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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Niederlande

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Niederlande (Flüsse).

Groningen, Drenthe, Utrecht und Holland. Die höchsten Hügel und Dünen sind folgende: in Limburg der Krikelenberg oder Ubachsberg (240 m), der Vaalser Berg bei Vaals (198 m); in Gelderland das Imbosch (110 m), der Philippsberg (107 m); in der Veluwe der Hettenheuvel bei Zevenaar (105 m), der Hoenderberg (Hühnerberg) bei Nimwegen (100 m); in Overyssel der Lemeler Berg bei Ommen (81 m), der Tankenberg bei Oldenzaal (80 m); in Utrecht die Austerlitzer Pyramide bei Zeist (65 m), der Soester Berg bei Soest (64 m); in Nordholland der Blinkert, eine Düne bei Haarlem (60 m). Die mittlere Höhe des Bodens beträgt 23 m. Große Strecken liegen aber mitunter bedeutend niedriger als der Meeresspiegel (z. B. der Zuidplas-Polder bei Gouda, der Nieuwkooper und der Haarlemermeer-Polder, die 4-5,61 m unter dem Meer liegen) und werden nur mittels der Dünen und durch Dämme gegen Überschwemmung durch das Meer geschützt. Die Steinkohlenformation in Limburg gehört zu dem Teil des großen Belgisch-Aachener Beckens, welchen man nach dem Flüßchen Worm Wormmulde genannt hat. Man hat Steinkohlenminen bei Kerkrade und Bocholtz in Limburg entdeckt. Sie bilden die sogen. dominale mynen, welche in einer Tiefe von 38-40 m in Flözen von 1,2-1,5 m liegen (Produktion 400,000 Gulden). Neuerdings hat man durch Bohrungen auch bei Heerlen Kohlenlager entdeckt, welche sowenig wie die Braunkohlenlager im O. von Gelderland und Overyssel ausgebeutet werden können.

Die beiden Hauptflüsse der N. sind der Rhein und die Maas, während von der Schelde nur die Mündungen den Niederlanden angehören. Der Rhein tritt unterhalb Emmerich bei Lobith auf niederländisches Gebiet, verliert bei Pannerden, wo das Rheindelta anfängt, ⅔ von seinem Wasser an die breite Waal und teilt sich oberhalb Arnheim bei Westervoort, wo er wieder ⅓ seines Wassers abgibt, nochmals in zwei Arme, wovon der rechte den Namen Yssel oder Geldersche Yssel führt, bei Doesburg die Alte Yssel, bei Zütphen die Berkel, bei Deventer die Schipbeek (den Schiffbach), bei Hattem die Grift aufnimmt, bei Kampen sich in zwei Arme teilt, ein Delta (Kamper Insel) bildet und in den Zuidersee mündet. Der linke Arm behält den alten Namen Rhein und fließt an Arnheim, Wageningen und Rhenen vorbei nach Wijk bei Duurstede, wo er sich scheinbar zum drittenmal in zwei Arme teilt. Der linke Arm fließt unter dem Namen Lek an Culemborg, Vianen, Schoonhoven und Nieuport vorbei und vereinigt sich unterhalb Krimpen a. d. Lek mit dem Noord zur Nieuwe Maas (Neue Maas), Scheur und Nieuwe Waterweg. Der nördliche Zweig, früher der Hauptfluß, trägt den Namen Kromme Ryn. Jetzt ist derselbe nicht mehr als ein Arm zu betrachten. Er ist bloß für sehr kleine Schiffe fahrbar, hat keine Verbindung mit dem Hauptfluß und dient nur zur Entwässerung und Berieselung der tiefer gelegenen Äcker der Provinz Utrecht. Bei Utrecht kann also auch von keiner vierten Teilung des Rheins die Rede sein. Der Utrechter Vecht und der Oude Ryn sind jetzt vielmehr abgeschlossene Kanäle. Der erste fließt in nordwestlicher Richtung an Weesp und Muiden vorbei nach dem Zuidersee; der Oude Ryn (Alte Rhein) ist jetzt ein schmales Flüßchen geworden, fließt bei Woerden und Leiden vorbei, verlor sich früher in den Dünen bei Katwijk, ist aber seit 1805 durch einen Kanal mit der Nordsee verbunden. Die Waal fließt in westlicher Richtung, bei Nimwegen, Tiel und Bommel vorbei, zwischen der Betuwe am rechten, dem Land von Maas und Waal (dem Masewaalschen) und dem Bommeler Waard am linken Ufer, nimmt an der westlichen Spitze des letztern, unterhalb des Forts Loevestein die Maas auf und strömt dann unter dem Namen Merwede weiter. Die Maas tritt oberhalb Maastricht in die N. ein, bildet bis Steevenswert die Grenze gegen Belgien, fließt dann durch Niederländisch-Limburg und bildet weiter die Grenze zwischen dieser Provinz und Nordbrabant gegen Gelderland bis Loevestein. Die aus ihrer Vereinigung mit der Waal entstandene Merwede fließt bis Dordrecht, sendet aber unweit Werkendam einen kanalisierten Arm südwestlich, zwischen dem Biesbosch (jetzt eine Gruppe Inseln) und der Insel von Dordrecht, unter dem Namen Neue Merwede; dieses Wasser nimmt nach seiner Vereinigung mit der Amer bei Moerdyk den Namen Hollandsch-Diep an, welchen es bis Willemstadt behält, wo es sich wieder verzweigt. Der nördliche Arm, Haringvliet genannt, fließt zwischen den Inseln Beierland, Voorne und Putten am rechten und Overflakkee am linken Ufer der Nordsee zu, während der südwestliche Arm zwischen der Insel Overflakkee und Nordbrabrant Volkerak, zwischen der nämlichen Insel und Tholen Krammer genannt wird und gleichfalls in die Nordsee mündet. Bei Dordrecht verzweigt sich die Merwede zum zweitenmal; der nördliche Arm, zwischen der Insel Ysselmonde und dem Alblasser Waard, vereinigt sich bei Krimpen mit der Lek (s. oben), und der aus dieser Vereinigung entstandene Strom fließt unter dem Namen Nieuwe Maas (Neue Maas) an Rotterdam, Delfshaven, Schiedam und Vlaardingen vorüber. Der südliche Arm der Merwede fließt von Dordrecht, zwischen den Inseln von Dordrecht und Beierland am linken Ufer und Ysselmonde am rechten Ufer, unter dem Namen Oude Maas (Alte Maas) bis an die westliche Spitze der letztgenannten Insel, wo er sich mit der Neuen Maas vereinigt und dann bei Brielle vorbei unter dem alten Namen Maas der Nordsee zufließt. Bei Maassluis beginnt: der 6-7½ m tiefe Kanal, welcher neuerdings gegraben ist und durch die "Ecke von Holland" (Hoek van Holland) unter dem Namen Neuer Wasserweg Rotterdam zu einer Seestadt macht, indem große Segel- und Dampfschiffe von dieser Handelsstadt nach der Nordsee und umgekehrt hierher fahren können. Die Maas und ihre Arme nehmen in den Niederlanden außer einigen Bächen die Jekker oder Jaar, Geul, Roer, Niers (in Limburg), Dieze (Zusammenfluß der Dommel und Aa bei Herzogenbusch in Nordbrabrant), Linge, Holländische Yssel, Rotte und Schie (in Südholland) auf. Das Dordter Hochwasser (Kil) vereinigt die Merwede mit dem Holländischen Diep, das Spui die Alte Maas und der Kanal von Voorne die Maas mit dem Haringvliet. Die Schelde tritt unterhalb des belgischen Forts Lillo in die N., wo sie sich früher in zwei Arme teilte, von denen jedoch der nördliche jetzt durch einen Damm versperrt ist. Der südliche Arm fließt unter dem Namen Westerschelde zwischen dem zeeländischen Flandern links und den Inseln Südbeveland und Walcheren rechts der Nordsee zu und erhält an seiner Mündung, wo er durch Sandbänke geteilt wird, die Namen Wielingen, Spleet und Deurlo. Der jetzt abgedämmte Arm hat den alten Namen Osterschelde behalten, ist durch den Südbevelandkanal mit der Westerschelde verbunden und fließt zwischen den Inseln Südbeveland, Nordbeveland und Walcheren links, Tholen, Duiveland und Schouwen rechts unter dem Namen Roompot (Romanorum Portus?) der Nordsee zu. Durch das Mastgat und die Zype zwischen Duive-^[folgende Seite]