüber der nationalen Partei.

Naples (franz., spr. nahpl, und engl., spr. nehpls), s. v. w. Neapel.

Napó, der größte Fluß der südamerikan. Republik Ecuador, Zufluß des Amazonenstroms, entspringt auf dem Ostabfall des Cotopaxi, ist im obern Lauf ein reißender Gebirgsstrom voller Stromschnellen und durchzieht im untern gegen SO. die endlosen Urwälder am Fuß der Kordillere von Ecuador. Seine Länge beträgt gegen 800 km. Für große Dampfer ist er bis über die Mündung der Coca, seines größten Zuflusses, fahrbar; allein sein Thal ist trotz der großen Fruchtbarkeit fast unbewohnt.

Napoleon, 1) Napoleon I. Bonaparte, Kaiser der Franzosen, geboren zu Ajaccio auf der Insel Corsica nach der gewöhnlichen Annahme 15. Aug. 1769 (während neuere Geschichtschreiber behaupten, daß N. den Geburtstag mit seinem Bruder Joseph getauscht habe und daher 7. Jan. 1768 geboren sei), Sohn von Carlo Bonaparte (s. d.) und der Lätitia Ramolino, wurde auf Betreiben seines Vaters, der sich nach der Besetzung Corsicas durch Frankreich der französischen Regierung angeschlossen hatte, 1779 in die Kriegsschule zu Brienne aufgenommen, wo er sich ganz von seinen Kameraden abschloß und nur für Mathematik und Geschichte Interesse zeigte. Nachdem er auf der Kriegsschule zu Paris 1786 die Prüfung bestanden, ward er Unterleutnant im Regiment Lafère, das in Valence, dann in Paris, Douai und Auxonne in Garnison stand. Die bedrängte Lage seiner Familie nach dem frühen Tod seines Vaters (1785) nötigte ihn zu der einfachsten Lebensweise, deren Grundsätze er in dem "Discours sur les vérités et les sentiments qu'il importe le plus d'inculquer aux hommes pour leur bonheur", der Beantwortung einer Preisfrage der Lyoner Akademie, niederlegte; die Arbeit erhielt nicht den Preis, und N. suchte sie später zu beseitigen. Beim Ausbruch der Revolution 1789 war er Premierleutnant in Grenoble und begab sich bei der Auflösung der Armee nach Corsica, wo er sich anfangs dem Vorkämpfer der corsischen Freiheit, Paoli, anschloß und deren Sache in dem Brief an Matteo Buttafuoco (1791) in leidenschaftlicher Sprache verteidigte; da er aber seinen Ehrgeiz nicht befriedigt fand und wegen jenes Briefs als Offizier abgesetzt wurde, ging er 1792 nach Paris, wo er durch die Protektion einflußreicher Gönner seine Wiederanstellung erlangte, und war hier Zeuge des Sturzes der Monarchie durch die Ereignisse des 20. Juni, 10. Aug. und 2. Sept. 1792. Hierbei empfand er weder Mitgefühl mit dem Königshaus, dem er und seine Familie zu großem Dank verpflichtet waren, noch Begeisterung für die revolutionären Ideen, sondern nur Verachtung über die Schwäche der Regierung; aber er erkannte zugleich, daß die hereinbrechende Anarchie seinem Ehrgeiz die freieste Bahn und das höchste Ziel biete. Daher sagte er sich vom corsischen Patriotismus los, wählte Frankreich zu seinem Vaterland und machte im Mai 1793 einen freilich vergeblichen Versuch, durch Überrumpelung der Citadelle von Ajaccio diese Stadt den Franzosen zu erhalten. Von den Corsen als Vaterlandsverräter geächtet, schrieb er im Juli 1793 "Le souper de Beaucaire" (Avignon 1793), worin er Paoli schmähte, die Insurrektion der südlichen Departements verurteilte, den Staatsstreich der Bergpartei gegen die Gironde rechtfertigte und die stärkste Partei für die zur Herrschaft berechtigte erklärte. Die Schrift war bezeichnend für seinen Charakter, der neben höchster Willenskraft und Thätigkeit einen bei seiner Jugend auffälligen völligen Mangel an Idealismus und sittlichen Grundsätzen, dagegen kälteste Berechnung zeigte. Nicht lange nachher glückte es ihm, die Aufmerksamkeit der Machthaber auf sich zu ziehen. Als er im Herbst 1793 seinen Landsmann, der Konventskommissar bei der Belagerungsarmee vor Toulon war, besuchte, erkannte er, daß die Erstürmung des Forts Mulgrave und die Besetzung des Vorgebirges L'Eguillette die Engländer zur Räumung des Hafens zwingen müsse, und führte, als Bataillonschef mit dem Oberbefehl betraut, 18. Dez. das Unternehmen aus, worauf die englische Flotte absegelte und die Stadt sich ergab. Der Lohn für die Einnahme von Toulon war seine Ernennung zum Brigadegeneral der Artillerie (6. Febr. 1794). Nachdem er die Mittelmeerküsten befestigt hatte, ward er im März der italienischen Armee zugeteilt, welche nach einem von ihm entworfenen Plan im April die Piemontesen aus den Seealpen verdrängte, aber dann, da er mit dem jüngern Robespierre befreundet war, in den Sturz Robespierres (27. Juli 1794) verwickelt, des Verrats angeklagt und verhaftet. Zwar wurde er wieder freigelassen, aber Anfang 1795 zur Armee in der Vendée versetzt und, da er sich weigerte, dorthin zu gehen, von den Listen der Armee gestrichen (Juli 1795).

Ohne Vermögen, niedergedrückt von seiner Armut, lebte N. eine Zeitlang zu Paris in völliger Zurückgezogenheit, nur vorübergehend im topographischen Büreau des Kriegsministeriums beschäftigt, bis ihm der Aufstand vom 13. Vendémiaire die ersehnte