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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Nil mortalibus arduum est; Nilometer; Nilpferd; Nils.; Nilseen; Nilsprachen; Nilsson; Nimbschen; Nimburg; Nimbus; Nîmes

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Nil mortalibus arduum est - Nîmes.

Nil mortalibus arduum est (lat.), "Nichts ist Sterblichen allzu schwer", Citat aus Horaz' Od. I, 3, 37.

Nilometer (Nilmesser), s. Nil, S. 186.

Nilpferd, s. Flußpferd.

Nils., bei naturwissenschaftl. Namen Abkürzung für Sven Nilsson (s. d.).

Nilseen, die auf beiden Seiten des Äquators und unter demselben liegende Gruppe von Gewässern, welche als die Quellbecken des Stroms angesehen wurden, ehe man die diese Seen speisenden Flüsse entdeckte. Zu diesen Seen gehörte als weitaus der größte in erster Linie der Victoria Nyanza oder Ukerewe (s. d.), dann der Albert Nyanza oder Mwutan Nzige (s. d.) und die zwischen beiden liegenden Gita Nzige und Kiodscha, durch welche der Somerset-Nil hindurchfließt. Auch der Akenjaru oder Alexandrasee gehört zu dieser Gruppe. Ob der Muta Nzige (s. d.) auch dazu zu rechnen ist, bedarf noch der Bestätigung; denn Emin Pascha meldet, daß ein Strom Kakibbi oder Dueru aus demselben in den Mwutan münde. Daß der Baringo nicht mit dem Ukerewe in Verbindung steht, wie man früher glaubte, hat der Engländer Thomson bewiesen. Bereits auf dem Kartenbild des alexandrinischen Geographen Ptolemäos finden wir dargestellt, wie der Nil aus zwei großen Seen abfließt, die unter dem Äquator gelegen waren, und von denen der eine "See der Wasserfälle", der andre "Krokodilsee" genannt wurde. Die Entdeckungen von Speke, Baker, Stanley u. a. haben bewiesen, daß die alte Ptolemäische Darstellung den wirklichen Verhältnissen fast vollkommen entspricht. S. Karte "Äquatorialafrika" (bei Artikel "Congo").

Nilsprachen, zusammenfassende Bezeichnung der am obern Lauf des Nils gesprochenen Negersprachen: Dinka, Bari, Schilluk, Bongo, Oigob, Barea, von denen namentlich die beiden ersten (grammatisch dargestellt von Mitterrutzner, Brixen 1866 u. 1867) deutlich miteinander verwandt sind.

Nilsson, 1) Sven, Naturhistoriker und Altertumsforscher, geb. 8. März 1787 unweit Landskrona, wurde 1812 Lehrer der Naturgeschichte, 1819 Intendant des zoologischen Museums zu Lund, untersucht die Fischereien in Bohuslän und Norwegen, übernahm 1828 die Aufsicht über das zoologische Museum in Stockholm, kehrte aber 1832 als Professor der Zoologie und Direktor des Museums nach Lund zurück. 1838 ward er zugleich zum Pastor in Nöbbelöf ernannt, und seit 1856 lebte er als Emeritus in Stockholm. Er starb 30. Nov. 1883 in Lund. N. schrieb: "Ornithologia suecica" (Kopenh. 1817-21, 2 Bde.); "Prodromus ichthyologiae scandinavicae" (das. 1832); "Observationes ichthyologicae" (das. 1835) und "Skandinavisk fauna" (Lund 1820-53, 5 Tle.; teilweise neu aufgelegt). Daran schließen sich seine "Historia molluscorum Sueciae" (Kopenh. 1823) und "Petrificata suecana" (das. 1827); "Illuminerade figurer till skandinavisk fauna" (Stockh. 1832-40, 20 Hefte); "Prodromus ichthyologiae" (das. 1832). Von Wichtigkeit für die nordische Altertumskunde ist sein Werk "Skandinaviska Nordens urinvånare" (2. Aufl. 1862-66, 4 Bde.; deutsch: "Die Ureinwohner des skandinavischen Nordens", Hamb. 1863-68).

2) Christine, Opernsängerin, geb. 3. Aug. 1843 im Kirchspiel Wederslöf bei Wexiö in Schweden, stammt aus einer Arbeiterfamilie. Sie zeigte schon früh außerordentliche musikalische Begabung, lernte Violine und Flöte und sang auf den Märkten der Umgegend, bis sich der Landeshauptmann Tornérhjelm ihrer annahm, auf dessen Veranlassung sie sich in Stockholm unter Leitung Fr. Berwalds, dann in Paris unter Massé und Wartel für die Bühne ausbildete. Schon bei ihrem ersten Auftreten 27. Okt. 1864 im Théâtre lyrique als Violetta in Verdis "Traviata" erntete sie außerordentlichen Beifall und wurde sofort auf drei Jahre engagiert. Nach Ablauf dieses Engagements ging sie zur Großen Oper über, wo sie namentlich als Ophelia in Thomas' "Hamlet" und als Marguerite in Gounods "Faust" Enthusiasmus erregte. Mittlerweile war sie auch in London mit gleichem Erfolg aufgetreten, noch größere Huldigungen erntete sie 1870 auf einer Kunstreise durch Nordamerika. Seit 1872 mit dem Franzosen Rouzaud vermählt, trat sie später nur noch bei Gelegenheit von Gastspielen in Petersburg, Wien, Berlin etc. in die Öffentlichkeit. Ihr ungewöhnlich hoher und voller Sopran wie ihre Meisterschaft sowohl im Kunst- als im dramatischen Gesang, endlich auch die edle Weiblichkeit ihrer Erscheinung erklären die begeisterte Aufnahme, die sie als Künstlerin überall gefunden hat.

Nimbschen, Klostergut bei Grimma (s. d.).

Nimburg, Stadt in der böhm. Bezirkshauptmannschaft Podiebrad, an der Elbe, wichtiger Eisenbahnknotenpunkt (Linien Wien-Tetschen mit Abzweigung nach Jungbunzlau der Österreichischen Nordwestbahn, Poritschan-N. der Staatseisenbahn und N.-Gitschin der Kommerzialbahnen), Sitz eines Bezirksgerichts, mit gotischer Dechanteikirche, alten Mauern und Thoren, Rathaus und Theater, großen Eisenbahnwerkstätten, Rübenzuckerfabrikation, Bierbrauerei, Kunstmühlen, wichtigem Handel, bedeutenden Getreide- und Viehmärkten und (1880) 5295 Einw. Dabei die Schützeninsel mit hübschen Anlagen.

Nimbus (lat.), eigentlich Regen, Regenwolke, auch Wolke überhaupt; in der griech. Kunst als eine hinter dem Haupt sichtbare Lichtscheibe zuerst als gleichbedeutend mit dem Strahlenkranz (s. d.) verwendet und den Lichtgottheiten beigelegt, dann verallgemeinert gebraucht. Die Römer übertrugen diese Auszeichnung auch auf die vergötterten Imperatoren (s. Apotheose), und von ihnen nahm die christliche Kunst schon in der ältesten Zeit die sogen. Glorie oder den Heiligenschein (s. d.) für das Haupt Christi und der Heiligen an. Vgl. Stephani, N. und Strahlenkranz (Petersb. 1859).

Nimbus (lat.), in der von Howard aufgestellten Einteilung der verschiedenen Wolkenformen die Regenwolke; s. Wolken.

Nîmes (Nismes, spr. nihm), Hauptstadt des franz. Departements Gard, Kreuzungspunkt der Eisenbahnen Lyon-Montpellier, Marseille-Tarascon-Clermont und N.-Lunel, am Abhang einer Hügelkette der Cevennen 45 m ü. M. gelegen, zerfällt in die alte eigentliche Stadt mit engen Gassen und in die durch schöne Boulevards von ersterer getrennten neuen Stadtteile mit geraden Straßen. Bemerkenswerte neuere Bauwerke sind: die Kathedrale St.-Castor, die Kirche St.-Paul im romanischen Stil (1840-50 erbaut), die gotische Kirche Ste.-Perpétue, die 1870-75 im gotischen Stil erbaute Kirche St.-Baudile, die große protestantische Kirche (außerdem zählt N. noch 6 evangelische Bethäuser); ferner der Justizpalast, das Zentralgefängnis (1687 als Citadelle erbaut), das Theater und das allgemeine Krankenhaus. Auf dem Esplanadenplatz erhebt sich eine schöne Fontäne mit Statuen von Pradier. 1874 wurde dem von N. stammenden Kaiser Antoninus Pius ein Denkmal errichtet. Behufs Wasserversorgung der in wasserarmer Gegend gelegenen Stadt erbauten die Römer eine große Wasserleitung mit dem Pont du Gard, welche gegenwärtig ein Kanal aus dem Rhône ersetzt. Außerdem besitzt N. eine be-^[folgende Seite]