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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Nautische Instrumente; Nautische Meile; Nauvoo City; Navaciello; Navajos; Naval; Navalarchitektur; Navan; Navarino; Navarra

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Nautische Instrumente - Navarra.

Oberfläche und benutzt als Hilfsmittel zum Steigen und Sinken die mit Luft gefüllten hintern Kammern. Das Tier wird gegessen, aus der Schale werden Trinkgefäße gefertigt, wobei man die äußere Haut mit Säuren abbeizt und nach dem Hervortreten des Perlmutterglanzes Ornamente einschneidet; auch dient die Schale zu eingelegter Arbeit. S. Tafel "Mollusken und Tunikaten".

Nautische Instrumente, alle zur Schiffahrt erforderlichen Instrumente für die Bestimmung des geographischen Ortes von Schiffen, für die Wetterbeobachtung, Tiefen-, Zeit- und Fahrtmessung etc., z. B. Kompaß, Sextant, Oktant, Chronometer, Log, Lot, Thermometer, Barometer, Fernrohr etc. Vgl. "Handbuch der nautischen Instrumente" (hrsg. vom hydrographischen Amt der Admiralität, Berl. 1882).

Nautische Meile, s. Seemeile.

Nauvoo City (spr. nowú-ssitti), Stadt im nordamerikan. Staat Illinois, am Mississippi, wurde 1840 von den Mormonen (s. d.) gegründet, die hier einen großen Tempel bauten. Smith, der Mormonenprophet, wurde hier 1844 mit einigen seiner Anhänger ermordet, der Tempel 1848 in Brand gesteckt und die Mormonen vertrieben. Jetzt steht N., welches damals 18,000 Einw. zählte, fast verödet. Französische Sozialisten unter Cabet ließen sich 1852 dort nieder.

Navaciello (ital., spr. -tschello), zweimastiger Küstenfahrer des Mittelmeers; der stark nach vorn geneigte Vordermast steht nahe dem Vorsteven.

Navajos (spr. -wachos, Apaches de Navajo), ein Zweig vom großen nordamerikan. Indianerstamm der Apatschen, in Neumexiko und Arizona. Bis in die jüngste Zeit ein gefürchteter Räuberstamm, sind die N. als die Zerstörer einer höhern Kultur anzusehen, die früher bei den dortigen Indianerstämmen einheimisch war. Jetzt leben etwa 17,000 auf einer Reservation, die sich allein zur Schafzucht eignet, welche ihnen neben der Jagd ihren Unterhalt liefert.

Naval (lat.), was zur Schiffahrt, zum See- und Schiffswesen gehört (s. Marine).

Navalarchitektur (lat.), die Schiffbaukunst; daher "stud. arch. nav.", Abkürzung für studiosus architecturae navalis, Studierender des Schiffbaues an technischen Hochschulen.

Navan (spr. néwen), Stadt in der irischen Grafschaft Meath, am Zusammenfluß von Boyne und Blackwater, ist Sitz eines protestantischen Bischofs, hat ein kath. Seminar und (1881) 3873 Einw. 7 km südlich davon die malerischen Ruinen von Bective Abbey.

Navarino (Neokastron, offiziell jetzt Pylos), griech. Hafenstadt auf der Südwestseite der Halbinsel Morea, Nomos Messenien, an der Bai von N., mit dem besten Hafen Griechenlands, der tief genug für die größten Seeschiffe ist und einen sehr engen, leicht zu verteidigenden Eingang hat, und (1879) 1462 Einw. Die Festungswerke von N. haben ihre Bedeutung verloren. Nördlich von N. liegt Altnavarin oder Paläokastron, an der Stelle, wo Pylos gestanden haben soll, und vor dem Hafen die Insel Sphakteria (s. d.). - N. stammt aus dem Anfang des 14. Jahrh. und trägt seinen Namen von den Navarresen, welche bis ins 15. Jahrh. dort Besitzungen hatten. Am berühmtesten wurde die Bai von N. durch den Seesieg der vereinigten englisch-französisch-russischen Flotte unter dem britischen Vizeadmiral Codrington über die ägyptisch-türkische unter dem Kapudan-Bei 20. Okt. 1827.

Navarra, ehemaliges Königreich in Spanien, aus Obernavarra auf der Südseite der Pyrenäen und Niedernavarra auf deren Nordseite bestehend, von denen letzteres jetzt zum französischen Departement Niederpyrenäen gehört, während Obernavarra die jetzige spanische Provinz N. bildet. Letztere wird spanischerseits von den Provinzen Guipuzcoa, Alava, Logroño, Saragossa und Huesca umschlossen und umfaßt 10,506 qkm (190,8 QM.). Das Land ist mit Ausnahme des Innern, wo sich die Ebene von Pamplona ausbreitet, und der sogen. Ribera, d. h. der südlichen, an den Ebro grenzenden Gegenden, sehr gebirgig und waldreich und daher zum Anbau wenig geeignet; nur längs der Gewässer ziehen sich einzelne fruchtbare Landstriche hin. Es enthält im Norden den westlichen Hauptzug der Pyrenäen (Pic d'Anie, 2504 m; Pic d'Ory, 2017 m), dann den Gebirgszug, welcher die Verbindung zwischen den Pyrenäen und dem Kantabrischen Gebirge herstellt, endlich die südlichen Vorlagen der Pyrenäen und des erwähnten Gebirgszugs, darunter die Sierra de Andia, 1493 m. Hauptflüsse sind: Ebro (Nebenflüsse: Ega und Aragon mit Arga), dann Bidassoa; auch Salz- und andere Mineralquellen sind vorhanden. Das Klima ist gesund, doch auf dem Hochgebirge sehr rauh. Im allgemeinen hat die Provinz im Norden einen mittel-, im S. einen südeuropäischen Charakter. Die Bevölkerung belief sich 1878 auf 304,184 Seelen (1885 auf 318,000 geschätzt), d. h. 29 Einw. auf 1 qkm. Die Navarresen, aus der Vermischung der Basken und Goten während der arabischen Herrschaft und des Kampfes gegen dieselbe hervorgegangen, sind ein kräftiger Menschenschlag, arbeitsam, scharfsinnig, geborne Jäger, Schmuggler und Soldaten, aber auch sehr eingebildet, heftig und unbeugsam. Gleich den Basken, hängen sie mit großer Vorliebe an ihrem Vaterland und ihren Gebräuchen. In den tiefer liegenden mildern Gegenden baut man Getreide, guten Wein (Durchschnittsertrag 1 Mill. hl, Ausfuhr nach Frankreich), Hanf, Flachs, Öl, Gemüse und Obst aller Art. Das Mineralreich liefert Eisen (zu Lesaca und Vera), Zink und Steinsalz. Die Industrie hat in jüngster Zeit, gleich dem Handel und Ackerbau, einen neuen Aufschwung genommen, wozu namentlich auch die guten Kommunikationswege und Eisenbahnen (von der Ebrolinie zweigt die Bahn über Pamplona nach Alsasua ab) beitragen. Die Hauptprodukte der Industrie sind: Roheisen, Ziegel, Glas, Papier, Tuch, Leinwand, Leder, Seife, Schokolade und Nudeln; der Schleichhandel mit Frankreich ist sehr bedeutend. Die Provinz umfaßt fünf Gerichtsbezirke (darunter Estella, Pamplona, Tafalla, Tudela). Die Hauptstadt ist Pamplona.

Die ältesten bekannten Bewohner Navarras waren die Vaskonen, Abkömmlinge der alten Iberer, der Urbevölkerung Spaniens, welche noch jetzt unter dem Namen Basken das Land bewohnen. Es wurde, wie das übrige Spanien, von den Römern unterworfen und dann von den Sueven, Westgoten und Arabern erobert. Karl d. Gr. fiel 778 in N. ein, verlor indes durch seine Niederlage gegen die Basken im Thal von Ronceval seine Eroberungen, und erst sein Sohn Ludwig der Fromme stellte als König von Aquitanien (806) die spanische Mark wieder her, welche auch N. umfaßte. Die Einwohner von N. benutzten aber die innern Zwistigkeiten im fränkischen Reich, um sich unabhängig zu machen, und wählten Sancho Garcia zu ihrem Grafen, welcher Pamplona und das Gebiet am Aragon eroberte und sich 905 den Titel eines Königs von N. beilegte. Er starb 925, nachdem er das ganze Gebiet des obern Ebro den Sarazenen entrissen hatte. In der Reihe seiner Nachfolger ragt Sancho III. Mayor (1001-1035) hervor, der die