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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Neuseeländische Eiche; Neusibirische Inseln; Neusiedler See; Neusilber

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Neuseeländische Eiche - Neusilber.

Cook als der erste Europäer an der Povertybai und darauf an verschiedenen Punkten der Nord- und Südinsel und nahm durch Heißen der britischen Flagge förmlichen Besitz von dem Land. Er besuchte es wieder 1773-74 und auf seiner dritten Reise 1777 und entdeckte die Straße, welche die Nordinsel von der Südinsel trennt und seinen Namen führt, nahm auch die Küstenumrisse der Insel vollständig und genau auf. Eine Kolonisation Neuseelands begann 1814 mit der Gründung einer Mission durch Samuel Marsden an der Inselbai, dort errichteten 1838 auch die Katholiken eine Mission, während die Wesleyaner sich schon 1822 erst zu Whangarea, dann zu Hokianga niedergelassen hatten. Das friedliche Missionswerk wurde gestört durch die blutigen Kriege unter Hongi, die bis zu seinem 1828 erfolgten Tod sieben Jahre lang die Nordinsel verheerten. Cook sowohl als Benjamin Franklin hatten die britische Regierung zu bestimmen gesucht, N. anzusiedeln, indes vergeblich. Erst 1839 erlangte die New Zealand Land Company eine Konzession von der englischen Regierung und gründete Wellington an der Cooksstraße. 1840 wurde von dem ersten Gouverneur, Hobson, Auckland angelegt und mit den Maori der Vertrag von Waitangi abgeschlossen, worin die Häuptlinge die Oberhoheit Englands anerkannten. Auckland wurde Sitz der Regierung und blieb es bis 1865, dann trat Wellington an seine Stelle. Die Gesellschaft gründete ferner New Plymouth und Nelson (1841), eine schottische Gesellschaft aber Otago (1848) und eine anglikanische Canterbury (1850). Der erste Anfang war günstig genug, aber 1845 zerstörten die Maori unter Hone Hoki die Niederlassung Kororeka (Russell) an der Inselbai. Sir George Grey stellte als Gouverneur die Ruhe wieder her, aber schon 1857 empörten sich die drei mächtigsten Stämme der Maori auf der Nordinsel, welche jenen Vertrag vom Jahr 1840 nicht anerkennen und namentlich keinen Landankauf mehr dulden wollten. 1860 kam es zum ersten blutigen Zusammenstoß. Sir George Grey kam 1861 zum zweitenmal als Gouverneur nach N., um die Ordnung wiederherstellen. Indes waren die Maori durch die bisherige schroffe Ablehnung aller friedlichen Verständigung von seiten der Engländer zu sehr gereizt. 1863 begann der förmliche Krieg, der sich besonders um das Land Waikato drehte. Die Maori, aus der Ebene vertrieben, zogen sich ins Hochland zurück und schöpften aus einer neuen fanatischen Religion, dem Hauhauglauben, Begeisterung und Mut zum Widerstand. Jedoch gelang es Grey mit Hilfe der treu gebliebenen Maori, die Empörer in wenige feste Punkte zurückzutreiben, die ihnen 1865 ebenfalls entrissen wurden. Aber schon 1868 begannen neue Feindseligkeiten unter dem Häuptling Te Kuti, der indes im nächsten Jahr geschlagen und gefangen wurde. Kleinere Unruhen kamen 1881, 1883 und 1886 vor, wurden aber schnell unterdrückt. Inzwischen ist der Hafen Kawhia Europäern geöffnet worden, und eine Eisenbahn soll mitten durch das Land der Maori gebaut werden. Vgl. Dieffenbach, Travels in New Zealand (Lond. 1843, 2 Bde.); Hochstetter, Neuseeland (Stuttg. 1863); A. Kennedy, New Zealand (2. Aufl., Lond. 1874); Meinicke, Die Inseln des Stillen Ozeans, Bd. 1 (Leipz. 1875); Thomson, The history of New Zealand (Lond. 1859, 2 Bde.); Jung, Der Weltteil Australien, Bd. 4 (Leipz. 1883); Rusden, History of New Zealand (Lond. 1883, 3 Bde.); Hector, Handbook of New Zealand (4. Aufl., Wellington 1886); Cooper, New Zealand-Yearbook 1886-87 (Lond.).

Neuseeländische Eiche, s. Metrosideros.

Neusibirische Inseln, Archipel im Nördlichen Eismeer, im Norden von Ostsibirien (Jakutsk), zwischen 73 und 78° nördl. Br., aus den Inseln Kotelnoi (Kessel), Faddejew oder Thaddäus und Neusibirien nebst mehreren kleinern Inseln bestehend. Zwei der dem Festland nächsten werden nach einem ihrer Entdecker, dem Kaufmann Ljachow, benannt; die nördlichsten (Bennettinsel, Henriettainsel und Jeannetteinsel) sind erst neuerdings durch die amerikanische Expedition unter Delong (s. d.) aufgefunden worden. Von russischen Forschern, welche diesen Archipel besuchten, verdienen besonders Sannikow (1805-11), Hedenström (1809-10) und Anjou (1823) Erwähnung. Sämtliche Inseln sind felsig und unbewohnt und bis auf die südlichsten fast das ganze Jahr hindurch von Eisschollen umgeben, aber ausgezeichnet durch einen unerschöpfliche Reichtum an fossilem Elfenbein (Mammutknochen) und wertvollen Pelztieren.

Neusiedler See (ungar. Fertö), See in Ungarn, zwischen dem Ödenburger und Wieselburger Komitat, 112 m ü. M., umgeben von freundlichen Ortschaften und im W. von Rebenhügeln. Sein früherer Umfang von 345 qkm hat durch die Versuche zur Trockenlegung des benachbarten Hanság (s. d.) bedeutend abgenommen. Im Sommer 1865 trocknete der See fast gänzlich aus, so daß sein Terrain größtenteils in Acker- und Wiesenland verwandelt wurde. Im J. 1870 begann er sich wieder zu füllen, doch hat er bisher seine ehemalige Größe nicht ganz erreicht. Das Seewasser ist von einem mineralischen Laugensalz geschwängert und von bittersalzigem Geschmack. Plinius erwähnt des Neusiedler Sees unter dem Namen Peiso. - An der Nordspitze des Sees und am Rande der Parndorfer Heide (s. d.), nahe der Ungarischen Staatsbahn, liegt Neusiedl am See, Markt im ungar. Komitat Wieselburg, mit (1881) 2843 deutschen Einwohnern, Wein- und Spargelbau, Papierfabrik, Bezirksgericht und Seebad.

Neusilber (Argentan, Weißkupfer, Pakfong, German silver, Cuivre blanc, Maillechort), Legierungen aus Kupfer, Zink und Nickel, welche man als Messing mit einem Zusatz von 1-33 Proz. (gewöhnlich 25 Proz.) Nickel betrachten kann. Zur Darstellung bringt man die zerkleinerten Metalle gemischt in einen Tiegel in der Weise, daß oben und unten etwas Kupfer zu liegen kommt, bedeckt das Ganze mit Kohlenpulver und rührt während des Schmelzens öfters mit einem eisernen Stab um. Bisweilen schmelzt man auch das Kupfer mit einem Drittel Zink und Nickel und fügt den Rest der beiden Metalle in mehreren Portionen hinzu. Das geschmolzene N. gießt man in eisernen Formen zu Platten. Die Zusammensetzung des Neusilbers ist sehr verschieden, doch gelten im allgemeinen folgende Zahlen:

Kupfer Zink Nickel

Ordinäres N., gelblich, leicht anlaufend 8 3,5 2

Leicht schmelzendes Gußneusilber 8 6,5 2

Weißes N., zwölflötigem Silber ähnlich 8 3,5 3

Bestes N., mit einem Stich ins Bläuliche, wenig anlaufend 8 3,5 4

Durch einen Gehalt von 2-3 Proz. Eisen wird N. bedeutend weißer, aber auch härter und spröder; Arsen vermindert die Geschmeidigkeit. Dem N. sehr ähnliche Legierungen erhält man aus Kupfer, Zink und Mangan. Das N. ist gelblichweiß bis fast silberweiß, von dichtkörnigem oder feinzackigem Bruch, spez. Gew. 8,4-8,7, fester und härter, aber fast ebenso dehnbar wie Messing, sehr politurfähig, beständig an der Luft, wird von saurer Flüssigkeit viel weniger